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Steffen Wimmer (r.) ist der Urgroßneffe von „Tante Mieze“. Er hat einen Dokumentarfilm gedreht, den er in Sindelsdorf zeigte.

Was Sindelsdorf mit New York, Paris und London gemeinsam hat

Sindelsdorf war einmal ein Zentrum der expressionistischen Malerei - das unterstreichen nun eine neue Broschüre und ein Dokumentarfilm.

Sindelsdorf - Franz Marc war oft zu Besuch in der „Post“ in Sindelsdorf. Das ist belegt. Das Gasthaus war deshalb der ideale Ort, um hier am Wochenende eine neue Broschüre über den großen Maler zu präsentieren und einen Film über sein Leben zu zeigen.

New York, Paris, London, Moskau – und Sindelsdorf: Das sind für Josef Buchner die großen Zentren der Malkunst des frühen 20 Jahrhunderts. Das betonte der Bürgermeister, als er vor den Zuhörern im nahezu voll besetzten Saal seine einleitenden Worte zu der Broschüre sprach. Die Marc-Biografin Brigitte Roßbeck hatte die Broschüre mit Gemeinderätin Christine Hübner für die Gemeinde erarbeitet (wir berichteten). Sindelsdorf, so Buchner, sei „das Zentrum der Malkunst von Franz Marc“ gewesen. „Die berühmtesten seiner Werke sind hier zwischen 1909 und 1914 entstanden.“ Da müsse man nur mal auf deren Entstehungszeit achten; beispielsweise „Das blaue Pferd“. Und im Bild „Die verzauberte Mühle“ habe Marc obendrein der Off-Mühle ein malerisches Denkmal gesetzt.

Das mit vielen historischen Fotografien bebilderte Büchlein mit dem Titel „Welch eine überreiche, fruchtbare Zeit – Franz und Maria Marc in Sindelsdorf“ soll den Menschen die Bedeutung des Ortes für Franz Marc und der Gruppe „Blauer Reiter“ bewusst machen. „Wir wollen damit die kunsthistorischen Tatsachen etwas zurechtrücken“, so Buchner. Denn wenn man von den Lebens- und Schaffenszentren Marcs spricht, werde Sindelsdorf oft vergessen.

Auf etwa 50 Seiten erfährt der Leser, wie untrennbar Sindelsdorf mit dem Leben und Werk Franz Marcs verbunden ist und wie viele seiner Motive von hier stammen. Auf amüsante Weise wird erzählt, warum Franz und Maria Marc sich nach „sinnverwirrenden Turbulenzen“, so Christine Hübner, überhaupt hier, in diesem „abgelegenen, kleinen Dorf“, niederließen. Wo der Maler geheime Freundinnen einquartierte, wie der Alltag des Paares hier aussah und wo es tagtäglich stundenlang malte.

Im Anschluss sahen die Besucher den Dokumentarfilm „Erinnerungen an Franz und Maria Marc“. Steffen Wimmers, der Macher des Filmes, berichtete einleitend ein wenig von seinen Erfahrungen als Urgroßneffe Maria Marcs. Zwar habe er „Tante Mieze“ nicht mehr persönlich kennengelernt. Dennoch habe das berühmte Paar seine Kindheit geprägt; durch Erzählungen seines Vaters, durch Aufenthalte in der Villa in Ried und durch das Spielen an Maria Marcs Flügel. Doch erst die Marc-Bücher von Brigitte Roßbeck hätten „Franz Marc für mich zu einem greifbaren Menschen gemacht“ und ihn zu dem Dokumentarfilm inspiriert.

Die Broschüre „Welch eine überreiche, fruchtbare Zeit – Franz und Maria Marc in Sindelsdorf“ ist zum Preis von 5 Euro in der Gemeinde erhältlich.

Text: Franziska Seliger

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