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Vorsicht, da kommt was: Wer bergauf fährt, sieht vor der S-Kurve dieses Schild. 

Verkehrsschilder und Geschwindigkeitsmessungen an der Bergstraße 

Achtung, Ausfahrten!

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Hohenpeißenberg – Wegen rasenden Motorradfahrern: An der Bergstraße wurden auf Anwohnerbitte Verkehrsschilder aufgestellt und Geschwindigkeitsmessungen veranlasst.

Ein lautes Rattern ist durch den Telefonhörer zu vernehmen. „Wieder ein Motorradfahrer“, sagt Rudolf Hochenauer. Er ist es gewohnt, dass sie bei schönem Wetter die Bergstraße raufrauschen, vorbei an seinem Haus. Die Geschwindigkeit mancher Verkehrsteilnehmer – darunter auch Auto- und Radfahrer – beunruhigt Hochenauer. „Zum Teil fahren sie wie Geisteskranke“, sagt er. Der Hohenpeißenberger befürchtet, dass es irgendwann zu schlimmen Unfällen kommt, weil Ausfahrten übersehen oder Kurven unterschätzt werden. Bisher passierte noch nichts – „aber irgendwann ist das Glück aufgebraucht“. Deshalb hat er sich ans Landratsamt gewandt – und bekam Unterstützung. Die Behörde ließ Verkehrsschilder aufstellen.

„Es besteht eine versteckte Gefahr“, bestätigt Josef Guggemos, zuständiger Mitarbeiter am Landratsamt. Er war gemeinsam mit Hochenauer, Vertretern der Schongauer Polizei und des Staatlichen Bauamts Weilheim vor Ort. „An drei Stellen sind sehr unübersichtliche Ausfahrten“, sagt Guggemos. Denn die liegen direkt hinter Kurven – auch Hochenauers Haus ist in diesem Bereich. Guggemos ordnete an, dass Warnschilder aufgestellt werden. Eines für die Bergauf-, eines für die Bergabfahrenden. Die sehen nun ein Ausrufezeichen im rot umrandeten Dreieck und das Zusatzschild „Ausfahrten“. Hochenauer hofft, dass die Schilder auch von den Radfahrern beachtet werden, von denen einige mit sehr hoher Geschwindigkeit die Bergstraße runterfahren. „Die sind ein großes Problem, wenn man aus einer Ausfahrt rausfahren will, weil man sie nicht hört“, sagt Hochenauer – und durch die Kurven eben auch nicht sieht.

Auch weiter oben an der Bergstraße wurde bei der Ortsbegehung eine gefährliche Stelle entdeckt. „Da ist eine Linkskurve am Ende einer langen Geraden“, sagt Guggemos. Auch dort warnen nun Verkehrszeichen vor der Gefahr. Entlang der Kurve wurden sogenannte Richtungstafeln mit einem roten Pfeil auf weißem Grund aufgestellt, damit Verkehrsteilnehmer rechtzeitig sehen, dass sie abbremsen sollten.

Hochenauer ist froh, dass das Landratsamt direkt nach dem Treffen reagiert hat. Dass insgesamt fünf Schilder aufgestellt wurden, „sehe ich als Erfolg an“, sagt der Hohenpeißenberger, der auch im Gemeinderat sitzt.

Noch lieber wäre ihm allerdings eine Geschwindigkeitsbegrenzung entlang der ganzen Strecke. Ob auch die möglich ist, muss erst noch geprüft werden. „Da brauchen wir Fakten“, sagt Guggemos. Deshalb werden Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen – bis zum Ortsausgangsschild ist dafür die Gemeinde, danach das Staatliche Bauamt Weilheim zuständig. Erste Messungen gab es bereits an drei Stellen. „Ergebnisse haben wir aber noch nicht“, sagt Guggemos.

Auf die wartet auch Hochenauer gespannt. „Ich möchte das Ergebnis auch wissen“, sagt er. Seit 2012 „Tempo 60“ aufgehoben worden ist, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde – die ist auf der kurvenreichen Strecke kaum zu fahren, ohne Gefahrensituationen zu provozieren. Hochenauer ist aber sicher: „Manche fahren sogar mit mehr als 100 km/h hier rauf.“

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