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Die alte Trocknungshalle von außen: Weitgehend abgeschlossen sind die Arbeiten im Erdgeschoss, wo bald Oldtimer gezeigt werden sollen.

alte Ziegelei in Polling

Verjüngungskur zeigt Wirkung

Polling - Noch im Dezember soll der Showroom in der „Alten Trocknungshalle“ fertig sein. Dort will  Hans Kleissl künfig Oldtimer zeigen.

 Es ist ein Millionenprojekt, das Eigentümer Hans Kleissl im Jahr 2014 angepackt hat und das ihn – wie er selbst sagt – eine Menge Energie kostet: Er bringt das Gelände der früheren Ziegelei auf Vordermann, um es in Zukunft für seinen Betrieb zu nutzen, aber auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für Besucher ist das denkmalgeschützte Ensemble unter anderem interessant, weil sich in ihm eine historische Rarität befindet: ein begehbarer Ringofen aus dem 19. Jahrhundert, in dem früher Ziegel gebrannt wurden (wir berichteten).

Bei den Sanierungsarbeiten, bei denen ganz unterschiedliche behördliche Vorgaben erfüllt werden müssen, ging es bislang aber besonders um die „Alte Trocknungshalle“, die noch älter ist als der riesige Brennofen. Das Erdgeschoss der Halle, das in Zukunft als Showroom genutzt wird, wurde bereits mit großen Fenstern ausgestattet. Neue Betonsäulen stützen die aufwändig sanierte Decke. Neben ihnen stehen jeweils noch die alten Holzstützen, die aber keine tragende Funktion mehr haben. Dass sie noch da sind, unterstreicht die Haltung Kleissls, der Bauherr und Bauleiter zugleich ist: „Mir ist es wichtig, möglichst viel von der alten Bausubstanz zu erhalten“, sagt der 63-jährige.

Kleissl ist Inhaber der Firma „HK-Engineering“, die auf die Restaurierung von „Mercedes 300 SL“ spezialisiert ist. Der Betrieb ist derzeit in der benachbarten ehemaligen Klosterökonomie untergebracht, die ab Ende der 1970er Jahre ebenfalls von Kleissl saniert wurde. Die Firma brauche dringend weiteren Platz, sagt der Inhaber. Er möchte auf dem ehemaligen Ziegeleigelände auch ein „Betreutes Unterstellen“ anbieten: Bei diesem noblen Service werden dauerhaft geparkte Fahrzeuge von einer Werkstatt versorgt.

Ganz anders genutzt werden soll der erste Stock der „Alten Trocknungshalle“: Dort könnten künftig zum Beispiel Hochzeiten gefeiert werden. Durch eine neue Fensterfront Richtung Tassilostraße kommt jetzt schon mehr Licht in den Raum, in dem allerdings noch zahlreiche Arbeiten anstehen.

Umgedeckt wurde das Dach der Halle. Dabei wurden die moderneren Falzziegel durch alte Biberschwänze ersetzt. Ein Teil von diesen stammt vom Dach des Modehauses „Echter“ in Weilheim, das vor kurzem umgebaut wurde. Besonders bemerkenswert ist dabei: Diese Biberschwänze sind Originale von der „Alten Ziegelei“, sie sind also an ihren Entstehungsort zurückgekehrt.

Der Gemeinderat von Polling machte Ende November den Weg für weitere Baumaßnamen auf dem ehemaligen Ziegeleigelände frei. Er stimmte dem Bauantrag für das Hauptgebäude zu, in dem sich der alte Brennofen befindet. Über dem Ofen plant Kleissl Wohnungen und Ateliers. Kurz vor der Verabschiedung steht nach Kleissls Auskunft der Bebauungsplan für das Wohngebiet, das der 63-Jährige in der Nachbarschaft der ehemaligen Ziegeleigebäude vorgesehen hat. Die Grundstücke für etwa zehn Häuser seien bereits alle vergeben. „Es ist eine optimale Lage“, so Kleissl, schließlich liege der Bereich zentral und doch im Grünen.

Stephanie Uehlein

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