Der Gastronomiebereich macht Sorgen, wenigstens gibt es im Stadthallensaal Erfreuliches: Decke, Säulen und Kapitelle erstrahlen in zarten „Art déco“-Farben. Bei der Renovierung war die Originalfarbschicht aus Hellrosa und Ocker von 1927 entdeckt worden – so wurde die Decke nun gestrichen. foto: stadt

Stadthalle: Küche ist Knackpunkt

Penzberg - Der Umbau der Penzberger Stadthalle läuft auf Hochtouren. Doch jetzt könnte die Küche das Projekt verzögern.

Derzeit werden Lüftung, Heizung, Sanitär und Elektro in Angriff genommen. Diese Woche sollen die Trockenbauarbeiten starten. Auch der Anbau samt Glasfassade ist im Rohbau fertig. Doch es gibt ein Riesenproblem: Die Planer müssen es schaffen, einen größeren Küchenbereich unterzubringen - ohne auf einen Durchgang von der Gastronomie in die Halle und einen barrierefreien Zugang der Restaurantbesucher zu den Toiletten zu verzichten. Wegen dieser Herausforderung droht sogar eine erneute Verschiebung des Eröffnungstermins. Dies wurde im Bauausschuss deutlich.

Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes läuft seit Sommer 2014. Doch Eröffnungstermin verzögert sich immer wieder. Zuletzt sprach Bürgermeisterin Elke Zehetner von Frühjahr 2017. Die Projektkosten werden auf 7,1 Millionen Euro geschätzt. Doch jetzt zeigt sich: Die Planung für den Gastronomiebereich ist teilweise Makulatur. Das ist das Ergebnis eines „Jour fixe“ mit Vertretern der „Hacker“-Brauerei. Kernaussage: Da die Küche größer werden soll, was rund 500 000 Euro Mehrkosten bedeutet, gibt es erhebliche räumliche Einschränkungen im Gastronomiebereich. Eigentlich sollte dieser über eine „Lärmschleuse“ mit dem großen Saal der Halle verbunden sein, dies ist eine Forderung der Stadt. Zudem ist in der Schleuse ein Aufzug geplant, der einen barrierefreien Zugang zu den Toiletten des Restaurants im Keller ermöglicht. Beides fällt jedoch für Gäste weg, wenn die Küche erweitert wird. Im Bauauschuss gab es dafür Kritik von den Stadträten.

„Das wird die Planungsaufgabe sein“, machte Rathauschefin Zehetner Druck auf Architektenbüro und Fachplaner. Sie verlangte, dass „das Nebeneinander ein tragfähiges ist“. Barrierefreiheit ist für sie oberstes Gebot. Zweite klare Vorgabe der Verwaltung;: „Die Wegebeziehung Stadthalle zum kleinen Saal muss für die Gäste erhalten bleiben“, heißt es. Auch dürfe der Pächter den Durchgang nicht als Zwischenlager verwenden.

Ob angesichts der Neuplanung der Eröffnungstermin im Frühjahr überhaupt eingehalten werden kann, ist ungewiss. „Es muss mit Verzögerungen und Terminverschiebungen gerechnet werden“, räumt das Bauamt in der Tischvorlage ein. Denn: Die Umplanung muss „unter laufender Baustelle“ erfolgen, wie es aus dem Amt hieß. Die Firmen würden noch nach den bisherigen Plänen arbeiten.

Andreas Baar

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