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Freuen sich über Schnee für ihre Feriengäste: Hans, Christa, Hans-Georg und Gabi Off mit den Kinden Magdalena und Anelie sowie Familienhund „Bertl“ vom „Ferienhof Off“ in Sindelsdorf. 

Tourismus im Winter

Leberkasessen oder Schlittenfahren?

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Landkreis –Viele Urlauber kommen besuchen im Sommer den Pfaffenwinkel, doch wie sieht es im Winter aus? Die Heimatzeitung hat nachgefragt.

Der Pfaffenwinkel zieht im Sommer viele Urlauber an, das ist bekannt. Doch wie sieht es im Winter aus? Die Heimatzeitung hat beim Tourismusverband Pfaffenwinkel und bei Ferienhöfen nachgefragt und sich erklären lassen, was es – mit und ohne Schnee – im Winter zu erleben gibt.

Kein „Winterreiseziel“

Es müsste ja nicht immer ein Sommerurlaub sein – auch im Winter ließe sich bei Saunagängen entspannen oder beim Rodeln beziehungsweise Skifahren Spaß haben. Doch offenbar ist der Pfaffenwinkel für den Sommer und nicht für den Winter gemacht. Susanne Lengger, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel sagt, es kämen zwar Besucher im Winter, aber das seien nicht viele. „Der Pfaffenwinkel ist kein Winterreiseziel, die Region hier ist vor allem im Sommer attraktiv.“

Das zeigen auch die Zahlen, die das Landesamt für Statistik veröffentlicht hat: Im Juli und August 2016 machten die meisten Gäste im Landkreis Weilheim-Schongau Urlaub; im August gab es insgesamt 65 725 Gästeübernachtungen. Zum Vergleich: Im Februar waren es nur 35 531, im Januar war diese Zahl noch geringer. Und dabei gehört der Fasching mit Weihnachten laut Lengger zu den Besuchs-Hochzeiten des Winters. In der Region habe man eben keine „Schneesicherheit“.

Ferienhöfe haben es nicht so schwer wie Hotels und Pensionen

Doch ist das nicht problematisch für die Ferienhof-Besitzer, besonders dann, wenn bereits der Sommer wettertechnisch durchwachsen war? „Nein, wer Urlaub auf dem Bauernhof anbietet, hat meist nicht das Problem, da die Gäste schon langfristig vorher buchen, unabhängig vom Wetter“, so Lengger, „Das Problem haben eher die Hotels und die Pensionen. Diese werden oft dann besucht, wenn sich die Leute spontan dafür entscheiden.“ Generell seien die Gäste eher „wetterunempfindlich“. „Die, die nur schönes Wetter haben wollen, machen eh nicht bei uns Urlaub.“ Dort, wo die Besucher Schnee erwarteten, wie in der Alpenregion, habe man vermutlich mehr Probleme, wenn es mal nicht schneit. Hinzu käme, dass die Wahrnehmung der Menschen oft falsch sei. „In Garmisch sind seit Dezember die Lifte offen. Aber wenn es im Flachland noch grün ist, können sich die Leute das schwer vorstellen“, so Lengger. 

Alternative Angebote wie Leberkasessen und Stroffdrucknachmittage

Wenn dann aber auch in der Voralpenregion Schnee fällt, gibt es viel Schönes zu erleben. Lengger: „In Bayersoien gibt es einen Husky-Workshop, bei dem man mit den Hunden Schlittenfahren kann, und in Wildsteig und Peiting gibt es schöne Loipen.“

Wenn es winterlich ist, freut sich auch die Familie Erhard vom „Bussjägerhof“ in Böbing. Dieser liegt nämlich direkt am Bromberg, wo es eine Skipiste gibt. Wenn kein Schnee liegt, bietet die Familie beispielsweise (Fackel-)Wanderungen, gemeinsames Leberkasessen und Stoffdrucknachmittage an, wie Maria Erhard berichtet. Doch es ist, wie auch Lengger sagt: Im Winter ist meist wenig los. Zuletzt standen die sieben Ferienwohnungen am Hof der Erhards leer – die „Weihnachtsgäste“ waren alle wieder abgereist. „Im Winter kann man nicht fest damit rechnen, viel Besuch zu bekommen. Wir weisen auch immer darauf hin, dass das Wetter möglicherweise nicht so gut ist“, sagt Erhard. „Aber meine persönliche Meinung ist, dass es mit der langfristigen Arbeit und mit dem Gesamtpaket zusammenhängt, wie viele Gäste man hat.“

Spezifische Angebote für Winter ohne Schnee

Manchmal sei es aber sogar positiv, wenn kein Schnee liegt, sagt Lengger. Als es im Januar vergangenen Jahres mild war und die Sonne schien, habe es viele Wanderer gegeben. Der Verband versucht nun, zusammen mit „Tourismus Oberbayern München“ mit spezifischen Angeboten darauf zu reagieren, beispielsweise mit so genannten Landschaftskinowegen, die man mit oder ohne Schnee gehen kann. „Es geht darum, dass man im Winter aus dem Grau der Städte rauskommt und besondere Ausblicke genießen kann“, sagt Lengger. So ein „Landschaftskinoweg“ sei auch der „Pfaffenwinkler Milchweg“ bei Rottenbuch.

Auch Christa Off vom „Ferienhof Off“ weiß, dass es im Winter „nicht so einfach“ ist. Bei Schnee könnten sich die Besucher auf dem Schlitten von den Pferden ziehen lassen und Rodeln gehen. Ohne Schnee bliebe den Gästen nur, zu wandern oder ins Schwimmbad zu fahren. Die Kinder würden dann im Stall helfen. Andererseits habe man – bevor die ersten Bundesländer in die Faschingsferien gehen und wieder ein paar Gäste da sind – Zeit, um das Haus auf Vordermann zu bringen und sich um die Büroarbeit zu kümmern. Dazu gehören die Reservierungen für den Sommer – der schon fast ausgebucht ist.

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