Auf diese Weise könnten Werke der „Weilheimer Schule“ inszeniert werden. Der Vorschlag stammt aus dem Entwurf des „Studios Neue Museen“
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Auf diese Weise könnten Werke der „Weilheimer Schule“ inszeniert werden. Der Vorschlag stammt aus dem Entwurf des „Studios Neue Museen“.

Jury kürt Sieger bei Wettbewerb

Weilheimer Stadtmuseum soll deutlich moderner werden

  • Stephanie Uehlein
    VonStephanie Uehlein
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Weilheims Geschichte wird, wenn es alles plangemäß läuft, in ein paar Jahren deutlich moderner und farbenfroher als bisher im Stadtmuseum präsentiert. Das Haus soll grundlegend umgebaut werden. Gestern wurde der Siegerentwurf für die Gestaltung der Dauerausstellung vorgestellt.

Weilheim – In einem Raum mit dunkellila Wänden stehen auf einem von oben beleuchteten Podest Objekte, die von Künstlern der „Weilheimer Schule“ vor Jahrhunderten geschaffen wurden. Besucher erfahren auf Monitoren, die sie entlang des Podests bewegen können, mehr über die Exponate. Das alles und noch viel mehr hat sich das „Studio Neue Museen“ aus Berlin für das Stadtmuseum einfallen lassen. Der Entwurf des Büros setzte sich beim Wettbewerb zur Innenraum-Gestaltung des Hauses klar durch. Die zehnköpfige Jury kürte ihn einstimmig zum Sieger unter den fünf eingereichten Vorschlägen. Das wurde am gestrigen Donnerstag bei einer Pressevorstellung verkündet.

„Sie haben es richtig krachen lassen“

„Sie haben es richtig krachen lassen“, sagte Museumsleiter Tobias Güthner und bezog sich dabei auf das, was sich die Planer für die Abteilung „Weilheimer Schule“ ausgedacht haben. Deren Werke würden laut dem Entwurf richtiggehend inszeniert. Aktuell können sie gar nicht besichtigt werden. Die Dauerausstellung ist – wie berichtet – wegen bautechnischer Probleme und einer fehlenden Baugenehmigung geschlossen.

Bei der Präsentation des Siegerentwurfs: (v.l.) Katrin Fischer, Christian Hörter (2. Vorsitzender beim Förderverein Stadtmuseum), Ragnhild Thieler und Tobias Güthner. 

Doch nicht alles, was das „Studio Neue Museen“ in seinen Entwurf eingearbeitet hat, wird auch 1:1 umgesetzt. Darauf wies Güthner ausdrücklich hin. Auf der Grundlage des Siegerkonzepts werde jedoch weitergearbeitet – in ständigem Kontakt und in Absprache mit dem Büro aus Berlin. Wert gelegt wird laut Güthner bei der Umgestaltung der Räume auch darauf, dass die Besucher nach draußen schauen können – in die Stadt, um die es im Museum geht.

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2019 lief bereits ein Architektenwettbewerb für den Umbau des denkmalgeschützen Gebäudes, in dem früher einmal das Rathaus der Stadt untergebracht war. Es siegte das Büro „Claus und Forster“.

An einer ersten Wettbewerbsrunde zur Innenraum-Gestaltung des Hauses nahmen dann 14 Büros teil, von denen fünf für die zweite Runde ausgewählt wurden. Diese endete am 25. Oktober mit der Sitzung der Jury, zu der auch zwei Vertreter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern gehörten. Organisiert hatte den Wettbewerb das Bauamt der Stadt Weilheim.

Bei der Umsetzung kommt es auf den Haushalt der Stadt an

Bauamts-Vertreterin Katrin Fischer skizzierte auf Nachfrage, wie es in Sachen „Museumsumgestaltung“ weitergehen soll. Sie hoffe, dass die Planungen bis Ende 2022 abgeschlossen sind, sagte die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Sind die Baugenehmigung und die denkmalrechtliche Erlaubnis eingeholt, könne das Projekt 2023 und 2024 umgesetzt werden. Ob dies klappt, hänge aber davon ab, ob entsprechende Mittel im städtischen Haushalt bereitgestellt werden können. Auch Fördergelder sollen für das Vorhaben beantragt werden.

Die Kulturreferentin des Weilheimer Stadtrats und Vorsitzende des Museums-Fördervereins, Ragnhild Thieler, sagte gestern über das Projekt: „Ich bin sehr glücklich, dass es weitergeht.“ Die aktuelle Teilschließung des Museums sein ein großer Verlust für Weilheim.

Die Entwürfe zur Innenraum-Gestaltung des Stadtmuseums sind noch bis Mittwoch, 24. November, im Erdgeschoss des Hauses zu sehen. Alle Büros, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben, legten Vorschläge für die Abteilungen „Weilheimer Schule“ und „Drittes Reich“ vor. Ins Projekt „Museumsumbau“ werden die Bürger über eine Umfrage eingebunden (online unter stadtmuseum-weilheim.de).

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