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Die Pfarrer Julian Lademann (links) und Bernhard Holz ziehen beide eine positive Bilanz über die Heiligabend-Resonanz in ihren Kirchen.

Katholiken und Protestanten in Penzberg

Volle Kirchen an Heiligabend

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In Penzberg waren die Kirchen an Heiligabend gut gefüllt. Katholiken und Protestanten einte eines: Die Sehnsucht nach persönlichem Frieden. Die Pfarrer ziehen Bilanz.

Penzberg – Für den einen war es mittlerweile der dritte Heiligabend in Penzberg, für den anderen eine Premiere: Der katholische Stadtpfarrer Bernhard Holz und der evangelische Pfarrer Julia Lademann hielten die Gottesdienste in voll besetzten Kirchen. Die beiden Geistlichen eint eines: Sowohl für Holz als auch für Lademann waren es besondere Momente.

„Ich war erstaunlich entspannt“, schmunzelte Julian Lademann ob seiner Weihnachtspremiere in der Martin-Luther-Kirche. Im April war der Pfarrer feierlich in sein Amt eingeführt worden. Von Nervosität war vor seinen zwei Christvespern an Heiligabend um 18 und 22 Uhr aber keine Spur. „Ich habe mich gefreut“, sagt Lademann – mit solchen Festen komme man in der neuen Gemeinde an. „Man lebt zusammen, man feiert zusammen.“

Dies hatte die Kirchengemeinde zuvor bei den Krippenspielen getan – mit den Pfarrerinnen Ursula Schwager in Penzberg und Sandra Gassert in Seeshaupt. In Seeshaupt wurde gar erstmals ein Krippenspiel vor die kleine Kirche verlegt, sogar Lamas wirkten mit.

In der Martin-Luther-Kirche predigte Julian Lademann vor dicht gefüllten Bänken. Rund 180 Gläubige waren es um 18 Uhr, um 22 Uhr fanden sich an die 200 Besucher ein. „So viele hatten wir um diese Zeit noch nie“, freute sich der Pfarrer. Lademanns Erklärung: „Weihnachten ist den Menschen immer noch wichtig.“ Viele würden sich nach den Familienfeierlichkeiten gern etwas Besinnliches gönnen. Auch wenn die Zeit davor noch so stressig war, „kommen die Menschen trotzdem“. Seine Kernbotschaft drehte sich um die Gaben an diesem Tag. „Es sind nicht unsere Geschenke, die wir uns machen. Sondern, dass Gott sich uns schenkt.“ Lademann gab seinen Zuhörern Tröstliches mit auf den Weg: „Wir sind Gott nicht egal.“ Der neue Pfarrer spürte bei den Gläubigen eine Sehnsucht nach Frieden. Allerdings nicht unbedingt eine mit weltpolitischem Hintergrund. „Ich hatte eher das Gefühl, dass die Menschen auch bei sich anfangen, Frieden zu suchen, im hektischen Alltag, wo so viel verlangt wird.“

Ähnlich sah es sein katholischer Amtskollege. Bernhard Holz hielt die Christmetten um 17.45 Uhr in Steigenberg und um 22 Uhr in Christkönig. Beide Male war „die Kirche voll“, bilanzierte er. Allein Christkönig fasst um die 600 Personen. Aufgefallen war dem Geistlichen, dass darunter viele Familien mit ihren mittlerweile erwachsenen Kindern waren. Die Suche nach dem persönlichen Frieden sei etwas Charakteristisches für diese Zeit des Jahres, sagt Holz: „Das führt die Menschen an Weihnachten in die Kirche.“ Dahin, wo sie eine Oase der Ruhe vorfinden. „Gott will Frieden für jeden ganz persönlich“, betonte Holz.

Seine Botschaft war eine optimistische und hoffnungsfrohe. Obwohl Gott mit der Geburt des Kindes in der Heiligen Nacht in eine Welt gekommen sei, „die keine heile Welt ist“. Deshalb sei er gekommen, „um in diese Welt Licht, Wärme und Liebe zu bringen“. Aber die Menschen müssten sich auch einbringen, so der Pfarrer. „Es liegt auch an uns, diese Welt heiler und wärmer zu machen.“

Nachmittags hatte die katholische Pfarrei jeweils in Christkönig und Steigenberg die Kinderkrippen gefeiert. Auch da waren die zwei Gotteshäuser voll gewesen.

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