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Den Kauf von Lastenfahrrädern, aber auch den von Lasten- oder Kinderanhängern will die Stadt fördern. 

Stadt bezuschusst Kauf von Lastenfahrrädern

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Weilheimer, die ein Lastenfahrrad oder einen Radl-Anhänger anschaffen, sollen von der Stadt künftig finanziell unterstützt werden. Das hat der Hauptausschuss des Stadtrats einstimmig beschlossen – vorbehaltlich der anstehenden Haushaltsberatungen. Im Januar 2020 könnte das Förderprogramm starten.

Weilheim – Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte: Vor zwei Jahren bereits hatte Grünen-Stadtrat Eckart Stüber angeregt, den Kauf von Lastenfahrrädern zu fördern; sein Antrag wurde damals zurückgestellt. Vergangenen Mai kam seitens der BfW ein ähnlicher Vorstoß, der im Hauptausschuss rege und kontrovers diskutiert wurde. Wegen verschiedenster Bedenken der Kollegen zog die BfW-Fraktion den Antrag dann aber zunächst wieder zurück – und präsentierte nun eine überarbeitete Version. Für die gab es vergangenen Mittwoch viel Lob im Ausschuss, wenngleich einige Mitglieder die „Frage der Gerechtigkeit“ umtrieb. Doch das Fördermodell sei zumindest „ein Anfang“, so der Tenor, ein kleiner Baustein zur Umsetzung nachhaltiger Mobilität. Denn Lastenräder könnten im innerstädtischen Verkehr viele Fahrten mit dem Auto ersetzen.

Die Stadt Weilheim gewährt maximal 500 Euro Zuschuss

Konkret ist jetzt vorgesehen, „die Anschaffung von Lastenrädern mit und ohne elektrischem Antrieb“ zu fördern, „für private oder gewerbliche Nutzung sowie für gemeinnützige Organisationen“. Bei Neuanschaffung eines Lastenfahrrads soll es maximal 500 Euro geben, beim Erwerb eines Lasten- oder Kinderanhängers fürs Fahrrad 100 Euro. Insgesamt wird das Programm zunächst wohl auf 15 000 Euro jährlich begrenzt. „Das soll ein Signal sein, ein erster Schritt in die richtige Richtung“, erläuterte BfW-Vertreter Jochen Knittel in der Sitzung. Mit entsprechenden Erfahrungen könne man „jederzeit nachjustieren“.

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Einige Kollegen im Ausschuss brachten bereits Ergänzungen ein: „Damit möglichst viele etwas davon haben“, solle die Förderung auf ein Fahrrad pro Antragsteller begrenzt werden, meinte Marion Lunz-Schmieder (CSU). Dabei gelte: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Außerdem sollte es eine Bedingung sein, „dass die Räder in Weilheim gekauft werden“, so die CSU-Sprecherin weiter: „Wir wollen ja eigentlich nicht, dass alles immer im Internet gekauft wird.“ Anders Grünen-Vertreter Stüber: „Wo die Leute ihr Fahrrad kaufen, ist mir letztlich völlig egal. Hauptsache, sie verursachen keinen Autoverkehr.“ Stüber warnte davor, für das Förderprogramm zu komplizierte Vorgaben zu machen: „Man soll das Ganze jetzt einfach mal anpacken.“

Werden in den Haushaltsberatungen des Stadtrats in den nächsten Wochen die nötigen 15 000 Euro freigegeben, dann könne das Projekt zum 1. Januar 2020 starten, wie es hieß. Die Stadtverwaltung muss bis dahin die genauen Richtlinien und die praktische Umsetzung ausarbeiten. Zuschüsse bekommt die Stadt Weilheim für das Förderprogramm übrigens nicht, wie Standortförderer und Radverkehrsbeauftragter Stefan Frenzl eruierte: In manchen Bundesländern gebe es solche Förderungen, jedoch nicht in Bayern.

Soll es in Weilheim auch Lastenfahrräder zum Leihen geben?

Bei aller Sympathie für das beschlossene Modell stellte sich für einige Ausschuss-Mitglieder doch eine „soziale Frage“: „Was ist mit Leuten, die weder Platz für ein Lastenfahrrad haben noch das Budget dafür, weil sie jeden Cent zweimal umdrehen müssen?“, fragte Petra Arneth-Mangano (SPD). Auch Angelika Flock (CSU) konstatierte: „Es kann nicht sein, dass immer die, die sich das gar nicht leisten können, das Nachsehen haben.“ Arneth-Mangano regte an, etwa über die Stadtwerke ein Mietsystem für solche Lastenräder aufzubauen. Das habe man bereits gemeinsam überlegt, antwortete Tillman Wahlefeld (BfW), „aber dafür ist Weilheim schlicht und einfach zu klein“. Flock schlug vor, die Stadt solle selbst ein, zwei solcher Räder anschaffen und verleihen. Doch das, so hieß es im Ausschuss, wäre wieder ein eigener Antrag, der erst genauer ausgeführt und diskutiert werden müsse.

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