Patrick Jähnichenist Klimaschutzbeauftragter der Stadt Penzberg. archiv wos

"Stadtradeln" wurde ausgebremst

Penzberg - Deutlich weniger Teilnehmer und gefahrene Kilometer als ein Jahr zuvor: Das ist die ernüchternde Bilanz des Penzberger „Stadradelns“.

Im Vergleich zu 2015 schnitt Penzberg beim "Stadtradeln" schlechter ab. Im Rathaus macht man für das Wetter und die Urlaubszeit verantwortlich. Patrick Jähnichen, Klimaschutzbeauftragter der Stadt, muss eine „wenig positive Bilanz“ für die Radlaktion 2016 ziehen. Penzberg hatte bei dem bundesweiten Umweltschutz-Projekt auf zwei Rädern heuer von 1. bis 21. Mai mitgemacht. Für die Stadt war es erst die zweite Auflage. Bei der Premiere im vergangenen Jahr konnte Jähnichen gleich mal gute Zahlen präsentieren: 230 Radler hatten in drei Juni-Wochen stolze 40 186 Kilometer zusammengestrampelt - was einer Kohlendioxid-Ersparnis von 5,8 Tonnen entsprach. Oder umgerechnet: Etwa so viel wie zwei Autos im Jahr ausstoßen, die jeweils 15 000 Kilometer unterwegs sind.

Doch heuer sah es ganz anders aus. Gerade mal 53 Teilnehmer meldeten sich laut Jähnichen fürs „Stadtradeln“ an. Sie fuhren 11 400 Kilometer zusammen. Macht unterm Strich 1,6 bis 1,7 Tonnen Kohlendioxid, die eingespart wurden. Dies sei die Hälfte von der Jahresemmission eines Auto mit 15 000 Kilometer Fahrtleistung, rechnet Jähnichen vor.

Der Klimaschutzbeauftragte ist schon bei der Ursachenforschung für die maue Resonanz. Erste Erklärung: das Wetter. „Der Mai war größtenteils verregnet und nasskalt.“ Zweite Erklärung: der Termin. Heuer hatte sich die Stadt einen früheren Radlstart ausgesucht als ein Jahr zuvor. Und der war zu früh, findet Jähnichen, weil man so in die letzte Woche der Pfingstferien geriet. Da seien vor allem Familien mit Kindern im Urlaub gewesen.

Doch großen Spielraum gab es wohl bei der Zeitplanung nicht: Für die Auftaktveranstaltung habe man sich extra einen besonderen Termin gesucht, um sich mit dem Infostand dranzuhängen, sagt Jähnichen. Die Wahl fiel auf den Maimarkt samt Street-Food-Festival am 1. Mai. Geschuldet war diese Entscheidung den Erfahrungen im Jahr 2015, als es einen einsamen „Stadtradeln“-Infostand in Penzbergs Zentrum gab. „Da war wenig Resonanz“, erinnert sich der Klimaschutzbeautragte.

Bei der Bürgermeisterin herrscht ebenfalls eine gewisse Enttäuschung. Elke Zehetner war selbst mit gutem Beispiel vorangeradelt. Auch Zehetner sieht den Termin als größtes Problem an: „Das war für uns zu früh.“ 2017 jedenfalls will sie die Aktion nach den Pfingsferien haben. Eine Fortsetzung soll es nämlich geben. „Wir wollen das auf jeden Fall weiter behalten“, bekräftigt Zehetner. Das wünscht sich aus der Klimaschutzbeauftragte. Jähnichen sieht das „Stadtradeln“ als wichtiges Instrument, um das Umweltthema im Bewusstsein zu halten. Er nennt es „eine gute Veranstaltung, die sich etabliert hat“. Allerdings müsse man das Fahrrad als Partner realistisch sehen: „Radeln ist wetter- und zeitabhängig.“

Andreas Baar

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