1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim

Medele-Neubau in Weilheim: Geht’s auch mit weniger Fläche?

Erstellt:

Von: Magnus Reitinger

Kommentare

null
So ist der Neubau geplant: Das große Gebäude im Vordergrund ist der Verkaufsraum, dahinter die Werkstätten und das Teilelager. Zur Orientierung: Rechts am Bildrand ist der Baustoffhandel Renner, unten links das Medienhaus mit Tagblatt/Kreisbote. © MedeleSchäfer

Der Weilheimer Stadtrat ist begeistert von den Plänen des heimischen Mercedes-Händlers MedeleSchäfer, am Ostrand der Stadt ein großes „Autohaus der Zukunft“ zu errichten. Doch es kam auch die Forderung auf, bei dem Neubau Fläche zu sparen.

Weilheim – Vor allem Susann Enders goss ein wenig Wasser in den Wein, als das Ratsgremium vergangene Woche die für die Neubaupläne nötigen Änderungen des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes absegnete. Sie freue sich sehr, „dass dieses Unternehmen sich hier entwickeln kann und in Weilheim bleibt“, betonte die Stadträtin und Landtagsabgeordnete der Freien Wähler – schloss jedoch eine Frage an: „Warum soll alles auf einer Ebene sein, mit so großer Flächenversiegelung?“

Wie berichtet, baut MedeleSchäfer sein neues Weilheimer Domizil – das die drei jetzigen Standorte in der Kreisstadt sowie das in Peißenberg untergebrachte „Classic-Center“ in einem großen, „ökonomisch und ökologisch modernen Autohaus“ mit Pkw- und Lkw-Werkstatt bündeln soll – auf einer knapp zwei Hektar großen Wiese zwischen Wiesenweg und Baustoffhandel Renner. Nächstes Frühjahr soll Baubeginn sein, im November 2021 Eröffnung.

15 000 Quadratmeter werden überbaut

Auf Nachfrage von Grünen-Sprecher Alfred Honisch lieferte das Stadtbauamt im Stadtrat nun einige Zahlen nach, die man bei der jüngsten Behandlung im Bauausschuss nicht parat hatte: Insgesamt würden auf dem 19 400 Quadratmeter großen Grundstück mehr als 15 000 Quadratmeter überbaut, sagte Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus. Die geplanten Gebäude des Autohauses umfassen 4980 Quadratmeter (mit Vordach 5622 Quadratmeter), dazu kommen weitere 9937 Quadratmeter versiegelte Fläche, etwa für Parkplätze.

Erschlossen werden soll das neue Autohaus über die Jakob-Steigenberger-Straße, die vor dem Baumarkt Renner von der Deutenhausener Straße abzweigt: „Vorne“ gebe es Kundenparkplätze, „hinten“ Werkstattverkehr, so Stork. Im Grundstücks-Spitz zum Wiesenweg sei als Abschirmung eine „großzügige Grünfläche“ geplant, gleich östlich davon eine Schotterrasenfläche für Mitarbeiterparkplätze.

Susann Enders (FW) hakt nach

Bei aller Freude über das Projekt schickte Susann Enders im Stadtrat die Bitte Richtung Bauherren, „diese Planung zu überdenken“. Es gehe um „größtmögliche Einsparung von versiegelter Fläche“, so die FW-Politikerin: „Ich kann dem nur zustimmen, wenn man auch den ökologischen Aspekt berücksichtigt.“ Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt verteidigte die Antragsteller in diesem Zusammenhang, verwies auf das Gründach samt Photovoltaik-Anlage oder auch die geplante Wärmerückgewinnung: „Die machen sich da viele Gedanken.“

Doch bezüglich des Flächenverbrauchs mahnte auch Michael Lorbacher (SPD): „Der Versiegelungsgrad sollte so gering wie möglich gehalten und im Bebauungsplanverfahren genau beobachtet werden.“ Grünen-Vertreter Honisch formulierte es so: Man fordere hier von Mercedes „nicht nur Exzellenz, was Autobau und Autohäuser angeht, sondern auch Exzellenz in Sachen Grünordnung“.

Ingo Remesch (SPD) lobt sozialen Aspekt

Die nötigen Änderungen im Flächennutzungsplan der Stadt Weilheim sowie im Bebauungsplan „Gewerbegebiet nördlich der Deutenhausener Straße“ hat der Stadtrat freilich einstimmig beschlossen. Man werde im weiteren Verfahren „übers Flächensparen reden“, versprach Bürgermeister Markus Loth (BfW). Auch die Begrünung auf der Nordseite des Areals (Richtung Hardt) müsse „noch intensiver werden“. Ingo Remesch (SPD) verwies indes auf die positiven „sozialen Aspekte“ des Neubaus: „Da sind sehr viele Arbeitsplätze und sehr viele Ausbildungsplätze damit verbunden.“ Es sei „sehr begrüßenswert, dass dieses Unternehmen dadurch in Weilheim bleiben kann“.

Wolfgang Mini (parteilos) nannte das Vorhaben „grundsätzlich erfreulich – auch, weil die nahe Ost-Umfahrung damit unmöglich wird“. Letzteres sieht das für die Umfahrung Weilheim zuständige Staatliche Bauamt allerdings anders. Der Autohaus-Neubau, so zitierte Stork aus einer Stellungnahme von Andreas Lenker (der im Staatlichen Bauamt für die Umgehungsstraße zuständig ist), stelle zwar eine „Engstelle“ im Trassenkorridor dar und der Spielraum für eine ortsnahe Ost-Variante werde dadurch „deutlich geringer“. Dennoch könne auch diese Variante trotz des Neubaus „weiter verfolgt werden“.

Lesen Sie auch: Krumpperplatz in Weilheim: Erneut massive Kritik am Ausmaß der Verdichtung

Auch interessant

Kommentare