Bei Bauarbeiten an der Ufermauer in Seeshaupt stießen die Arbeiter auf eine Phosphorgranate. Das Areal ist weiträumig abgesperrt.
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Bei Bauarbeiten an der Ufermauer in Seeshaupt stießen die Arbeiter auf eine Phosphorgranate. Das Areal ist weiträumig abgesperrt.

Kampfmittelräumdienst im Einsatz

Baggerfahrer stößt auf Granate im Starnberger See - weitere Munition gefunden

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  • Franziska Florian
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Alarm in Seeshaupt: An der Uferpromenade des Starnberger Sees wurde eine Phosphorgranate gefunden. Sie explodierte beim Kontakt mit einer Baggerschaufel. Der Badebereich ist mittlerweile wieder freigegeben.

  • Alarm in Seeshaupt bei Weilheim.
  • An der Uferpromenade wurde eine Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.
  • Sie löste beim Kontakt mit der Baggerschaufel aus.
  • Nach mehr als vier Wochen ist der Badebereich nun wieder freigegeben
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Update, 7. September, 17.36 Uhr: Der Badeplatz am Starnberger See in Seeshaupt ist wieder freigegeben worden. Es wurden beim Absuchen auch weitere Munitionsteile gefunden. Das teilte das Landratsamt Starnberg, das für das gesamte Gebiet des Starnberger Sees und die dazugehörigen Uferbereiche zuständig ist, auf Nachfrage der Heimatzeitung mit.

Bereits Ende Juli wurde eine amerikanische Phosphorgranate bei Arbeiten an der Ufermauer des Starnberger Sees in Seeshaupt entdeckt. Das Landratsamt Starnberg hatte längere Zeit keine Firma gefunden, die das Gebiet nach weiteren Munitionsresten absucht (wir berichteten). Doch vor zwei Wochen fand sich endlich eine Firma für die Arbeiten, wie Barbara Beck, Pressesprecherin des Landratsamtes Starnberg, sagte.

Nach der ersten Vorsondierung wurden mehrere „neuralgische Punkte ausgemacht“, sagte Beck. Nach weiteren Untersuchungen dieser Gebiete sei dabei neben Metallschrott auch weitere Munition gefunden worden. Doch das sei kein Grund zur Sorge: „Das ist ausgeräumt worden und wir konnten den Bereich bereits am Freitag wieder freigeben“, sagte Beck.

Baggerfahrer stößt auf Granate: Badebereich weiterhin gesperrt

Update 12. August, 17.38 Uhr: Auch zwei Wochen nach dem Fund einer amerikanischen Phosphorgranate bei Arbeiten an der Ufermauer des Starnberger Sees in Seeshaupt ist der Badebereich immer noch gesperrt. Grund ist, dass das Landratsamt Starnberg, das für das gesamte Gebiet und den Uferbereich des Starnberger Sees zuständig ist, keine Firma findet, die den Bereich auf mögliche weitere Munitionsreste absucht.

Wie die Pressesprecherin des Landratsamtes Starnberg, Barbara Beck, gestern mitteilte, sei eine Auflage des Kampfmittelräumdienstes nach dem Fund der Granate gewesen, dass der Uferbereich im Umkreis von 50 Metern genau untersucht werden muss. „Leichter gesagt als getan“, seufzte Beck auf Anfrage des Weilheimer Tagblatts. Zahlreiche Firmen habe man angefragt, eine davon habe überhaupt Zeit. Und dann erst ab dem 31. August. Die Kampfmittelräumer von Polizei und Bundeswehr hätten gar keine freien Kapazitäten, berichtete sie weiter.

So werde der Badebereich rund um die Fundstelle, an der bei Baggerarbeiten eine Phosphorgranate unter Wasser auslöste (wir berichteten), wohl noch für einige Wochen gesperrt bleiben. Eine Sperrung, die auch regelmäßig kontrolliert wird. So fährt die Wasserschutzpolizei regelmäßig Streife, um sicherzustellen, dass sich in dem Bereich niemand aufhält. Beck betonte, dass die Bayerische Seenschifffahrt nicht von der Sperrung betroffen ist. Der Steg werde ganz normal angefahren.

