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Kleine Bühne, starke Show: Poet Frank Klötgen (l.) und Moderator Ko Bylanzky im Buchheim-Museum. 

„Slam-Poeten“ im Buchheim-Museum

Die wollen nur wortspielen

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Bernried - Im Buchheim-Museum boten drei erfolgreiche „Slam-Poeten“ eine unterhaltende Show. Das Thema: „Mann und Frau“.

Eigentlich geht man ja wegen der starken Bilder ins Buchheim-Museum. Wegen der berühmten Expressionisten und zurzeit auch wegen Picasso, dessen Frauenbildern bis März eine betörende Sonderschau gewidmet ist. Doch am Sonntagnachmittag lockten auch starke Worte: Zum zweiten Mal (nach 2014) gab es mitten in der Ausstellung eine „Poetry-Show“. Der Münchener Literaturveranstalter und Moderator Ko Bylanzky (43) – maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass „Poetry-Slams“, Mitte der 90er Jahre aus den USA importiert, heute in Deutschland boomen – präsentierte drei erfolgreiche Slam-Poeten.

Und die eroberten Herz und Hirn der rund 100 Zuhörer im Museum im Sturm. Das Motto der 80-minütigen Show hatte man sich der Picasso-Schau entliehen: „Mann und Frau“. Eine Steilvorlage für die Dichter, die ihre Texte mit vollem Stimm- und Körpereinsatz vortrugen – da war schließlich vom Verlieben bis zum Entlieben, von Lust bis Last und von Niedertracht bis Höhepunkt alles möglich.

Mit einer „Symphonie des Kauens“, der so sprachmusikalischen wie -gewaltigen Ode an eine essende Frau („Mein erstes Mahl mit Carmen“), begann der aus Essen stammende Wahl-Münchener Frank Klötgen. Später reimte der 47-Jährige, der nach 2000 Auftritten zurzeit eine „Poetry-Slam-Abschiedstour“ zelebriert, wie wild über die Wollust – und hatte für den Vortrag gegenüber der Buchversion doch „die explizitesten Stellen mit Romantik geschwärzt“.

Kurz und böse mag’s mitunter Clara Nielsen, die in Kiel aufwuchs, in Regensburg lebt und schon 80 große Slams gewann: „Du sagst, du wünschst dir Blumen von mir? Okay, zwei Veilchen schenk’ ich dir!“. Dagegen sind die auch mal zehnminütigen Texte von Alex Burkhard (27), dem amtierenden Münchener „Poetry-Slam-Stadtmeister“, fast Romane – witzig fabuliert und stark formuliert. Das rasante Interview mit sich selbst zum Thema „Schüchternheit“ oder die groteske Story vom Beziehungsstreit, der sich am im Spülbecken liegenden Putzlappen entzündet: Das war Wortkunst, die in diesen Kunst-Ort bestens passte.

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