Baustelle am Stadtbach: Mühlenbauer Reiner Wütscher (rechts) aus Bad Kissingen montiert mit Unterstützung von Thomas Bindernagel (links) und weiteren Mitarbeitern der Stadtwerke 252 drei Zentimeter starke Lärchenbretter, von denen je sechs eine der 36 Schaufeln des Mühlrades bilden. „Zwei bis zweieinhalb Tage“ dauert es laut Wütscher, bis die Bretter mit den insgesamt 800 Schrauben am Rad befestigt sind. Erneuert werden seinen Worten nach auch Getriebe, Generator, Welle und Lager. „Der Rest ist Altbestand und steht unter Denkmalschutz“, so Wütscher. gro/Foto: gronau

Stadtbach als Stromlieferant

Weilheim - Ökostrom für 20 Haushalte soll mit Hilfe von Wasserkraft aus dem Stadtbach gewonnen werden.

Vom berühmten Klappern eines Wasserrades ist nichts zu hören, aber ein Hämmern und Bohren weist in der Oberen Stadt in Weilheim darauf hin, dass sich am Wasserrad am „Preisinger“-Anwesen, der ehemaligen Stadtmühle, in der Oberen Stadt was tut: Das Wahrzeichen des Stadtquartiers, das jahrelang verwitterte, wird saniert. Und eines schönen Tages wollen die Stadtwerke mit dem Wasserrad regenerativen Strom gewinnen.

Wann das sein wird, steht laut Stadtwerke-Chef Peter Müller noch nicht fest. Die Stadtwerke warten weiter auf einen Bescheid des Landratsamtes, den sie im Juli 2014 im wasserrechtlichen Verfahren beantragt haben. Erst wenn er vorliegt, kann der Generator zur Stromgewinnung in das von den Stadtwerken gepachtete Wasserrad eingebaut werden. Müller hofft, dass es Anfang des kommenden Jahres soweit ist.

Derweil wird das Wasserrad aufgemöbelt. Das verfaulte Holz der Schaufeln und des Gehäuses wird erneuert - mit Lärchenholz. So wird die historische Optik erhalten, zumal das helle Lärchenholz mit der Zeit grau wird.

Laut Müller kostet die Generalsanierung 60 000 Euro, wobei auf die Elektrifizierung 40 000 Euro entfallen. Im Jahr sollen 80 000 Kilowattstunden Oberland-Strom erzeugt werden, was dem Verbrauch von rund 20 Haushalten entspreche. Wenn das Wasserrad Strom liefert, wird vom Klappern so gut wie nichts zu hören sein. Weil das Rad dann eine technische Anlage ist, muss es schallisoliert werden.

Müller kann sich vorstellen, dass auch in Höhe Vereinsheim Strom aus Wasserkraft gewonnen werden könnte. Und dann ist da ja noch die Ammer. Vielleicht, so Müller, tut sich ja beim Hochwasserschutz im Süden der Stadt eine Möglichkeit für Wasserkraft auf.

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