Rund um den Wohnkomplex an der Bergwerkstraße 14 in Peißenberg sieht es immer noch nach Baustelle aus. Die Tiefgarage ist auf unbestimmte Zeit gesperrt.
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Rund um den Wohnkomplex an der Bergwerkstraße 14 in Peißenberg sieht es immer noch nach Baustelle aus. Die Tiefgarage ist auf unbestimmte Zeit gesperrt.

An der Bergwerkstraße in Peißenberg

Wohnturm: Gutachten stellt statische Mängel an Tiefgarage fest

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Vor ein paar Jahren wurde das ehemalige BHS-Verwaltungsgebäude an der Bergwerkstraße saniert und zu einem modernen Wohnkomplex ausgebaut. Der Bauträger hatte eigentlich noch weitere Pläne. So sollten auf dem Grundstück noch Gewerbebauten hochgezogen werden. Doch das Projekt ist vorerst ad acta gelegt.

Peißenberg – Die Bauarbeiten am ehemaligen BHS-Verwaltungsgebäude sind längst abgeschlossen und die knapp 30 Wohneinheiten bezogen. Doch rund um den Wohnturm sieht es noch immer schwer nach Baustelle aus. Nach wie vor liegt ein riesiger Schuttberg auf dem Grundstücksgelände. Die Marktgemeinde hat schon Fristen zur Beseitigung des Abraummaterials gesetzt, allerdings ist der Bauträger, Rainer Schwinghammer aus Oberhausen, bislang nicht tätig geworden. Doch das ist für die von der Immobilienverwaltung Punzet vertretenen Wohnungseigentümergemeinschaft aktuell ein eher nebensächliches Problem.

Vor dem mehrstöckigen Wohnkomplex parken auffällig viele Autos. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die nebenan situierte Tiefgarage musste von der Hausverwaltung Anfang September 2020 auf unbestimmte Zeit gesperrt werden, weil aktuell die Standsicherheit des Bauwerks nicht nachgewiesen werden kann. Der komplette Garagendeckenaufbau wurde aufgrund der Einsturzgefahr mit einem Bauzaun abgeriegelt. „Ich habe die Tiefgarage gesperrt, weil das als Hausverwalterin meine Pflicht war“, erklärt Patricia Punzet auf Nachfrage der Heimatzeitung. In einem ersten Gutachten seien bereits statische Mängel festgestellt worden, eine zweite Expertise eines Sachverständigenbüros soll bald präsentiert werden.

„Entweder wird es auf eine Totalsanierung hinauslaufen oder auf einen kompletten Neubau“

Punzet glaubt nicht, dass sich darin andere Erkenntnisse ergeben werden: „Entweder wird es auf eine Totalsanierung hinauslaufen oder auf einen kompletten Neubau.“ Die Tiefgarage ist bislang noch nicht abgenommen, das heißt der Bauträger wäre eigentlich noch in der Pflicht. Doch Schwinghammer wiegelt ab: „Die Tiefgarage wurde von den Eigentümern gesperrt. Ich weiß nicht warum“, erklärt er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er sei über die Sachlage nicht informiert worden – nicht mal inoffiziell.

Diese Darstellung wiederum bezeichnet Punzet als „befremdlich“. Die Mängel seien Schwinghammer sehr wohl angezeigt worden – unter anderem in Eigentümerversammlungen, an denen er selbst teilgenommen habe. Schwinghammer selbst sei Eigentümer von zwei Tiefgaragenstellplätzen.

Punzet versucht seit längerem, eine einvernehmliche Lösung zu finden. „Jeder macht einmal Fehler“, betont sie: „Aber man muss sie auch eingestehen und Verantwortung übernehmen.“ Man habe Schwinghammer immer wieder angeboten, kooperativ zusammenzuarbeiten. „Ich helfe wirklich gerne“, versichert Punzet.

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Ihr selbst „tut das Ganze weh“ – und zwar nicht nur in ihrer Funktion als Hausverwalterin. Punzet ist auch Mandatsträgerin im Marktrat – und das Gremium hat sich die vergangenen Jahre ebenso wie das gemeindliche Bauamt intensiv mit dem Bebauungsplan für das Mischgebiet rund um die Bergwerkstraße 14 beschäftigt. Die Räte standen dabei durchaus unter Druck: Die benachbarte Firma „Holzner Druckbehälter“ respektive das ausgegründete Unternehmen „blueFlux Energy AG“ will bekanntlich expandieren – unter anderem für den Bau von Anlagen, die aus biogenem Abfallmaterial grünen Wasserstoff herstellen (wir berichteten).

„blueFlux Energy AG“ sucht bereits nach alternativen Standorten für neue Produktionsstätten

Die Idee war, auf dem Grundstück des ehemaligen BHS-Verwaltungsgebäudes Produktionshallen zu errichten, auch über der Tiefgarage sollten Gewerbeeinheiten entstehen. Doch mit den statischen Problemen sind die Pläne wohl auf längere Sicht obsolet. „Ich habe die Reißleine gezogen“, bestätigt Schwinghammer: „Ich brauche mich momentan nicht mit einem Weiterbau zu beschäftigen.“ Von Seiten der „blueFlux Energy AG“ heißt es, dass man sich bereits auf die „Suche nach alternativen Standorten“ begeben habe. Die Errichtung von Produktionsstätten neben dem Wohnturm komme jedenfalls nicht mehr in Frage. Das Innovationsunternehmen befindet sich laut Bürgermeister Frank Zellner (CSU) „im regen Austausch“ mit der Marktgemeinde und ihren politischen Gremien. „Unser klares Ziel ist es, die Firma in Peißenberg zu halten“, bekräftigt der Rathauschef.

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