Blick auf Weilheims Feuerwehrgerätehaus: Links davon planen die Stadtwerke den Neubau eines 12,50 Meter hohen Parkhauses, in dessen Erdgeschoss 14 Fahrzeughallen für Feuerwehr und Rotes Kreuz vorgesehen sind.
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Blick auf Weilheims Feuerwehrgerätehaus: Links davon planen die Stadtwerke den Neubau eines 12,50 Meter hohen Parkhauses, in dessen Erdgeschoss 14 Fahrzeughallen für Feuerwehr und Rotes Kreuz vorgesehen sind.

Kommandant Bischel beklagt akute Raumnot

Feuerwehr Weilheim warnt vor Scheitern des Parkhaus-Baus

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Weilheims Feuerwehr schaltet sich in die Debatte um das geplante Parkhaus an der Krumpperstraße ein: Kommandant Konrad Bischel mahnt eine schnelle Umsetzung des Bauvorhabens an, in das dringend benötigte Fahrzeughallen für die Wehr integriert sind. Denn die Raumnot sei akut – und Alternativen nicht in Sicht.

Weilheim – Nach der Kritik des Agenda-Arbeitskreises „Stadtentwicklung“ an den Ausmaßen des geplanten Parkhauses müsse er „aus Sicht der Feuerwehr“ erklären, warum eine „möglichst schnelle Umsetzung“ des Bauvorhabens erforderlich sei, schreibt Bischel in seiner Stellungnahme – und hebt auf eine „Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses“ ab. Die erfolgt nach jetziger Planung, indem das Erdgeschoss des Parkhauses 14 Fahrzeughallen für Feuerwehr und Rotes Kreuz beherbergt. Darüber wollen die Stadtwerke als Bauherr bekanntlich zwei Ebenen mit insgesamt 100 Autostellplätzen für Dauerparker schaffen.

Erste Überlegungen zur Beseitigung der Raumnot der Weilheimer Wehr wurden laut Bischel bereits im Jahr 2000 – „noch zu Amtszeiten von Altbürgermeister Rawe“ – angestellt: „Es folgten mittlerweile drei Interimslösungen an verschiedenen Standorten. Derzeit ist die für den Einsatz und Katastrophenschutz erforderliche Ausrüstung zu großen Teilen im Trifthof untergebracht. Die Halle ist vier Kilometer vom Gerätehaus entfernt, was zu erheblichem zeitlichen Verzug im Einsatzfall führt.“

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2014 gab es dem Kommandanten zufolge erste Ideen für ein Parkhaus auf dem Stadtwerkegrundstück, welche „nach vielen Abwägungen und zähem Ringen“ zur jetzigen Lösung führten. Diese sei für Feuerwehr und Stadtwerke ein tragbarer Kompromiss, schreibt Bischel: „Ein Gebäudeentwurf hat zuerst die erforderlichen Funktionen zu erfüllen und muss wirtschaftlich umsetzbar sein. Wenn er zu guter Letzt noch allgemein als optisch gelungen bewertet wird – umso besser.“

Das Gesamtgebäude wirke aufgrund der erforderlichen Nutzung „relativ wuchtig“, räumt der Feuerwehrkommandant ein. Doch viele Bauten an der B 2 würden „die geplante Höhe des Parkhauses wesentlich in Trauf- oder Firsthöhe überschreiten“; Bischel nennt etwa Ärztehaus, Rathaus, Wasserwirtschaftsamt und das Biomichl-Gebäude. Eine parallele Nutzung von Unter- und Obergeschossen über den Feuerwehrgaragen scheide aus, da für eine zweite Rampe ins Untergeschoss das Parkhaus über sieben Meter nach Osten rücken müsse – was wegen der nötigen Ausfahrtsflächen für die Einsatzfahrzeuge und der vorgeschriebenen Übungsflächen nicht gehe. „Alternativ würden vermutlich mindestens drei Einstellplätze komplett verloren gehen“, so Bischel.

Kommandant Bischel: „Keine 400 Meter von der Mariensäule entfernt will man aber die Bebauung auf das Maß eines kleinen Weilers reduzieren.“

Was städtebauliche Aspekte betrifft, erinnert der Kommandant an die „althergebrachte urbane Bebauung unserer Altstadt“, die immer wieder als „Juwel“ gerühmt werde: „Keine 400 Meter von der Mariensäule entfernt will man aber die Bebauung auf das Maß eines kleinen Weilers reduzieren.“ Die Visualisierung des geplanten Parkhauses seitens des Agenda-AK weise zudem „einen Blickwinkel auf, aus dem das Gebäude von keinem Passanten gesehen werden kann“. Im übrigen trägt Bischel zufolge „ein höheres Gebäude auch besser zum Schallschutz gegenüber westlichen Nachbarn bei Übungs- und Arbeitsdiensten nach Einsätzen zu üblichen Ruhezeiten bei“.

Schließlich warnt Bischel vor den Folgen, falls „die Wirtschaftlichkeit für die Stadtwerke aufgrund reduzierter Stellplatzanzahl nicht mehr gegeben“ wäre: Ein niedrigerer Erweiterungsbau für Feuerwehr und BRK könnte durch die Stadt angesichts der Haushaltslage „vermutlich auf Jahre hinaus nicht finanziert werden, da für Grunderwerb von den Stadtwerken und Baukosten überschlägig über fünf Millionen Euro aufzuwenden wären“.

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