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Auslöser des Streits: Die Stopp-Schilder am Hörnle.

DAV vs. Bad Kohlgrub

Schilder-Streit am Peißenberger Hausberg

Peißenberg - Es gibt Ärger um den Peißenberger Hausberg - das Hörnle. Die Gemeinde Bad Kohlgrub will eine Tourenroute sperren, die DAV-Sektion wehrt sich dagegen.

Das Hörnle ist irgendwie es auch ein Peißenberger Hausberg. An der Südflanke betreibt die örtliche Alpenvereinssektion schließlich schon seit 1950 ihre Hütte. Für Skitourengeher gibt es sogar einen „Geheimtipp“: Den Aufstieg über den Elmauberg zum Hinteren Hörnle. Die Route sorgt in der Gemeinde Bad Kohlgrub allerdings schon seit längerem für Unmut: Waldbesitzer und Jagdpächter pochen vehement auf den Naturschutz, eine gütliche Einigung mit den Tourengehern gab es bislang nicht. Stattdessen verhärten sich die Fronten immer weiter: Derzeit sind an der Forstwegabzweigung östlich der Rodelbahn wieder gelbe Stoppschilder aufgestellt, die den Zugang zum Elmauberg verhindern sollen – zu unrecht, wie Fritz Dirschowski, der ehemalige Sektionschef des Peißenberger Alpenvereins

kritisiert.

Ex-DAV-Chef: "Hier glaubt eine kleine Minderheit, Rechtsprechung zu schaffen

Eine Route sorgt für Ärger: Die Gemeinde Bad Kohlgrub will den Aufstieg zum Hinteren Hörnle via Elmauberg (rote Linie) unbedingt verhindern.

„Hier glaubt eine kleine Bad Kohlgruber Minderheit, eine eigene Rechtsprechung zuschaffen,“, ärgert sich Dirschowski und verweist auf das gesetzlich verankerte „freie Betretungsrecht in die Natur“. Von Wandertourismus am Elmauberg könne zudem keine Rede sein: „Es gehen dort wirklich nur sehr wenige Leute. Das ist ein total ruhiger Weg.“ Was Dirschowski zusätzlich auf die Palme bringt: Die Stoppschilder hat ursprünglich der Deutsche Alpenverein (DAV) anfertigen lassen. Sie sollten eigentlich den Zugang in das unterhalb der Forststraße ausgewiesene Wald- und Wildschongebiet verhindern, nicht aber den Forstweg selbst und den Elmauberg sperren. Die mit dem DAV-Logo versehenen Schilder seien dann aber „zweckentfremdet“ und nicht an den vereinbarten Stellen platziert worden. Doch damit nicht genug: Anfang Januar hat der Alpenverein erfahren, dass die DAV-Schilder auch in diesem Winter zur Sperrung der Forststraße verwendet wurden – einziger Unterschied: Das DAV-Logo wurde dieses Mal geschwärzt. Dirschowskis Fazit: „Eigentlich wollte ich nicht an die Öffentlichkeit gehen - es soll ja ein ruhiges Gebiet bleiben.“ Die Tourengeher aber einfach aussperren zu wollen, „das geht so nicht.“

Der Übeltäter: Bad Kohlgrubs Bürgermeister

Aufgestellt wurden die Schilder übrigens vom Bad Kohlgruber Bauhof. Bürgermeister Karl-Heinz Reichert hat zwar inzwischen veranlasst, dass sie entfernt werden – allerdings: „Wir werden danach eigene Schilder aufstellen,“, so der Rathauschef auf Nachfrage. Über die Beschwerden aus den Reihen des Alpenvereins ist Reichert mächtig angesäuert – auch deshalb, weil mit ihm persönlich noch nicht über die Angelegenheit gesprochen worden sei, wie er behauptet: „Da hatte bislang keiner den Arsch in der Hose, um in meinem Büro aufzutauchen.“

Der Forstweg und die Elmaubergroute würden über privaten Grundbesitz verlaufen, „und die Eigentümer möchten nicht, dass dort jemand geht“, erklärt Reichert – und: „Das Hörnle ist so groß und hat so viele Wege, da kann man das doch bitte respektieren.“ Zuwiderhandlungen seien vergleichbar mit „Landfriedensbruch“, sagt Reichert, auch wenn er einräumt, dass die Gemeinde selbst keine Rechte geltend machen könne. In Richtung DAV Peißenberg gibt er eine klare Ansage: „Ich will nicht nachtragend sein, aber man trifft sich immer zweimal im Leben.“

Bernhard Jepsen

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