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Die besten Vorleser des Landkreises traten in Peißenberg an. (vorn v.l.) Stefanie Kiml, Bianca Rittner, Morris Webb, (Mitte v.l.) Louis Postel, Simon Balazs, Lisa Speer, Bernhard Eichner, Franziska Straub, Cora Croll, Evelyn Marquardt und Chiara Bittner wurden von (hinten v.l.) Nancy Werner, Ursula Einberger, Sabine Ingelsberger und Hans Socher beurteilt. 

Vorlesewettbewerb  in der Zerhoch-Schule

Übung macht den Lesemeister

Peißenberg - Bianca Rittner (11) aus Penzberg gewinnt den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs. Sie geht nun zum Regionalentscheid.

Gebannt blicken knapp 40 Leute auf Bianca Rittner aus Penzberg. Die Elfjährige sitzt in einem Klassenzimmer in der Josef-Zerhoch-Mittelschule in Peißenberg. Sie ist aufgeregt, versucht sich aber nichts anmerken zu lassen. Vor ihr liegt das Jugendbuch „Carlotta – Internat auf Probe“. Sie hat es schon mehrmals gelesen. „Dreimal bestimmt“, sagt die Penzbergerin. Bevor sie es aufschlägt, erzählt sie, wovon das Buch handelt. Dann beginnt sie zu lesen.

Die Penzbergerin ist eine von elf Schülern, die am Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs im Landkreis teilnehmen. Beim Wettbewerb wird entschieden, wer den Landkreis beim Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs 2015/16 vertreten darf. Souverän beginnt Bianca Rittner zu lesen. Wort für Wort liest sie die Geschichte aus dem Buch. Es ist still im Klassenzimmer. Die Zuhörer konzentrieren sich auf ihre Stimme. Allen voran die Jury, bestehend aus Hans Socher, Schulleiter der Peißenberger Mittelschule, Elternbeirätin Sabine Ingelsberger, Schülersprecherin Nancy Werner und Ursula Einberger von der Buchhandlung „Peißenbuch“.

Während die Penzbergerin liest, machen sich die vier Juroren Notizen und bewerten ihre Leistung. Der Text sitzt, und nach knapp fünf Minuten ist die Elfjährige fertig. Die Eltern, Großeltern und Schüler im Klassenzimmer applaudieren, und Bianca Rittner setzt sich wieder ins Publikum. Dann ist die nächste Kandidatin am Start.

„Eine Stunde lang habe ich am Vortag noch geübt für den Wettbewerb“, erzählt Bianca Rittner hinterher. Die Textstelle, die sie beim Wettbewerb gelesen hat, konnte sie sich selbst aussuchen und hat sie zu Hause mehrmals laut vorgelesen. „Ich lese unheimlich gerne. Wenn ich zum Beispiel in der Schule eine schlechte Note bekomme, dann lenkt mich das Lesen ab, und ich kann in eine andere Welt eintauchen“, sagt die Penzbergerin. Beim Vorlesewettbewerb hat sie versucht, sich, so gut es geht, zu konzentrieren. Die Textstelle habe nicht zu laut und nicht zu leise, aber auch nicht zu schnell und bloß nicht zu langsam gelesen werden dürfen, wie sie erklärt. „Und die Betonung ist ganz besonders wichtig, damit die Geschichte lebendig wirkt“, so die Elfjährige. Die Jury zieht sich zur Beratung zurück. Wenig später ist Siegerehrung.

„Es war eine sehr schwere Entscheidung, weil so viele gute Vorleser unter den Teilnehmern sind“, sagte Schulleiter Socher. Trotzdem habe die Jury eine Entscheidung treffen müssen. Für alle Teilnehmer gab es ein Buch als Preis und einen Büchergutschein. Den ersten Platz belegte Bianca Rittner – sie wird den Landkreis nun beim Regionalentscheid vertreten. „Ich freue mich sehr. Bis zum Wettbewerb werde ich noch ganz viel lesen“, sagt die Penzbergerin. Ob sie dort mit derselben Textstelle aus ihrem Buch antreten wird, weiß die Elfjährige aber noch nicht.

Jonas Regauer

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