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Die umstrittene Lage: An der Pfaffenwinkelbahn südlich des Bahnübergangs Geistbühelstraße könnte der neue Bahn-Halt entstehen. Das Gleis rechts ist das der Werdenfelsbahn. Ganz rechts am Bildrand ist St. Pölten zu erkennen. 

Umstrittener Bahn-halt „Weilheim-Au“

Eine Entschuldigung gab es nicht

Weilheim - Weiter Ärger  um den Bahn-Halt „Weilheim-Au“. Nach Kritik an seinen Äußerungen geht Grünen-Sprecher Alfred Honisch „Pro Bahn“ scharf an.

Die Entscheidung, ob Weilheim den von Bahn und Freistaat im Rahmen ihrer „Stationsoffensive“ angebotenen Bau eines Haltepunkts in der Au will, wurde vom Stadtrat zwar vertagt (wir berichteten), zuvor allerdings ging der bei den Befürwortern des Vorhabens in die Kritik geratene Grünen-Stadtrat Alfred Honisch „Pro Bahn“ scharf an.

Honisch, der selbst in der Au lebt, verwahrte sich gegen das Schreiben von „Pro Bahn“, in dem unter anderem seine Äußerung über das „negative Bahnhofsumfeld-Image“ „widerwärtig“ genannt wird und er zu einer Entschuldigung aufgefordert wird: „Wenn wir von einem großen Wertewandel sprechen, dieses Schreiben ist ein Wertewandel“ sagte er zu der Formulierung „widerwärtig“. Er betonte, dass die Bewohner der Au sich ihren „Wohnwert“ hart erkämpft hätten, sie hätten, als sie im ersten Weilheimer Einheimischenmodell ihre Häuser gebaut hätten, die Nähe der Bahn in Kauf genommen, diese habe sich zudem das Recht vorbehalten, ihre Anlagen dort zu vergrößern.

Als Gründe gegen den Bahn-Halt führte Honisch zudem auf: Die „geringe Zahl von 130 Ein- und Aussteigern“, die fehlende Anbindung des Gewerbegebietes „Trifthof“ und die Gefahr, die durch das Überqueren der Gleise entstehe. Auf die Forderung nach der Entschuldigung ging er nicht ein.

Die Stadtrats-Grünen sind in Sachen „Bahn-Halt“ gespalten. Karl-Heinz Grehl gab seinem Fraktionskollegen Honisch zwar in vielen Punkten recht. Er wollte dem Halt aber zustimmen, um nicht Chancen für die Pfaffenwinkelbahn zu verbauen.

Hin- und hergerissen zeigten sich auch BfW und CSU: Für die BfW stellte Fraktionschef Dr. Claus Reindl, Verkehrsreferent im Stadtrat, fest, dass die Fraktion den Halt angesichts seiner Lage, der fehlenden Erschließung des „Trifthofs“ und der Kosten für die Stadt ablehne. Nur mit einer Anbindung des „Trifthofs“ könnte sie ihn sich vorstellen. Für die CSU sagte Fraktionschefin Marion Lunz-Schmieder: Die Fraktion tendiere eher zum Nein. Da sie aber nicht leichtfertig etwas aufs Spiel setzen wolle, sollte erst noch „Pro Bahn“ gehört werden.

Die Vertagung der Entscheidung hatte Ingo Remesch, Chef der SPD-Fraktion, angeregt. Er machte sich zugleich für den Bahn-Halt stark, denn ein solcher fördere die Attraktivität des Bahnverkehrs. Im Übrigen, so Remesch, schätze er den Fahrgastverband „Pro Bahn“, der durch die Äußerung von Honisch die Fahrgäste in Verruf gebracht sehe.

Pro Bahn-Halt positionierte sich erneut die Fraktion der Freien Wähler. Romana Asam forderte aber eine Aufstellung über die Kosten, die auf die Stadt zukommen.

Die „Stationsoffensive“ sieht in Bayern bis zum Jahr 2019 den Bau von 20 weiteren neuen Halte-Punkten vor. Dafür wollen Bahn und Freistaat 40 Millionen Euro ausgeben.

Brigitte Gretschmann

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