Aus dem Gericht

Streit ums Geld lief aus dem Ruder

Huglfing - Ein 15-Jähriger hatte seinen Freund verprügelt, weil der seine Schulden nicht beglich.  Dafür wurde er jetzt verurteilt.

Er hatte seinem Freund 35 Euro geliehen, angeblich für eine Geburtstagsfeier. „Ich denke hier aber nicht an Leberkässemmeln“, so Richter Michael Eberle, der laut eigenem Bekunden dabei eher an Geld für Drogen dachte. Der 15-jährige Angeklagte hatte sich aber nicht wegen einer Drogengeschichte vor dem Amtsgericht Weilheim zu verantworten.

Der Lehrling wollte sein Geld am nächsten Tag wie versprochen zurückhaben. Seine Forderung lief aber aus dem Ruder. Mit zwei Freunden fuhr der Angeklagte am Tattag nach Huglfing. Dort vermutete er besagten Freund. Er traf tatsächlich den 18-Jährigen bei dessen Freundin an und bat ihn nach draußen. „Ich wollte eigentlich nur mit ihm reden und das Geld zurück“, sagte der Jugendliche. Aber der 18-Jährige weigerte sich, das Geld zurückzugeben und der Angeklagte wurde nun rabiat. Bei der folgenden Rangelei stürzten beide zu Boden. Der 18-Jährige verletzte sich dabei nicht unerheblich an der Schulter, eine Läsion, die ihn für sechs Wochen arbeitsunfähig machte. Des Weiteren fixierte der Angeklagte den am Boden liegenden Mann und forderte einen seiner dabeistehenden Freunde auf, die Taschen des 18-Jährigen nach Geld zu durchsuchen. Welcher von den beiden das dann auch tat, konnte erst bei einer Gegenüberstellung vor Gericht geklärt werden.

So wurde einwandfrei festgestellt, dass der auch auf der Anklagebank sitzende 19-Jährige nicht derjenige war, der die Taschen untersucht hatte. Er wurde freigesprochen. Nach der Tat entschuldigte sich der Angeklagte bei dem Geschädigten. Dieser gab das Geld zurück, erstattete jedoch Anzeige wegen Körperverletzung.

Richter Michael Eberle verhängte einen Freizeitarrest, die niedrigste Form eines Jugendarrestes. Ein Wochenende muss der 15-Jährige nun absitzen. Außerdem muss er innerhalb von vier Wochen ein Antiaggressionstraining absolvieren und dafür einen Kostenanteil von 100 Euro an „Die Brücke“ zahlen. Zusätzlich setzte der Richter ein vorläufiges Schmerzensgeld von 600 Euro an. Aber es wird noch etwas auf den jungen Mann zukommen. Eberle verordnete dem jungen Mann ein Drogenscreening, das innerhalb von fünf Monaten überraschend durchgeführt wird. „Hier sind doch auch irgendwie Drogen im Spiel.“

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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