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Landkreis

Wie stark ist das Gewerbe im Landkreis?

Lesen Sie alles über aktuelle Zahlen, Daten, Fakten und Prognosen im Sonder-Journal „Gewerbegebiete im Landkreis“, das am Freitag, 31. Mai 2019, erscheint.

Landkreis – In den meisten Branchen des regionalen Handwerks und Gewerbes im Landkreis boomt es seit Jahren. Steigende Zuwachszahlen sind auch beim Blick in die Zukunft zu erwarten. So jedenfalls beurteilen es renommierte Experten der Industrie- und Handelskammer Weilheim, der Kreishandwerkerschaft Oberland sowie der Agentur für Arbeit. Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß ist erfreut und zuversichtlich, dass diese Entwicklung auch in Zukunft anhält. In ihrem Grußwort des Sonder-Journals sagt sie dazu: „Im Landkreis Weilheim-Schongau findet man die ideale Kombination weicher und harter Standortfaktoren vor. Der sehr hohe Wohn- und Freizeitwert sowie das reizvolle Umland ergänzen sich mit der günstigen Verkehrsanbindung und den gewerblichen Flächen. Ein umfassendes schulisches Spektrum ermöglicht gute Ausbildungsbedingungen und somit hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung tun ihr Übriges“.

Mögliches Modell für die Zukunft?

Interkommunale Gewerbegebiete sieht IHK-Geschäftsstellenleiter in Weilheim, Jens Wucherpfennig als mögliche Lösung. „Um dem Gewerbeflächenmangel etwas entgegenzusetzen, schlägt Wucherpfennig vor, dass sich Gemeinden über die Möglichkeit, ein interkommunales Gewerbegebiet zu betreiben, informieren. Beispielhaft nennt er das gemeinsame Gewerbegebiet Achalaich der Stadt Weilheim und der Gemeinde Polling. Wenn sich zwei oder mehrere benachbarte Gemeinden für ein gemeinsames Gewerbegebiet stark machen, ist das eine gute Chance, erfolgreiche und größere Unternehmen am Standort zu halten und damit konsequenterweise auch langfristig Arbeitsplätze zu sichern“, erklärt IHK-Experte.

Impressionen: Gewerbegebiet Weilheim

Zuwachszahlen beim Umsatz und den Beschäftigten

Über erfreuliche Zuwachsraten hat Roland Streim, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Oberland zu berichten. „Das Handwerk im Landkreis Weilheim-Schongau verzeichnete im Jahr 2018 Zuwächse sowohl bei Umsatz als auch Beschäftigten. Die Umsätze kletterten um 6,5 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Damit lag der Handwerksanteil an allen Umsätzen im Landkreis im vergangenen Jahr bei 21,5 Prozent. Die Zahl der Handwerksbetriebe sank um 0,9 Prozent auf 2.575. Bei 20,6 Prozent der Unternehmen in Weilheim-Schongau handelte es sich 2018 um ein selbstständiges Handwerksunternehmen mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und/oder steuerpflichtigem Umsatz. 10.800 Personen waren 2018 im Jahresdurchschnitt im Handwerk beschäftigt. Das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent. Der Anteil des Handwerks an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Landkreises betrug 17 Prozent. In 2019 dürften die Umsätze im Handwerk im Landkreis Weilheim-Schongau um nominal vier Prozent, die Zahl der Beschäftigten im Jahresmittel um etwa 0,5 Prozent zulegen“.

Stefan Zirngibls Wunsch: „Wieder mehr Wertschätzung für Bäcker und Metzger“

Welche Entwicklung wünschen Sie sich für das Handwerk auf dem Land? Diese Frage hat Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl so beantwortet: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Menschen freuen, das nach wie vor alle Handwerke auf dem Land vertreten sind. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen dankbar sind, dass ihre Kinder in der Heimat einen Beruf erlernen können und ihre Zukunft daheim gestalten können. Ich würde mir wünschen, dass weniger Produkte bei den Discountern und Baumärkten gekauft werden und das heimische Handwerk dadurch gestärkt wird. Und ja, ich würde mir wünschen, dass meinen Bäckern und Metzgern wieder mehr Wertschätzung widerfährt und wieder mehr Kinder diese so wichtigen Berufe erlernen.“

Vielfalt macht Auswahl für junge Leute schwieriger

Auch Michael Schankweiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit hat das Gewerbegebiete-Journal mit einem aktuellen Statement als Experte bereichert. „Erfreulicherweise stellt gerade unser Wirtschaftsraum jedes Jahr zahlreiche Ausbildungsstellen zur Verfügung. Die Chancen stehen für die jungen Menschen derzeit sehr gut einen passenden Ausbildungsplatz zu bekommen. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht ein Mangel an Fachkräften, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Viele Unternehmen setzen daher immer mehr auf eine gute Ausbildung, um geeignete Arbeitnehmer im eigenen Haus heranzuziehen.

Um von der günstigen Arbeitsmarktlage auch zu profitieren, müssen sich die Jugendlichen aber rechtzeitig über geeignete Berufe und Ausbildungswege informieren und sich zeitnah für einen Weg entscheiden. Die Vielfalt von Berufen und Ausbildungsgängen sowie die Veränderungen und Anpassungen bei bestehenden und neuen Ausbildungsberufen macht es für junge Menschen allerdings immer schwieriger, sich einen umfassenden und detaillierten Überblick über die verschiedenen Berufsbilder zu verschaffen. Den Jugendlichen fällt es zunehmend schwerer, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und dann die richtige Berufswahl zu treffen.“

Was gibt es sonst noch?

Bei interessanten Interviews zu den Gewerbegebieten ihrer jeweiligen Gemeinde und den Plänen für die Zukunft standen auch Bürgermeister des Landkreises ausführlich Rede und Antwort. Ebenso Josef Albert Schmid, Messe-Organisator der Orla sowie Klimaschutzmanagerin Judith Dangel vom Landratsamt Weilheim. Dort gibt es auch einen neuen Wirtschaftsförderer und Wirtschaftsreferenten: Martin Weidehaas stellt sich vor. Spannend für junge Frauen und Männer in der Region: Ausbildungsberufe, die ihnen gefallen könnten und ein Rückblick zur Jobmesse 2019 in Weilheim. Passend dazu gibt es jetzt den neuen Ausbildungskompass für Schüler, Schulen, Eltern und Ausbildungsbetriebe. Wissenswertes über seine Branche erzählt im Interview Spenglermeister Peter Reicheneder.

Alles nachzulesen im Gewerbegebiete-Journal am Freitag, 31. Mai, in Ihrer Heimatzeitung. Natürlich auch online!

BK

Gabriela Königbauer

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