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Flüchtlingsmädchen Ola Abuhajeb (Mitte) mit (v.l.) Bruder Afif und Schwester Manar, Maria Mayr (Unterstützerkreis) und Bürgermeister Georg Leis.

„Landlust“ mit Ausstellung

Syrerin (14) setzt besonderen Akzent

Eberfing - Eine Besonderheit hat es am Samstag bei der vierten Auflage der Verkaufsschau „Landlust“ in Eberfing gegeben: Eine 14-jährige Syrerin stellte Bilder aus – mit ihrer Malerei versucht sie, die Erlebnisse ihrer Flucht zu verarbeiten.

Noch bevor Eberfings Bürgermeister Georg Leis die Ausstellung eröffnete, drängten sich bereits viele Besucher durch die Reihen der insgesamt 29 Stände. Es gab allerhand zu bestaunen und zu kaufen: Blumen-Gestecke und Weihnachtsdekoration genauso wie Trachtenartikel, Kerzen, Schmuck und Honig.

Etwas Besonderes waren die Bilder der jungen Syrerin Ola Abuhajeb. Die 14-Jährige versucht, mit der Malerei ihre Flucht zu verarbeiten. Ola lebt mit ihren drei Geschwistern und ihrer Mutter seit vier Wochen in Eberfing, der Vater ist in Peiting zu Hause und kommt die Familie oft besuchen. Die Bilder sind teils in Schwarzweiß, aber auch bunte Palmen und Vögel brachte das Mädchen zu Papier. Die Bilder zeigte Ola, die erst in Deutschland zu malen begann, bereits in Rheinfelden, wo sie nach ihrer Flucht mit der Familie in einem Camp mit 200 Flüchtlingen lebte.

„Wir waren insgesamt vier Tage auf dem Schiff, kamen über Griechenland, Makedonien, Serbien, Slowenien nach Deutschland“, erzählt Bruder Afif, der schon sehr gut deutsch spricht. 14 Tage war die Familie anschließend mit dem Zug oder zu Fuß unterwegs, bis sie in Deutschland ankam. Jetzt ist sie ein Jahr hier. Ola geht auf die Mittelschule, ihre Schwester Manar (17) besucht die Berufsschule und der Bruder einen Integrationskurs in Weilheim. Betreut werden sie vom Unterstützerkreis.

Seit vier Jahren organisieren Evelyn und Martin Nunn die „Landlust“. „Wir wollen immer neue Aussteller werben“, sagte Evelyn Nunn. Sie hat auch wieder 600 Preise für die Tombola zugunsten des Eberfinger Sozialfonds gesammelt – bei Geschäften in Weilheim genauso wie in Eberfing. „Ich fange immer im Juli an mit meinen Anfragen, ab September werden die Spenden eingesammelt.“

Die Eberfinger haben auch wieder fleißig zugunsten des Sozialfonds gebacken, der sozial Schwache in Notlagen finanziell unterstützt. Heuer standen 38 Kuchen bereit, die im Café im ersten Stock zum Kaffee angeboten wurden. „Vor zwei Jahren konnten wir 3500 Euro zusammenbekommen. Ich hoffe, auch heuer wird die Summe wieder so hoch sein“, sagte Nunn.

Inge Beutler

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