Der neu gewählte VHS-Vorstand mit Geschäftsführerin Mechthild Merz (Mitte): (v.l.) Ludwig Degele, Sigrid Halbritter, Raik Roj, Herbert Unter, Karin Leibold-Streicher, Alfred Kästl. Nicht auf dem Bild: Frank Zellner, Maximilian Maar.
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Der neu gewählte VHS-Vorstand mit Geschäftsführerin Mechthild Merz (Mitte): (v.l.) Ludwig Degele, Sigrid Halbritter, Raik Roj, Herbert Unter, Karin Leibold-Streicher, Alfred Kästl. Nicht auf dem Bild: Frank Zellner, Maximilian Maar.

Bilanz und Ausblick bei Jahresversammlung

VHS Peißenberg in Corona-Zeiten: „Soft-Start“ im Herbst

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Positives war bei der Jahresversammlung der Peißenberger Volkshochschule (VHS) übers Geschäftsjahr 2019 zu hören: Die Periode, so hieß es, „verlief auf hohem Niveau erfolgreich“. Ganz anders sieht es pandemiebedingt bislang für 2020 aus: Nur über staatliche Hilfen konnte man die Liquidität sichern.

Peißenberg – „Mein Gott, wie klein die Welt doch ist.“ Es waren fast schon philosophische Worte, mit denen Alfred Kästl die Jahresversammlung der Peißenberger VHS eröffnete. Der Vorsitzende spielte damit auf die Corona-Pandemie an, die vermutlich in China ihren Ursprung nahm. „Es hat sich irgendwo auf der Welt etwas ereignet – und dann betrifft das auch Peißenberg.“ Kästl meinte natürlich mit „Peißenberg“ im Speziellen die örtliche VHS. Nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 mit einem bereinigten Jahresüberschuss von rund 2100 Euro sorgte die Pandemie bei der VHS für einen drastischen Einbruch.

Eigentlich habe 2020 „ganz gut begonnen“, führte VHS-Geschäftsführerin Mechthild Merz in ihrem Rechenschaftsbericht aus. „Doch dann hat uns Corona an die Wand gefahren. Von 150 auf null.“ Unmittelbar vor den coronabedingten Beschränkungen Mitte März waren bei der VHS knapp 1600 Teilnehmer für Kurse angemeldet. Das hätte zu Gebühreneinnahmen von rund 91 000 Euro geführt. Doch viele der über mehrere Wochen laufenden Kurse konnten nur zwei- bis dreimal stattfinden, viele mussten ganz abgesagt werden – ebenso wie über 100 Vorträge, Workshops und Tagesseminare.

Das schlug sich in der Bilanz nieder. Die tatsächlichen Einnahmen aus Teilnehmergebühren lagen im ersten Halbjahr 2020 bei nur 34 000 Euro. Die laufenden Kosten – wie die Mietzahlungen für die neuen Kurs- und Büroräume im Rigi-Center – mussten aber weiter beglichen werden. „Wir waren knapp an der Grenze des Liquiditätsengpasses“, berichtete Merz. Durch staatliche Hilfen über den Rettungsschirm der bayerischen Staatsregierung (17 000 Euro) und die Corona-Soforthilfen der Bundesregierung (9000 Euro) sei man jedoch „mit einem blauen Auge davongekommen“.

VHS Peißenberg: Kursbeginn ist auf aufwändiger und soll entzerrt werden

Trotz der Einnahmenverluste durch Corona will die VHS Ende Dezember eine ausgeglichene Bilanz präsentieren. „Das setzt aber voraus, dass das Herbstsemester stattfinden kann“, so Merz. Mitte September wird das neue Programmheft herausgegeben. Offizieller Semesterstart soll Montag, der 5. Oktober, sein. Einige Kurse beginnen eine Woche früher. Der „Soft-Start“, wie ihn Merz bezeichnete, soll den aufgrund der umfangreichen Hygienekonzepte aufwändigeren Kursbeginn entzerren.

„Es wird vieles anders sein. Wir fahren auf Sicht – und die liegt etwa bei zwei bis drei Wochen“, sagte Merz. Das Wintersemester ist infolge der Pandemie etwas reduziert und umfasst 195 Kurse. 45 davon sind Online-Angebote. Der weitere Ausbau der Digitalisierung sowohl im organisatorischen als auch programmtechnischen Bereich ist eines der wesentlichen Ziele der VHS für 2020.

Neben dem Rechenschaftsbericht von Merz waren die Neuwahlen ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt der Versammlung. Sie gingen „kurz und schmerzlos“ über die Bühne, wie Kästl nach seiner einstimmigen Wiederwahl schmunzelnd kommentierte. Der langjährige Vorsitzende schob aber „eine bittere Pille“ nach: „Es werden meine letzten beiden Jahre sein. Ich werde nicht noch einmal kandidieren. Also sucht bitte rechtzeitig einen Nachfolger.“ In Abwesenheit wurde der entschuldigte Neu-Rathauschef Frank Zellner anstelle von Altbürgermeisterin Manuela Vanni qua Amt zum 2. Vorsitzenden gewählt. Maximilian Maar wird künftig für Wilhelm Schuster als 3. Vorsitzender fungieren. Schatzmeister bleibt Raik Roj und Schriftführerin Sigrid Halbritter. Als Beisitzer wurden Karin Leibold-Streicher und Herbert Unter bestätigt sowie als Revisoren Holger Lieb und Ludwig Degele.

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