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Stützen der Aquariumfreunde: (von links) der Vorsitzende Norbert Reutter-Arnthof, Gründungsmitglied Josef Bauer und Kassier Josef Willberger.

Verein der Aquarienfreunde Peissenberg und Umgebung

Jubiläum im Zeichen der Fische

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Peißenberg - Die Gründung erfolgte passend im Sternzeichen der "Fische". Der Verein der Aquarienfreunde Peißenberg und Umgebung feiert 50-Jähriges. 

Hach, das waren noch Zeiten! Josef Bauer plaudert mit einer Begeisterung, die ansteckend ist. Wenn er erzählt, wie sie, die „Aquarienfreunde Peißenberg und Umgebung“, früher losgezogen sind, zu den Weihern und Seen im Umkreis, um Futter für das heimische Becken zu besorgen, da kriegt man selbst gute Laune. Als wäre man dabei gewesen. „Dieser Zusammenhalt war so toll“, schwärmt der Peißenberger. Wasserflöhe sammelten sie. Und Mückenlarven, weiße, rote, schwarze. „Oh ja, die schwarzen“, sagt Bauer und lacht. „Das war was, wenn die einem ausgekommen sind.“ Nicht immer hatten seine Fische alle Larven verspeist. Zack, schwirrten die Mücken durchs Zimmer, wenn Bauer das Aquarium öffnete. Dem 78-Jährigen fallen viele solcher Geschichten ein. Dann grinst er verschmitzt und strahlt die zwei Vereinskameraden an, die ebenfalls ins Stammlokal, „Café Andrea“, gekommen sind. Links von Bauer sitzt Norbert Reutter-Arnthof, 59, Vorsitzender der Aquarienfreunde. Gegenüber hat Josef Willberger, 68, Platz genommen, seit 35 Jahren Kassier. Bauer selbst ist zweiter Kassier – und Gründungsmitglied. 50 Jahre ist es her, dass 19 Interessierte den Verein aus der Taufe hoben. Am 21. Februar 1965 – also am zweiten Tag des Sternzeichens „Fische“. Das feiert der Verein am Samstag, 21. Februar, ab 18 Uhr im Gasthof „Zum Eibenwald“ in Paterzell.

Bauer hat großen Anteil daran, dass es den Verein gibt. Anfang der 1960er Jahre beschloss er, für seine Kinder ein größeres Aquarium zu bauen. „Unser erstes mit über 100 Litern Wasser“, sagt er. Bis dahin hatte nur etwa die Hälfte im heimischen Exemplar Platz. Bauer entwarf das neue Aquarium an seinem Arbeitsplatz – im Kraftwerk Peißenberg. „Ganz offiziell“, sagt er. „Die Materialien konnte ich im Lager kaufen.“ Mehrere Kollegen schlossen sich an. „So entstanden vier, fünf Becken.“ Und eine gemeinsame Leidenschaft. Zum Frühschoppen kamen die Aquarienfreunde nun öfter zusammen – dabei reifte die Idee, einen Verein zu gründen.

Es folgten Zeitungsinserate, eine Gründungsversammlung, Vorstandswahlen. Und schon gab es ihn, den „Verein der Aquarienfreunde Peißenberg und Umgebung“. Bauer wurde zweiter Vorsitzender – den Posten hat er längst abgegeben. Sein Engagement und die Treue zum Verein nicht.

Da ist er nicht allein. „Zehn Gründungsmitglieder sind nach wie vor im Verein“, sagt Vorsitzender Reutter-Arnthof. Zu Hoch-Zeiten gab es über 70 Aquarienfreunde, aktuell sind es 48. Die müssen längst nicht mehr ausrücken, um Futter zu besorgen – die Mahlzeiten für Fische gibt’s mittlerweile in guter Qualität zu kaufen. Dafür unterstützen sich die Mitglieder anderweitig.

Mit Rat und Tat natürlich, aber auch mit Fischen. „Die werden von uns nur noch selten gekauft, sondern im Verein weitergegeben“, sagt der Vorsitzende. Auch das Futter wird per Sammelbestellung beordert – das macht das doch recht teure Hobby ein wenig günstiger.

Und dann sind da die Pflanzen, die Leidenschaft von Josef Willberger. „Da hat er ein Mords-Wissen“, sagt Reutter-Arnthof über den Kassier. „Ohne Pflanzen ist es kein richtiges Aquarium“, sagt Willberger. In seinem 500-Liter-Becken hat einiges Platz: Schwertpflanzen, Wasserkelche und Hakenlilien zum Beispiel. Manche Blüte ragte schon 15 Zentimeter aus seinem Aquarium heraus. „Das sieht gigantisch aus“, schwärmt Reutter-Arnthof. Und erfordert Pflege. „Wir bestäuben selbst. Mit feinen Pinseln“, sagt Willberger. Und hat er keinen Platz mehr, dann bekommen die Vereinsmitglieder Pflanzen ab. Eine Leidenschaft ist eben schöner, wenn man sie mit anderen teilt. Die Aquariumfreunde machen’s vor.

Stammtisch

Die „Aquarienfreunde Peißenberg und Umgebung“ treffen sich jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr im „Café Andrea“ zum Stammtisch. Interessierte sind willkommen.

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