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Im engeren Vorstand wird der neue Kreisvorsitzende Dominik Hey (3.v.l.) von Harald Mansi (2. Vorsitzender, Ortsverein Wielenbach, 3.v.r.), Maryam Benzadi (2. Vorsitzende, Penzberg, 2.v.l.) ), Michaela Winkler (Kassiererin, Huglfing-Oberhausen), 2.v.r.), Jörg Michael Hentschke (Schriftführer, Weilheim, nicht im Bild) sowie Ulrich Wagner (Beisitzer, Hohenpeißenberg, r.) und Luise Adam (Beisitzerin, Peiting, l.) unterstützt. 

SPD-Unterbezirksversammlung

„Wir wollen Andrea Jochner-Weiß ablösen“

Oberhausen – Und der nächste bitte: Der neue SPD-Kreisvorsitzende heißt Dominik Hey. Der 33-jährige Germanist bekam bei der Unterbezirksversammlung in Oberhausen wie erwartet das Vertrauen ausgesprochen.

 Für die Kreis-SPD bedeutet Heys Wahl die zweite Umbesetzung der Führungsspitze in relativ kurzer Zeit. Im Februar 2015 hatte Christian Lory überraschend sein Amt niedergelegt. Dessen Nachfolgerin Ilona Böse verzichtete nun aus beruflichen Gründen auf eine weitere Kandidatur.

Mit Hey soll künftig personell wieder Kontinuität an der regionalen Parteispitze einziehen: „Ich bin kein kommissarischer Vorsitzender. Wir wollen mit dem Vorstand eine Perspektive bieten“, erklärte Hey nach seiner Wahl. Zunächst geriet die Politik bei der Unterbezirkskonferenz aber in den Hintergrund. Die 51 anwesenden Delegierten erhoben sich beim „Stroblwirt“ zu einer Schweigeminute und gedachten der Opfer des Amoklaufs vom Vortag in München. Einige Versammlungsteilnehmer waren am Freitagabend selbst in der Landeshauptstadt bei einem Parteitreffen unterwegs gewesen und hatten den Ausnahmezustand hautnah mitbekommen. Der Schock saß einigen Genossen am Tag danach noch spürbar in den Gliedern: „Ich tue mich heute schwer, wieder in den Alltag zu finden“, räumte Enrico Corongiu ein. Der 37-jährige Mittenwalder bewirbt sich bei der SPD um eine Kandidatur für die Bundestagswahl und stellte sich wie Konkurrent Felix Burger (Murnau) bei den Delegierten vor. Das Hauptthema der dreistündigen Versammlung war jedoch die Neuwahl des Kreisvorstands. Hey, der sich vor den Delegierten souverän und eloquent präsentierte, wurde ohne Gegenkandidaten mit deutlicher Mehrheit (49:2-Stimmen) zum SPD-Kreischef gekürt. Und der Neue gab auch gleich die politische Marschrichtung vor: Demnach werde die Kreis-SPD das Thema „Integration von Flüchtlingen“ ganz stark in den Fokus rücken und sich für den sozialen Wohnungsbau einsetzen. „Eine Wohnbau-Gesellschaft, die auch den Altlandkreis Schongau abdeckt, ist dringend nötig“, erklärte Hey. Weiter voranbringen wolle man zudem die Energiewende. Damit der Slogan „Vom Pfaffenwinkel zum Sonnenwinkel“ Wirklichkeit werde, sei es noch ein weiter Weg: „Wir mit unseren 600 SPD-Mitgliedern im Landkreis werden es alleine nicht schaffen. Wir müssen bei der Energiewende die Bürger mitnehmen“, sagte Hey.

Engagieren wollen sich die Genossen auch beim Thema „Verkehrsinfrastruktur“. Den zweigleisigen Ausbau der Bahnlinie zwischen Garmisch und München hat man fest im Visier. Auch der öffentliche Nahverkehr in Ost-West-Richtung muss laut Hey verbessert werden: „Es kann nicht sein, dass man von Weilheim nach Penzberg über Tutzing fahren muss.“ Der neue Vorsitzende kündigte für den SPD-Kreisverband Weilheim-Schongau aber auch jede Menge interner Aufgaben an. Die Garmisch-Partenkirchener Genossen würden zwar den Kandidaten für die Bundestagswahl stellen, als dreimal so großer Unterbezirk müsse man jedoch einen höheren personellen und finanziellen Einsatz im Wahlkampf leisten. Ziel sei es, die Durststrecke von 37 Jahren ohne eigenen Bundestagsabgeordneten zu beenden. Auch müsse man frühzeitig die Kandidaten für die nächsten Landtags- und Kommunalwahlen festlegen.

„Wir wollen 2020 Landrätin Andrea Jochner-Weiß ablösen“, so Hey, der eigene Ambitionen für Spitzen-Kandidaturen nicht kategorisch ablehnt: „Ich hasse Ausschließeritis“, so der Weilheimer, der die Ortsvereine um rege Mitarbeit bat: „Ich bin weder Supermann noch Herkules. Alleine schaffe ich es nicht.“ 

Bernhard Jepsen

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