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Erklärung vor Ort: Wasserberater Josef Friedl (mit Spaten) erklärte den Besuchern, wie sich die Bodenstruktur eines Ackers aufs Wasser auswirkt, Kollegin Julia Hartmann führte mit einer Bodensonde vor, wie Verdichtungen im Untergrund ermittelt werden.

„Tag des Wassers“

Weniger Vieh, besseres Wasser

Die Art der Bodennutzung beeinflusst die Wasserqualität. Zum „Tag des Wassers“ informierten Fachleute darüber, wie sich die landwirtschaftliche Nutzung aufs Wasser auswirkt.

Fischen - Den „Tag des Wassers“ nahmen Vertreter von Behörden und anderen Organisationen zum Anlass, über den Zustand des Wassers im Landkreis zu informieren. Hubert Pentenrieder hatte sie dazu auf seinen Hof nach Fischen eingeladen. Die Wasserberater Josef Friedl und Julia Hartmann vom Institut „Grünes Zentrum Puch“ bei Fürstenfeldbruck führten auf einem Acker an der Ammer vor, wie die Bodenqualität untersucht wird.

Laut Dr. Michael Schwertl, Abteilungsleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim, wird fast die Hälfte des Landkreises landwirtschaftlich genutzt, 90 Prozent davon als Grünland. Dennoch sei der sogenannte Schadstoffeintrag ins Wasser sehr gering, was nicht nur am hohen Grünlandanteil liege. Auch Ackerflächen würden in guter fachlicher Praxis so bewirtschaftet, dass es nicht zu Ausschwemmungen von Schadstoffen ins Wasser komme.

Grundwasser nach wie vor von guter Qualität

Das Grundwasser, das im Landkreis als Trinkwasser gefördert wird, ist laut Roland Kriegsch von guter Qualität. In allen zehn Grundwasserbereichen würden die Grenzwert für Nitrat und andere Chemikalien, die von Düngern oder Pflanzenschutzmitteln stammen, eingehalten, so der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim. Hubert Pentenrieder berichtete, dass er großen Wert auf die Kulturen in der Fruchtfolge auf dem Ackerland lege. Er setze dabei auf Vielfalt. Angebaut würden auf seinen Flächen Wintergerste, Sommergerste, Silomais, Winterraps, Winterweizen, Roggen, Hafer, Ackerbohnen und Kleegras. Dabei betrage der Mais-Anteil weniger als 30 Prozent.

Mit einer ganzjährigen Bodendeckung und -durchwurzelung werde das Auswaschen von Nährstoffen reduziert. Ein geringer Viehbestand – weniger als 1,1 Rinder pro Hektar – trage weiter dazu bei, dass das Grundwasser geschont werde. Und um auch Emissionen in die Luft gering zu halten, wird die Gülle seit neun Jahren in Schleppschuhtechnik ausgebracht. Pentenrieder: „Gülle hat für den Bauern einen Wert.“ Deshalb sei es wichtig, sie effizient zur Düngung einzusetzen und Verluste ins Wasser zu vermeiden.

Lob von der Landrätin

Für seine Wirtschaftsweise gab es Lob von der Landrätin. Laut Andrea Jochner-Weiß arbeitet der Betrieb von Pentenrieder vorbildlich, was den Wasserschutz angehe. Handlungbedarf besteht laut Kriegsch aber noch bei der Struktur von Bächen und Flüssen.

Diese sind vielfach begradigt worden, um landwirtschaftliche Fläche zu gewinnen, weil wegen der beiden Kriege die Lebensmittelproduktion im Vordergrund stand. Dabei sei der Lebensraum der Fische zu wenig beachtet worden.

Von Alfred Schubert

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