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Luftaufnahme: Auf dieser ausgebaggerten Fläche sollen die 65 000 Kubikmeter belasteter Boden gelagert werden.

Zwangspause auf der Baustelle

Umfahrung: Eröffnung wieder verschoben

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Hohenpeißenberg - Autofahrer und Hohenpeißenberger müssen sich weiter gedulden. Mit der Eröffnung der Hohenpeißenberger Umfahrung wird's auch im Juli 2017 nichts.

Die Hohenpeißenberger tun es, und viele Autofahrer wohl ebenso: Sie fiebern dem Tag entgegen, an dem die 5,2 Kilometer lange Hohenpeißenberger Umfahrung fertiggestellt ist. Vor einigen Monaten noch hieß es, dass es im Juli 2017 soweit ist. Doch das hat sich erledigt, wie Sven Maertz vom Staatlichen Bauamt Weilheim im Gespräch mit der Heimatzeitung zugab: „Dieser Termin ist nicht mehr zu halten.“ Schuld sei – mal wieder – das Wetter.

Für die nun anstehenden Arbeiten ist es derzeit zu kalt und zu nass. „Die Baumaßnahme durchläuft seit dem Spätsommer eine entscheidende Phase“, sagt Maertz. Im Bereich des Bahnhofes wird am Lückenschluss der gesamten Umgehung gearbeitet. Der ist heikel. „Dort liegen belastete Böden und Altlasten in größerem Umfang genau im Trassenverlauf der geplanten Straße.“ Problematisch seien dabei 65 000 Kubikmeter Boden, bei dem die Sulfatbelastung zu hoch ist. „Der Abtransport dieser großen Menge Abraum zu einer Deponie wäre allein wegen der dafür notwendigen mehreren tausend Lkw-Fahrten mit mehr als einer Million Lkw-Kilometern ökologisch mehr als fragwürdig“, sagt Maertz. Und hätte mehr als zehn Millionen Euro gekostet. Das Bauamt fand eine andere Lösung, die rund 1,6 Millionen Euro kostet: Westlich der Umfahrung wurde eine Fläche ausgebaggert, in der die belasteten Böden deponiert werden können. „Wegen des Sulfatgehalts sind bei der Deponie Abdichtungen, geologische Barrieren und Drainagen vorgesehen“, erklärt der Experte. Da liegt der Knackpunkt: Für den Einbau der Kunststoffdichtungsbahnen, die miteinander verschweißt werden müssen, gibt es einige Voraussetzungen. Der Boden muss trocken sein, die Luftfeuchte unter 80 Prozent, die Temperatur über acht Grad. Obendrein darf es nicht regnen und es muss windstill sein. Bedingungen, die seit Mitte Oktober kaum vorherrschten. Seit Allerheiligen ist sogar komplett Schluss mit den Arbeiten, da waren erst 12 der 72 Kunststoffbahnen verlegt. Ursprünglich sollten sie Ende Oktober fertig sein. „Aber es musste viel vorbereitet werden, die Arbeiten konnten erst im Herbst beginnen.“ Und reichen nun in den Winter hinein.

12 der 72 Kunststoffbahnen sind bereits verlegt, wie dieses Foto zeigt. Es wurde am 2. November aufgenommen.

Für den Zeitplan ist das fatal. Fünf Wochen ist er derzeit in Verzug. Der Lückenschluss zwischen West- und Ostabschnitt ist ohne Abdichtung nicht möglich – und mit deren Fertigstellung rechnet Maertz nun für Frühling. Erst dann können die 65 000 Kubikmeter Erde umgelagert werden. Das dauert rund drei Monate. Ist das erledigt, folgen noch Straßenbauarbeiten mit Entwässerungseinrichtungen, Frostschutzschicht und Asphaltarbeiten, ehe unter anderem Bankette, Böschungen und Markierungen fertiggestellt werden können.

Völliger Stillstand herrscht an der Umfahrung trotz der Wetterprobleme nicht. Zwischen den Talbrücken Eierbach und Kohlgraben laufen Erdarbeiten. Und in Kürze wird das Ende Richtung Hohenbrand umgebaut. „Dort wird eine provisorische Verkehrsführung auf der ehemaligen B 472 eingerichtet, um daneben die neue B 472 mit der Bestandsstrecke verbinden zu können“, sagt Maertz.

Er hält sich mit einer Prognose zurück, wann denn nun die Straße freigegeben werden kann. „Wir werden die Umgehung so schnell wie möglich fertigstellen. Dazu werden auch im Winter die Bauarbeiten weitergeführt“, sagt er. Einen Termin nennt er nicht. „Es ist zu früh, um sich neu festzulegen. Aber wir gehen nicht davon aus, dass wir bis 2018 brauchen.“

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