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Erst körperliche, dann mentale Probleme: Beim Martahon lief bei Stefan Schmid nicht alles rund. Aufgrund der Hitze hatte der Peißenberger Eiswürfel unter seine Mütze gepackt. 

Triathlon

Stefan Schmid durchbricht Schallmauer

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Den Platz auf dem Siegerpodest verfehlte Stefan Schmid als Vierter knapp. Dennoch war der Peißenberger glücklich.

Peißenberg/Cozumel – Als Stefan Schmid etwa hundert Meter vor dem Ziel auf die Uhr über dem Zielbogen blickte, wusste er, dass er es geschafft hatte. Erstmals in seiner Karriere würde er einen Ironman (3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen) unter der magischen Zeit von acht Stunden beenden. Kurz darauf war es amtlich: Der 30-jährige Peißenberger hatte den „Ironman Cozumel“ in Mexiko in 7:59:44 Stunden beendet. Da konnte er es auch verschmerzen, dass er den Wettkampf auf dem bei Sportlern so undankbaren vierten Platz beendete. Der Rückstand auf den drittplatzierten Spanier Ivan Rana betrug nur 1:05 Minuten. Den Sieg holte sich erwartungsgemäß Sebastian Kienle (7:48:11) vor dem Österreicher Michael Weiss (7:53:27). „Der undankbare vierte Platz wird durch meine Zeit mehr als aufgewogen“, so Schmid, dessen Bilanz sehr positiv ausfiel. Im Vergleich zu seinem Sieg vor zwei Jahren war er fast 13 Minuten schneller.

Dabei war lange Zeit nicht klar, ob der Peißenberger in Cozumel überhaupt mitmachen würde. Neben dem Wettkampf auf der mexikanischen Insel, auf der er 2015 seinen ersten und bislang einzigen Ironman seiner Profikarriere gewonnen hatte, stand auch der „Ironman Argentina“ am kommenden Wochenende in Mar del Plata auf Schmids Liste. Schlussendlich entschied er sich für Cozumel, „denn die Hitze liegt mir mehr“, so der 30-Jährige.

Der Wettkampf begann für Schmid sehr vielversprechend. Der Kurs war ohne Richtungsänderungen. Die Athleten schwammen 3,8 Kilometer mit der Strömung in eine Richtung an der Küste entlang. „Die Zeiten waren daher sehr schnell“, so Schmid. In Wettkämpfen, bei denen auch Sebastian Kienle am Start war, war es dem Peißenberger noch nie gelungen, vor dem Ironman-Weltmeister von 2016 gemeinsam aus dem Wasser zu steigen. Diesmal aber stieg er einige Sekunden früher als der spätere Gewinner dieses Wettbewerbs aus dem Meer (41:33 Minuten).

Mit seiner Leistung beim Radfahren war der 30-Jährige nur bedingt zufrieden: „Ich habe schon bessere Tage erwischt.“ Schmid fuhr in einer Gruppe hinter den beiden Führenden, Kienle und Weiss. Das Problem war nur, dass sich keiner von seinen Mitfahrern genötigt sah, die Initiative zu ergreifen. „Da habe ich mir gedacht: Jetzt bist du der Depp, der das Tempo machen muss“, berichtete Schmid. Meist fuhr er so an der Spitze der Gruppe, was im Nachhinein von Vorteil war: „Sonst hätte ich am Ende nicht eine so schnelle Zeit gehabt.“ Bei etwa 120 Kilometern setzte er sich vom Rest der Gruppe ab. Nach 4:25:45 Stunden wechselte der Peißenberger als Dritter auf die Laufstrecke. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits so gut wie fest, dass er das Führungsduo nicht mehr erreichen würde. Auf Weiss betrug der Rückstand etwa sechs Minuten, auf Kienle sogar fast 16.

Auch in der abschließenden Disziplin lief es für ihn nicht ohne Komplikationen. Auf dem Rundkurs „hatte ich in der ersten Runde körperliche Probleme, in der zweiten mentale“, so Schmid. Etwa bei Kilometer 25 „ist es sehr schlecht gelaufen“. Irgendwann kam dann von hinten der Spanier Ivan Rana immer näher und überholte den Peißenberger schließlich. „Ich habe noch versucht, mit ihm mitzulaufen. Nach etwa einem Kilometer aber war’s damit vorbei.“ Der Peißenberger musste Rana ziehen lassen. Zumindest der vierte Platz war Schmid aber nicht mehr zu nehmen, denn die hinter ihm laufenden Konkurrenten waren weit entfernt. Etwa bei Kilometer 35 blickte er auf die Uhr. Dann rechnete er kurz: Wenn er auf der verbleibenden Strecke eine Kilometerzeit von knapp unter vier Minuten laufen würde, hätte er im Ziel die Acht-Stunden-Marke geknackt. Und Schmid ließ Taten folgen: „Die letzten Kilometer bin ich volle Pulle gelaufen. Es war eine Gratwanderung, aber es hat sich gelohnt.“ Für die 42 Kilometer benötigte Schmid 2:47:53 Stunden. „Eine gigantische Zeit“, befand er.

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