Update 16.41 Uhr: Radu Firoiu, Zahnarzt und Inhaber einer Praxis an der Weilheimer-/St. Heinrich-Straße in Seeshaupt, ist die Ruhe in Person. Sicher, draußen vor der Tür, sperrt die Polizei gerade die Straße ab, weil um die Ecke eine amerikanische Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert ist. Aber drinnen, bei ihm auf dem Stuhl, da sitzt ein Patient und der muss behandelt werden. Wenig später, der Patient ist sicher auf dem Heimweg, steht Firoui vor dem Haus und beobachtet das Geschehen. Seine Assistentin Monja Maier hat die Lage im Griff. Sie hat den anderen Patienten, die an diesem Vormittag einen Termin hatten, Bescheid gegeben, dass die Praxis nicht erreicht werden kann. Sie hat mit der anderen Zahnärztin aus der Praxis telefoniert, die gerade auf Hausbesuch war und dann nicht mehr durchkam auf dem Weg zu Praxis.

Die Rettungskräfte riegelten den Bereich um den Fundort ab.

Polizei und Feuerwehr haben zwischenzeitlich den Fundort der Phosphorgranate weiträumig abgeriegelt. Das Polizeipräsidium in Rosenheim bestätigt, was Maja Maier bereits berichtet hat: Bei den Bauarbeiten an der Ufermauer in direkter Nähe des Stegs hat gegen 9.15 Uhr ein Baggerfahrer eine amerikanische Phosphorgranate ausgegraben – keine Fliegerbombe, wie es zunächst hieß. Glücklicherweise befand sich die Granate unter Wasser, als sie auslöste. Deswegen rauchte sie nur kurz und brannte aus. Verletzt wurde dabei niemand, die Bauarbeiter kamen mit dem Schrecken davon, wurden aber dennoch genau untersucht.

Phosphorbombe in Seeshaupt: 30 Anwohner evakuiert - „Durfte nicht mal die Fenster zumachen“

Derweil versuchen Polizei und Feuerwehr – neben den Kameraden aus Seeshaupt sind auch die Magnetsrieder und Bernrieder vor Ort –, Ordnung ins Verkehrschaos zu bringen, während alle auf das Eintreffen des Kampfmittelräumdienstes warten. Nicht so leicht an einem sonnigen Tag am Starnberger See. Ein dicker SUV fährt beinahe einen Polizisten über den Haufen, zahlreiche Lieferfahrzeuge versuchen, sich irgendwie an den Absperrungen vorbei zu mogeln. Aber Sicherheit geht vor – im Umkreis von 150 Metern um den Fundort darf sich niemand aufhalten, der nicht unbedingt muss.

Zahlreiche Feuerwehren aus dem Umkreis waren im Einsatz.

Elena Müller schaut derweil sorgenvoll drein. Direkt vor ihrem Haus wurde die Granate gefunden, sie musste umgehend raus und wartet nun vor dem Bäckerladen: „Nicht mal die Fenster durfte ich zumachen“, sagt sie. Aber die Sicherheit geht vor. Ein bisschen mulmig ist ihr schon. Seit Wochen laufen die Arbeiten an der Ufermauer, immer wieder habe ihr baggerbegeisterter Bub die Bauarbeiter beobachtet. Heute zum Glück nicht. Insgesamt werden rund 30 Anwohner vorsorglich evakuiert.

Seeshaupt am Starnberger See: Baggerfahrer hatte ein Riesenglück, dass Granate unter Wasser auslöste

Die Zeit verstreicht, die DLRG Wasserrettung Seeshaupt errichtet auf dem Wasser eine Sperrung rund um die Fundstelle. Der Dampferverkehr der Bayerischen Seenschiffahrt wird eingestellt.

Gegen Mittag treffen die Kampfmittelräumer am Fundort ein. Sie prüfen sorgfältig die Granate und geben dann Entwarnung: Eigentlich hat die Phosphorgranate einen Wirkungskreis von rund 30 Metern um den Ort der Zündung. Erfolgt diese Zündung an der Luft, kann das Phosphor schwere Verbrennungen auslösen. Da die Granate aber unter Wasser zündete, konnte sich die Wirkung nicht entfalten. Die ausgebrannte und ungefährliche Granate wird abtransportiert und anschließend professionell entsorgt. Polizei und Rettungskräfte heben die Straßensperrungen auf und rücken ab. Der Spuk ist vorbei, der Baggerfahrer hatte einen Schutzengel.

Wie das Polizeipräsidium Rosenheim gestern auf Anfrage mitteilte, muss nun auch der Abraum, der bei der Sanierung der Ufermauer anfiel und bereits abtransportiert wurde, noch einmal genau untersucht werden. Auch der Badebereich am Seeufer des Starnberger Sees bleibt nach Angaben der Polizeiinspektion Penzberg bis auf Weiteres gesperrt. Er soll zur Minimierung weiterer Gefahren durch eine Spezialfirma abgesucht werden.

