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Gebrauchtes ist gefragt, die Auswahl ist groß: Der Familienverband Weilheim betreibt unter der Jahnhalle seine „Kleiderkammer“. Rechts im Bild: Ilse Abt.

Kleiderkammer des Familienverbands

„Super, dass es solche Einrichtungen gibt“

Weilheim - Der Zulauf zur „Kleiderkammer“ des Familienverbandes wird größer – Meist kommen etwa 20 bis 30 Besucher

 Eine quirlige Frau kassiert das Geld für zwei Paar Schuhe und eine Hose, die ein Mann kaufen möchte. „Fünf Euro macht das, bitte“, sagt Ilse Abt (61). Sie ist eine von sieben Mitarbeiterinnen, die sich ehrenamtlich für die „Kleiderkammer“ des Familienverbands Weilheim engagieren. Unter der Jahnhalle hat diese ihren Platz. Links und rechts sind Regale voll mit Klamotten. Von Hemden über Jacken und Hosen bis zu Schlafanzügen ist alles dabei. Die Preise sind erschwinglich und werden je nach Zustand von den Mitarbeiterinnen bestimmt. Besucher, die einen Pass der „Weilheimer Tafel“ haben oder Mitglied beim Familienverband sind, zahlen den halben Preis. Der Zulauf nimmt laut Abt zu. Meist kämen pro Öffnungstag etwa 20 bis 30 Besucher – überwiegend mit kleinerem Geldbeutel. Senioren nutzen den Secondhand genauso wie Familien mit Kindern.

„Ich finde es super, dass es solche Einrichtungen gibt. Es ist eine gute Möglichkeit, günstig einzukaufen“, sagt eine alleinerziehende Mutter aus Polling. Ihre Tochter hat sich für drei Kinderbücher entschieden, die es aus einem Regal hinter der Kasse ausgesucht hat. Aufgebaut ist die „Kleiderkammer“ wie ein Geschäft: ein Raum mit Frauen-, ein weiterer mit Männerkleidung und ein Bereich mit Kinderklamotten. Auch gibt es eine kleine Abteilung mit anderen Artikeln wie Gläsern und Kerzen. Die Waren sind gespendet.

Viele Menschen geben Spenden ab, wie Abt erklärt. Die Helferinnen haben eine Menge Arbeit, die – teils säckeweise angelieferte – Ware zu sortieren. Diemud Coppola freut sich, dass ihre Kleidung weiter verwendet wird: „Ich bin froh, wenn ich meine Sachen irgendwo abgeben kann.“ Auf die Frage, ob die abgelieferte Kleidung eine bestimmte Qualität haben muss, antwortet Helferin Marlene Langer (56): Bei einer Spende solle man bedenken, „ob man die Kleider auch noch selbst anziehen würde“. Und Abt sagt: „Wenn wir Markenkleidung geliefert bekommen, ist es natürlich super. Man ist ja immer scharf darauf, dass was Gutes verkauft werden kann.“

Von der „Kleiderkammer“ profitieren nicht nur die Einkäufer: Die Erlöse gehen eins zu eins an den Familienverband, der damit etwa sozialschwachen Familien vergünstigte Ausflüge ermöglicht.

Geöffnet

ist die Kleiderkammer mittwochs von 9 bis 11 Uhr und am zweiten Freitag jedes Monats von 14 bis 17 Uhr.

Saskia Kraus/Julia Mähler

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