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Stadtpfarrkirche soll jetzt eine ganz besondere Orgel bekommen

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Von: Magnus Reitinger

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Die neue Broschüre zur neuen Orgel beschreibt den Planungsstand, die Konzeption des Instruments, die Orgelbauer und weitere Schritte. Das Heft liegt in der Kirche aus und ist online unter pfarreien-weilheim.de zu finden.
Die neue Broschüre zur neuen Orgel beschreibt den Planungsstand, die Konzeption des Instruments, die Orgelbauer und weitere Schritte. Das Heft liegt in der Kirche aus und ist online unter pfarreien-weilheim.de zu finden. © Pfarrei

Gut zwei Jahre dauert es noch, bis in der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt eine neue Orgel erklingt. Doch die Vorfreude ist schon groß – denn dieses Instrument wird „in den ganzen Pfaffenwinkel ausstrahlen“.

Weilheim – 2024 gibt es Grund zum Feiern in jenem Gotteshaus, das wie kein anderes Bauwerk das Erscheinungsbild Weilheims prägt: Zum 400. Mal jährt sich in diesem Jahr die Grundsteinlegung der Kirche Mariä Himmelfahrt. Und passgenau zu diesem Jubiläum soll die neue Orgel fertig sein, mit der akustisch wohl eine neue Ära in der Stadtpfarrkirche beginnt. Worauf sich die Weilheimer und alle Besucher freuen dürfen, das beschreibt eine lesenswerte und schön gestaltete Broschüre, welche die katholische Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt kürzlich veröffentlicht hat – und die sowohl in der Kirche ausliegt als auch im Internet heruntergeladen werden kann: „Auf dem Weg zur neuen Orgel“.

Hatten die Verantwortlichen zu Beginn dieses Weges vor fünf Jahren noch eine Art Kopie der vorhandenen Orgel im Sinn (die inzwischen „aus dem letzten Loch pfeift“), so ist mittlerweile ein außergewöhnliches, ganz besonderes Instrument geplant: Dieses werde nicht nur „in den ganzen Pfaffenwinkel ausstrahlen“, wie es in der Broschüre heißt, sondern „die süddeutsche Orgellandschaft nachhaltig bereichern“.

Die Werk- und Registeraufstellung, die der Weilheimer Kirchenmusiker und international gefragte Konzertorganist Jürgen Geiger in Zusammenarbeit mit mehreren musikalischen Beratern konzipiert hat, nimmt italienische, süddeutsch-böhmische und französische Klangtraditionen auf. So ergeben sich „für Liturgie und Konzert nahezu unbegrenzt vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten“, erklärt Geiger. Durch einen dreiteiligen Orgelprospekt auf der Empore und ein zusätzliches Solowerk im Altarraum werde zudem ein „einzigartiger Raumklang“ erzeugt.

Orgelbauer sind viel beschäftigt

Die klangliche Gestaltung und die Anordnung der Register ist bereits vertraglich mit der Firma „Freiburger Orgelbau Hartwig & Tilmann Späth“ festgelegt. Die renommierten Orgelbauer sind aber so ausgelastet, dass sie erst 2023 mit dem Weilheimer Instrument beginnen und es wohl erst 2024 einbauen können. Bis dahin ist freilich auch vor Ort noch viel zu tun. Die Details der äußeren Gestaltung müssen noch gemeinsam erarbeitet werden, dabei sind auch das Kunstreferat der Diözese Augsburg und die Denkmalschutzbehörden eingebunden. Der Orgelprospekt, so das erklärte Ziel, soll sich „einerseits in die Architektur einpassen, andererseits seine Entstehung im 21. Jahrhundert nicht verleugnen“.

Auch auf die Finanzierung der Orgel ist noch viel Energien zu verwenden. Von den insgesamt nötigen 1,1 Millionen Euro sind bis dato gut 880 000 Euro gesichert. Fehlen also noch 220 000 Euro, die in den kommenden Jahren gesammelt werden müssen – über Spenden von Einzelpersonen, Gruppen oder Firmen, über Patenschaften für Töne und Register, über weitere Benefizveranstaltungen.

„Jede Generation hier in Weilheim muss ihren Beitrag bringen, um das, was vor 400 Jahren gebaut wurde, zu erhalten und weiterzuführen“, schreibt Stadtpfarrer Engelbert Birkle in seinem Geleitwort zu der Broschüre: „Um die Jahrtausendwende war es die große Renovierung. Jetzt, 20 Jahre später, ist es das Projekt der neuen Orgel.“ Und man darf sicher sein: Der Einsatz wird sich lohnen.

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