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CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und Thomas Rößle nach ihrem „Bierdimpfl“-Auftritt.

Starkbierfest der örtlichen CSU

„Vanni Langstrumpf“ regiert Peißenberg

Einen neuen Schankkellner, einen neuen Bierdimpfl, den Premierenauftritt vom „Grub’n- Schorsch“ und als Hauptakt die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle – all das bekamen die Besucher beim Starkbierfest der Peißenberger CSU geboten.

Peißenberg– Jedes Jahr aufs Neue: Wenn die Peißenberger CSU zu ihrem Starkbierfest einlädt, dann ist der große Saal im Gasthof „Zur Post“ bereits lange vor Veranstaltungsbeginn rappelvoll. Das Starkbierspektakel zieht nach wie vor die Massen an.

Doch am Samstag-Abend saß die Salvatorgemeinde zunächst einmal auf dem Trockenen. Der langgediente Schankkellner, Alexander Dobrindt, hatte unverrichteter Dinge sein Amt niedergelegt: „Es wird Zeit, dass ein anderer beweist, dass er es kann. Mit mir braucht Ihr heuer nicht mehr zu rechnen“, verkündete der CSU-Spitzenpolitiker. Als Ersatz musste kurzfristig der überzeugte „Wassertrinker“ Frank Zellner einspringen.

Das konnte nicht gut gehen: Sage und schreibe acht Schläge brauchte der CSU-Ortverbandschef, bis das Salvatorfass angezapft war. Die Kommentare fielen entsprechend kritisch aus: „Auf der Wiesn hätte er damit keine Chance“, sagte schmunzelnd ein Mitglied der Knappschaftskapelle, die den Abend musikalisch umrahmte. Alles in allem bot das Starkbierfest über drei Stunden hinweg nette Unterhaltung – wobei das kommunalpolitische Geschehen teilweise durchaus tiefgründiger und feinsinniger hätte seziert werden können. So manche Steilvorlage blieb damit ungenutzt.

Einmarsch der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle in den voll besetzten Saal.

Den Anfang des Derbleckens machte der „Grub’n-Schorsch“ alias Johnny Birkner. Wie es sich für einen gestandenen Bergmann gehört, fiel die Rhetorik etwas hemdsärmeliger aus. Der „Schorsch“ sinnierte zum Beispiel über die „Rigi-Rutsch’n“ („Ja, die verursacht Kosten. Des konn ma irgendwann nimmer stemma“) und den vermeintlichen Brandstifter, der vom Gemeinderat „losgeschickt“ worden sei: „Aber der Zipfel hat des verkehrte Gebäude o’zunden. Eigentlich hätt’ des Eisstadion weg müssen. De 150 000 Euro für den neuen Zamboni hätt’ ma dann nimmer zoin brauchen und die laufenden Nebenkosten a ned.“

Der „Grub’n-Schorsch“ zeichnete zudem eine Zukunftsvision, wie Peißenberg in ein paar Jahren aussehen wird: Der nördliche Teil der Bergehalde sei dann komplett abgetragen und stattdessen würden Hochhäuser das Ortsbild prägen. Die Skyline werde so hoch, „dass ma auf’n Hohenpeißenberg runterspucken kann“.

Rößle und Dobrindt als Duo

Mit Thomas Rößle als neuem Bierdimpfl-Partner enterte Alexander Dobrindt die Bühne. Das Duo schwadronierte genüsslich über die Bürgermeisterkandidaten-Kür bei der SPD. Die soll in einem italienischen Restaurant über die Bühne gegangen sein – mit einem altbekannten SPD-Granden: „Dunkle Gestalten saßen an einem Tisch. Das Licht war gedämpft, nur der kahle Kopf einer Person glänzte aus dem düsteren Kerzenschein“, erzählte „Bierdimpfl Dobrindt“. Sein Name sei „Hansi“ gewesen (Anspielung auf Hans Streicher; Anm. d. Red.). Er habe mit eindringlicher Stimme einen Appell an seinen Schwager gerichtet: „Eh, Roberto (gemeint ist SPD-Bürgermeisterkandidat Robert Halbritter; Anm. d. Red.), Du musst die Ehre der Familia wiederherstellen. Der Patrone muss wieder zurück in die Unterbau-Strada.“

Über den Namen des CSU-Bürgermeister-Kandidaten verrieten die Bierdimpfl nichts. Allerdings beschäftigte sie die Frage, ob der „brave“ Frank Zellner geeignet wäre? „Ja, eigentlich schon, aber medial halt ganz schwierig“, so Dobrindts zwiespältiges Urteil. Ähnlich sah es „Bierdimpfl Rößle“: „Ja, eben medial ganz schwierig, keine Skandale. Dem traut man nicht mal zu, dass er seine Hundshütten schwarz baut.“ Die meisten Lacher heimste die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle ein. Dirigent Jürgen Fischer und seine Truppe gaben unter anderem bekannte Kinderlieder zum Besten, die auf „Peißenberger Versionen“ umgetextet wurden. Der „Pippi“-Song war für die Bürgermeisterin respektive „Vanni Langstrumpf“ reserviert: „Hey, Manuela Vanni, sie macht, was ihr gefällt – und kriegt dafür auch noch Geld.“ Auch verlas Fischer „öffentliche Bekanntmachungen“ aus dem Rathaus – unter anderem ein Verbotserlass für Rutschen an Kinderspielplätzen – weil: „Den Kindern soll nicht so schnell vermittelt werden, dass es in Peißenberg bergab geht.“

Bernhard Jepsen

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