Phosphorbombe im Starnberger See: Explosion bereits im Wasser - riesiges Glück für den Baggerfahrer

Update 13.30 Uhr: Das Polizeipräsidium Rosenheim teilt mit, dass der Einsatz erfolgreich abgeschlossen wurde. Demnach sei die amerikanische Phosphor-Blendgranate bereits beim Kontakt mit dem Bagger explodiert. Die Kampfmittelräumer hätten nur noch überprüft, ob die Granate vollständig explodiert sei. Als sich dies bestätigte, wurde sie geborgen und abtransportiert. Sukzessive werden jetzt die Rettungskräfte abgezogen und die Straßen wieder für den Verkehr freigegeben. „Für uns ist der Einsatz somit beendet", hieß es gerade dazu vom Polizeipräsidium Rosenheim.

Update 12.20 Uhr: Wie das Polizeipräsidium Rosenheim berichtet, sind die Experten vom Kampfmittelräumdienst mittlerweile vor Ort eingetroffen und haben ihre Arbeit aufgenommen.

Phosphorbombe in Seeshaupt entdeckt: Evakuierung an der Uferpromenade - mehrere Feuerwehren im Einsatz

Update, 12 Uhr: Derweil wurden bislang nur die Wohnungen in direkter Nähe des Fundortes evakuiert. Eine Betroffene berichtet, dass sie noch nicht einmal zurück in die Wohnung durfte, um die Fenster zu schließen. Der Bäcker und die Zahnarztpraxis in der Nähe sind aber noch nicht geschlossen. Allerdings kommen weder die Patienten noch eine Zahnärztin, die gerade auf Hausbesuch war, bis zur Praxis durch. Währenddessen haben Polizei und Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun, um den Verkehr in geordneten Bahnen zu halten. Die Autos rollen nur zwischen Iffeldorf und Weilheim, die Straße durch den Ort in Richtung St. Heinrich ist komplett abgeriegelt.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr Seeshaupt sind auch die Wehren aus Magnetsried und Bernried im Einsatz. Dazu kommen ein Großaufgebot Polizei, die Wasserwacht und die Wasserschutzpolizei.

Einsatzkräfte sperren das Gelände am Seeufer um die Fundestelle großräumig ab.

Am Starnberger See: Baggerfahrer stößt auf Bombe und löst unbemerkt Explosion aus

Update, 11.47 Uhr: Obwohl das Gelände weiträumig abgesperrt ist, dringen langsam die ersten Informationen durch: Seit mehreren Wochen wird an der Ufermauer in direkter Nähe des Stegs in Seeshaupt gearbeitet. Ein Baggerfahrer stieß heute zwischen 9 und 9.30 Uhr nach unbestätigten Informationen im Rahmen dieser Arbeiten auf eine rund 30 Zentimeter lange Phosphorgranate. Diese löste sich aus dem Erdreich und soll teilweise im Wasser liegen. Dabei trat offenbar Phosphor aus. Augenzeugen berichteten, dass Steine plötzlich angefangen haben zu rauchen, nachdem sie mit der Chemikalie in Kontakt kamen. Die Bauarbeiter, die Polizei und Feuerwehr alarmiert hatten, sollen vorsorglich ärztlich untersucht worden sein. Vor Ort wartet man weiter auf das Eintreffen der Bombenentschärfer.

Derweil werden Erinnerungen wach: Vor rund zwei Jahren wurde bei Bauarbeiten in Bahnhofsnähe in Weilheim eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Für ihre Entschärfung mussten weite Teile der Innenstadt evakuiert werden. Wir berichteten damals in einem Liveticker.

Update, 11.01 Uhr: Die Entschärfer sind auf dem Weg. Das Gelände wurde großräumig abgesperrt. Der Schiffsverkehr ist weiterhin eingestellt.

Erstemeldung vom 29. Juli, 10.01 Uhr: Seeshaupt - Am Mittwoch (29. Juli) wurde an der Uferpromenade in Seeshaupt im Landkreis Weilheim-Schongau eine Bombe gefunden. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, wurde der Schiffsverkehr bereits eingestellt, das Gebiet wird großräumig abgesperrt. Ein Entschärfungskommando wurde zum Ort des Geschehenes berufen.

An der Uferpromenade in Seeshaupt wurde eine Bombe gefunden. (Symbolbild)

Weitere Infos folgen in Kürze.

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