Vorfall an Weg in Unterhausen

Und was stimmt nun?

Weilheim - Zu einem Vorfall an einem  gesperrtem Weg in Unterhausen gab es zwei Versionen. Welche stimmt, konnte nicht geklärt werden. 

 Eine der beiden Geschichten konnte nicht stimmen, das war in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Weilheim schnell klar. Welche, das wurde aber nicht geklärt, denn das Verfahren wurde eingestellt.

Der Angeklagte, ein 56- Jähriger, dessen Haus in Unterhausen an einem Weg liegt, der für Kraftfahrzeuge gesperrt ist, war wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt, weil er laut Anklage einen Kradfahrer, der vor seinem Haus an ihm vorbeifahren wollte, am Arm gepackt hatte, sodass dieser nur mit Mühe einen Sturz verhindern konnte.

Gegen den 56-Jährigen war aufgrund der Aussage des damals 17-jährigen Endurofahrers aus Wessobrunn bei der Polizei ein Strafbefehl ergangen. Dagegen hatte der Unterhausener Einspruch eingelegt, und deswegen kam es zur Gerichtsverhandlung. Vor Gericht schilderte der Mann seine Version dieser Begegnung mit dem Motorradfahrer am 23. August im vergangenen Jahr: Er habe zusammen mit seiner Frau im Garten Äste geschnitten und dazu eine lange Astschere benutzt. Er habe gehört, wie sich ein Pulk von Motorradfahrern genähert habe. Dem habe er aber keine Aufmerksamkeit geschenkt, sondern weiter Äste geschnitten. „Ich habe mit der langen Schere in der Hand einen kleinen Schritt zurück gemacht. In dem Moment ist der Motorradfahrer an mir vorbeigefahren und hat mich touchiert.“ Als er dann laut „Hey“ gerufen habe, habe ihm der junge Mann den Stinkefinger gezeigt. „Dann habe ich die Polizei angerufen“, so der 56-Jährige.

Die Polizei nahm den Vorfall auf und begann zu ermitteln. Zunächst wurde der Kradfahrer vernommen. Dieser schilderte das Zusammentreffen mit dem Unterhausener komplett anders: „Als ich an ihm vorbeifahren wollte, packte mich der Angeklagte mit beiden Händen am rechten Oberarm“, so der junge Mann vor Gericht.

Das Unterhausener Ehepaar und er hatten zuvor bereits eine unerfreuliche Begegnung: Der junge Mann war schon einmal den verbotenen Weg gefahren und dafür angezeigt worden – von dem Angeklagten und seiner Frau.

Dass der Vorfall vom August des vergangenen Jahres etwas damit zu tun haben könnte, bestritt die Ehefrau (53) des Angeklagten, die ebenfalls als Zeugin vor Gericht aussagte. Sie notiere sich jedes Kennzeichen von vorbeifahrenden Kraftfahrern, sie habe eine ganze Liste in ihrem Computer. Mit dem 17-jährigen Enduro-Fahrer aus Wessobrunn habe das persönlich nichts zu tun gehabt. Im Übrigen stützte sie die Aussage ihres Mannes, erzählte davon, dass sie im Garten Äste geschnitten hätten und ihr Mann plötzlich gesagt hätte: „Der hat mich jetzt angefahren.“

Welche der beiden Geschichten sie für glaubhaft hält, das musste Richterin Katrin Krempl nicht mehr entscheiden. Das Verfahren gegen den Unterhausener wurde nämlich mit Zustimmung der Staatsanwältin gegen die Geldauflage in Höhe von 400 Euro an den Bund Naturschutz zu zahlen, vorläufig eingestellt.

Kathin Hauser

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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