Bunt gemischt war das Publikum bei „Jetzt red’n mia“. Anwohner wie Lokalpolitiker waren zu dem CSU-Bürgerforum gekommen. Am Mikro Grünen-Stadtrat Alfred Honisch, der in der Au lebt und den Bahn-Halt kritisch sieht. Foto: ralf ruder

Streit um neuen Bahn-Halt "Weilheim-Süd"

Weilheim - Bei „Jetzt red’n mia“ prallten die Ansichten der Gegner, das sind allem die Anwohnern in der der Au, und den Befürwortern von „Pro Bahn“ aufeinander.

Der Stadtrat wird sich nicht wie geplant am morgigen Donnerstag mit dem Thema „Neuer Bahn-Halt im Weilheimer Süden“ befassen. Weil noch Informationen von der Bahn fehlen, wurde das Thema vertagt. Die Weilheimer CSU machte sich bei „Jetzt red’n mia“ im „Blu“ derweil ein Bild von den weit auseinandergehenden Meinungen zu dem Vorhaben: Auf der einen Seite stehen vor allem Anwohner, die den Bahn-Halt rundweg ablehnen, auf der anderen der Fahrgastverband „Pro Bahn“, der darin einen großen Gewinn für Weilheim, aber auch die Bahnstrecke Weilheim-Schongau sieht. Von „Pro Bahn“ stammt der Kompromissvorschlag, wonach der Bahn-Halt im Zwickel der beiden Bahnlinien und nicht mehr zur Au hin liegt. „So wird ein Schuh daraus“, sagte Norbert Moy von „Pro Bahn“. Es dürfe nicht nur an die Leute gedacht werden, die von Weilheim wegfahren wollen, sondern vor allem an die, die nach Weilheim kommen. Moy: „Die brauchen kurze Wege vor Ort“.

Au-Bewohner dagegen fürchten Lärm durch bremsende und anfahrende Züge, Vandalismus, „zwielichtige Typen“, die am neuen Bahnsteig Alkohol trinken und grölen, zunehmenden Autoverkehr und zugeparkte Straßen. Zudem sehen sie Gefahren auf dem Weg in den Trifthof beim Überqueren der Gleise. Ein Vorschlag aus Reihen der Anwohner: Das Geld sollte lieber in den Ausbau des bestehenden Bahnhofs gesteckt werden. Laut Dr. Matthias Wiegner, Landesvorsitzender von „Pro Bahn“, ist dieser fix: Im Sommer werde mit den Arbeiten begonnen.

Am Gymnasium Weilheim kommen von rund 700 Fahrschülern 43 mit dem Zug, von den 350 aus dem Raum Peißenberg sind es zehn, so Schulleiter Herrmann Summer. „Die anderen fahren alle mit dem Bus.“ An der Realschule nahm Schülersprecherin Luise Kwak mit ihren Mitstreitern eine Befragung vor: Von 744 Schülern nahmen 513 daran teil, nur 147 würden den Bahn-Halt begrüßen. Diese Zahlen wollte Grünen-Stadtrat Dr. Eckart Stüber so nicht stehen lassen. Man hätte nur die Betroffenen befragen dürfen, sagte er.

Für Dietmar Ahl von der Firma „Bechtold“ im Trifthof stellt sich die Situation so dar. „Wir könnten einen Haltepunkt schaffen, der sich entwickelt“, sagte er, „die Vorteile sind klar zu sehen“. Von den 90 Mitarbeitern von „Bechtold“ wäre der Bahn-Halt für 45 eine „sehr gute Lösung“. Insgesamt gibt es seinen Worten nach 120 Unternehmen im Trifthof.

Grünen-Stadtrat Alfred Honisch, der dem Bahn-Halt kritisch gegenübersteht, sieht vor einer Entscheidung die Bahn am Zug. Sie müsse sich zu den Fragen „Erschließung“ und „Parkplätze“ äußern. Weilheims CSU-Chef Frank Dittmann sah nach der Debatte die „Zwickellösung“ als guten Vorschlag, meinte aber auch: „Wir brauchen belastbare Zahlen“. gre

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