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Der Eigentümer des „Weinbauer“ will eine vierte Wohnung einrichten. Der Bauausschuss lehnte den Antrag ab.

Ursprünglich war Gaststätte geplant

Vierte Wohnung beim „Weinbauer“?

Peißenberg - Eine vierte Wohnung beim "Weinbauer" lehnte der Bauausschuss ab.  Ursprünglich sollte dort nämlich eine Gaststätte eingerichtet werden.

Lang, lang ist’s her, als Wanderer und Ausflügler oberhalb von St. Georg noch beim „Weinbauer“ einkehren konnten. 1983 brannte das Gehöft samt Wirtsstube bis auf die Grundmauern ab. Das Anwesen am östlichen Ausläufer des Hohen Peißenbergs wurde später verkauft und wiederaufgebaut. Nach den Bestandsplänen von 1989 sollten in dem Gebäude drei Wohneinheiten und eine Gaststätte untergebracht werden. Die Betonung liegt aber auf „sollten“, denn eine Gaststätte wurde beim „Weinbauer“ nie mehr eröffnet. Die Fläche für das mögliche Lokal wurde im früheren Tennenbereich lediglich vorgehalten. Der Eigentümer möchte nun die Räumlichkeiten für eine vierte Wohneinheit nutzen. Einem entsprechenden Antrag auf Vorbescheid stimmte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung allerdings nicht zu.

Das Problem: Die Schaffung von Wohnraum ist im Außenbereich nur unter bestimmten, gesetzlich geregelten Voraussetzungen möglich – unter anderem dann, wenn die Aufgabe der bisherigen Gebäudenutzung nicht länger als sieben Jahre zurückliegt. Nach Meinung der Peißenberger Bauverwaltung ist dieses Kriterium im konkreten Fall wohl nicht erfüllt. Skeptisch hinsichtlich einer Erweiterung der Wohnfläche äußerte sich im Ausschuss auch Stefan Barnsteiner (CSU): „Ich hab’ da richtig Bauchweh, wenn ich daran denke, welche Schwierigkeiten Landwirte bei Projekten im Außenbereich haben. Da sollten wir alle gleich behandeln.“ Außerdem: „Der Eigentümer hat damals die Baugenehmigung nur im Zusammenhang mit einer Gaststättennutzung bekommen.“ Zustimmung von den Ausschussmitgliedern gab es für den Antrag lediglich von Jürgen Forstner (Bürgervereinigung): „Es will jemand Wohnraum in exklusiver Lage schaffen – ja warum denn nicht?“ „Nicht ganz so dramatisch“ beurteilt letztlich auch Bauamtsmitarbeiter Gerold Grimm den Fall – trotz der gesetzlichen Hürden. Wenn das Landratsamt die Genehmigungsfähigkeit in einem baurechtlichen Verfahren feststelle, „dann geht das in Ordnung“, meint Grimm – wohlwissend, dass der Markt dann ohnehin kein Vetorecht mehr hätte. Aus Sicht der Gemeinde, so Grimm, würde sich durch die vierte Wohneinheit zum jetzigen Zustand nicht viel ändern: „Die Erschließung ist gesichert und genügend Stellplätze gibt es auch.“

Bernhard Jepsen

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