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Um 13.20 Uhr standen an einem normalen Wochentag fünf Transporter dicht an dicht in der Weilheimer Schmiedstraße, einige von ihnen hatten eine Ausnahmegenehmigung für das Fahren in der Fußgängerzone in der Sperrzeit, andere aber nicht. 

Weilheim

Von wegen Fußgängerzone

Weilheim - Der Lieferverkehr in der Weilheimer Fußgänger sorgt für Unmut. Doch es ist wie bei der Geschichte vom Hasen und dem Igel.

Weilheim, kurz vor 11.30 Uhr an einem gewöhnlichen Wochentag: Ein Kleintransporter fährt durch die Schmiedstraße, Mütter mit Kinderwägen weichen erschrocken aus, eine alte Frau mit Rollator ruft: „Sie dürfen da jetzt nicht fahren.“ Der Mann am Steuer wirkt genervt, kurz später stoppt der Transporter und trägt schwere Pakete in ein Geschäft. Zehn Minuten später fährt er rückwärts aus der Fußgängerzone raus auf die Münchener Straße.

Dabei muss er erneut an dem Verkehrsschild vorbei, das eindeutig klärt, wann und zu welchem Zweck Fahrzeuge in die Fußgängerzone einfahren dürfen. „Lieferverkehr frei Mo-Fr 6-10h, 13.30-15, Sa 6-10h“ steht darauf.

Dass Lieferfahrzeuge außerhalb der zulässigen Zeiten mitten durch Weilheims „gute Stube“ fahren, das stört auch die Stadt. Ordnungsamtschef Andreas Wunder sieht aber auch die Probleme der Fahrer. Die müssten sich auch in anderen Fußgängerzonen an die Sperrzeiten halten, und die seien fast überall gleich. Deswegen sei es ihnen nicht immer möglich, pünktlich zu sein. Besonders an Markttagen sei es aber störend, wenn die Lieferfahrzeuge am Marienplatz über die Rettungswege zu den Geschäften fahren. Laut Wunder verfährt die Stadt so: Wird ein Fahrer außerhalb der zulässigen Lieferzeiten in der Fußgängerzone erwischt, „wird er beim ersten Mal ermahnt, beim nächsten Mal gibt es einen Strafzettel“.

Zuständig dafür ist die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ). Deren Chef Gerhard Bäck kennt das Problem zu Genüge. Er sagt, dass nicht alle Fahrzeuge verbotenerweise außerhalb der Sperrzeiten in der Fußgängerzone unterwegs seien. Manche hätten Ausnahmegenehmigungen, beispielsweise Handwerker.

Andere Lieferanten riefen bei der KVÜ an, wenn sie etwa wegen Staus oder Schneeglätte zeitlich in Verzug seien. „Die geben dann ihr Kennzeichen durch“, so Bäck, dann würde es auch geduldet, wenn sie mit Verspätung in die Fußgängerzone fahren. „Das gilt aber nur im Notfall“, schränkt Bäck ein.

Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe, nämlich die, die „grandios im Ignorieren sind“, wie Bäck sagt. Sie erhalten einen Strafzettel über 30 Euro. Wenn die KVÜ einige Tage lang verstärkt kontrolliere, so Bäck, fahre kaum ein Lieferwagen mehr verbotenermaßen rein. „Sind wir ein paar Tage nicht da, geht es wieder los“.

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