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Aktivitäten im Schnee waren im Januar zumindest an einigen Tagen möglich. Das Foto wurde am Hohen Peißenberg aufgenommen. 

Wetterückblick

Der wärmste 26. Januar seit Beginn der Messung 1781

Hohenpeißenberg - Die aktuellen Daten des Observatorium auf dem Hohen Peißenberg: Der 26. Januar war der wärmste seit Beginn der Messung 1781.

 Im Januar „hatte es der Winter geschafft, auch in unserer Region vorbeizuschauen“, sagt Diplom-Meteorologe Siegmar Lorenz. Zum Jahresanfang allerdings war er nur bis zur Mitte Deutschlands vorangekommen. Damit verbunden war eine markante Luftmassengrenze, die kontinentale Kaltluft aus Russland und Skandinavien im Nordosten von milderer Meeresluft im Südwesten trennte. Markant deshalb, weil es über Deutschland einen Temperaturunterschied bis zu 20 Grad gab. So kamen die Tagesmaxima östlich der Elbe und im Norden nicht über -10 Grad Celsius hinaus, während es im Südwesten +10 Grad Celsius waren. An der Luftmassengrenze selbst war es hochwinterlich mit Schneefällen und gefrierendem Regen.

Zu Beginn der zweiten Dekade stellte sich die Wetterlage komplett um. Tiefer Luftdruck über dem Nordatlantik leitete einen Kaltluftvorstoß nach ganz Mitteleuropa ein. So stellte sich auf dem Hohen Peißenberg vom 15. bis 21. Januar eine siebentägige Dauerfrostperiode ein. Am kältesten war es am 18. Januar mit -10,4 Grad Celsius. Der deutschlandweite Januar-Kälterekord wurde in Oberstdorf mit -23,5 Grad Celsius erreicht.

Der mit dem Wintereinzug verbundene Schneefall führte ab dem 13. Januar zur Bildung einer geschlossenen Schneedecke, welche in dieser Kälteperiode am 18. Januar mit 28 Zentimetern ihre größte Höhe erreichte. Der Wind blies während dieser Dekade bis zu Windstärke 6 im Mittel und in Windspitzen bis zur Windstärke 10, sodass mit den Schneewehen, die örtlich 50 Zentimeter hoch waren, hochwinterliche Verhältnisse herrschten.

In der dritten Dekade des Januar jedoch wurde der Winter erneut durch milde Atlantikluft aus Südwesten zurückgedrängt – „die praktische Fortsetzung des sehr milden Dezemberwetters 2015“, so Lorenz. So stiegen die Tagesmaxima ab dem 25. Januar sogar wieder über 10 Grad Celsius. Der 26. Januar war mit 13,9 Grad Celsius nicht nur der wärmste Tag des Monats, sondern auch der wärmste 26. Januar seit Bestehen der Messreihe 1781.

Zum Monatsende wurde dann nochmals kurzfristig – für wenige Stunden – Meeresluft polaren Ursprungs in die Zirkulation miteinbezogen. Daher lagen die Temperaturen am 31. Januar auf dem Hohen Peißenberg von 3 bis 15 Uhr wenige Zehntel unter dem Nullpunkt. Die langanhaltenden und alpenstaubedingten Starkniederschläge fielen in dieser Zeit als Schnee. So baute sich innerhalb von fünf Stunden (2 bis 7 Uhr) eine Schneedecke von 0 auf 24 Zentimeter Höhe auf. Bis 19 Uhr erhöhte sich die Schneedecke dann auf 34 Zentimeter – das war der Maximalwert des Monats. Nachts ging der Niederschlag in Regen über, die Temperatur stieg bis zum Morgen des 1. Februar um 7 Uhr bis auf acht Grad Celsius an – und der Schnee schmolz innerhalb von 12 Stunden wieder vollständig ab. Die tieferliegenden Gebiete des Landkreises „bekamen von diesem Schneephänomen kaum etwas mit“, so Lorenz.

Insgesamt fiel der Januar mit einer Monatsmitteltemperatur von 0,8 Grad Celsius um 2,4 Grad zu warm aus. An acht Tagen stieg das Quecksilber nicht über 0 Grad Celsius (Eistage). Frost trat an 21 Tagen auf. Der Vormonat war sehr niederschlagsreich, denn mit 120 Litern pro Quadratmeter fiel das Doppelte (197 Prozent) der langjährig zu erwartenden Summe. Messbarer Niederschlag trat an 24 Tagen auf, wovon an 17 Tagen Schnee dabei war. Sogar ein Gewitter (11. Januar) wurde beobachtet. Die Sonne schien insgesamt 69 Stunden (75 Prozent der langjährig zu erwartenden Summe). An acht Tagen war sie dagegen nicht zu sehen.

Eine Schneedecke lag an 21 Tagen. Der Januar war sehr windig. An 14 Tagen wurde Windstärke 6 im Mittel beobachtet. Die höchste Windspitze wurde am 31. Januar mit 27 Metern pro Sekunden (entspricht 97 km/h) registriert.

Siegmar Lorenz

Wetterbeobachter

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