Schwer beschädigt wurde der dunkelblaue Mini Cooper SD Roadster (im Vordergrund). Er parkte zwischen anderen Fahrzeugen des Autohauses.
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Schwer beschädigt wurde der dunkelblaue Mini Cooper SD Roadster (im Vordergrund). Er parkte zwischen anderen Fahrzeugen des Autohauses.

Einiges deutet auf Brandstiftung hin

Racheakt vor Weilheimer Autohaus? Unbekannter zündet Mini an - Passant verhindert Schlimmeres - Kripo ermittelt

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Auf dem Gelände eines Weilheimer Autohauses wurde ein Mini Cooper absichtlich in Brand gesteckt. Nur einem zufällig vorbeikommenden Passanten ist es zu verdanken, dass der Schaden nicht höher ist.

  • Vor einem Weilheimer Autohaus brannte ein Mini Cooper.
  • Das beherzte Eingreifen eines Passants verhinderte Schlimmeres.
  • Die Besitzerin war bereits wegen eine Vandalismus-Schadens in der Werkstatt.

Weilheim – „Pkw brennt zwischen Pkw“: Mit dieser alarmierenden Botschaft eilen vier Fahrzeuge der Weilheimer Feuerwehr um kurz vor 20 Uhr zum abendlichen Einsatz in die Christoph-Selhamer-Straße. Als die insgesamt 14 Einsatzkräfte auf dem Gelände des Autohauses „Widmann und Winterholler“ ankommen, haben sie aber fast nichts mehr zu tun. „Bei einem abgestellten Mini Cooper war das Verdeck teilweise abgebrannt, aber zum Glück hat der Ersthelfer schnell reagiert“, sagt Vize-Kommandant Stefan Herbst.

Brennender Mini in Weilheim: Passant besorgt sich Feuerlöscher - und verhindert Schlimmeres

Dieser Ersthelfer war der Held des Abends. Laut Bericht des Polizeipräsidiums Oberbayern hatte er als zufällig vorbeikommender Passant das sich ausbreitende Feuer bemerkt. „Der Mann ist zum benachbarten Geschäft für Tiernahrungsbedarf, das noch offen hatte, und hat sich dort einen Feuerlöscher organisiert“, sagt Autohaus-Geschäftsleiter Stefan Rosenberger anerkennend.

Mit dem Handfeuerlöscher erstickte er die Flammen, die Feuerwehr musste laut Vize-Kommandant Herbst nur noch kurz nachlöschen und die Batterie abklemmen, um auf Nummer sicher zu gehen. „Das ist Standard, weil bei derart beschädigten Autos immer eine Brandgefahr gegeben ist“, so Herbst.

Weilheim: Beim brennenden Auto deutet laut Polizei einiges auf Brandstiftung hin

Wäre das Feuer nicht so schnell entdeckt worden, hätte der Schaden weitaus größer sein können, sagt er. „Das Auto stand zwar recht weit weg vom Gebäude, doch bei Autobränden entsteht schnell eine Hitze im hohen dreistelligen Grad-Bereich, da schmelzen schnell Kunststoffteile benachbarter Autos oder sie fangen ebenfalls Feuer“, sagte Herbst.

So blieb es beim stark beschädigten Mini, der einer Frau aus dem Landkreis Landsberg gehört. Die Schadenshöhe konnte die Polizei in ihrer gestrigen Mitteilung noch nicht beziffern. Doch eines war klar: Schon am Abend des Brandes, der bereits am vergangenen Donnerstag war, deutete einiges auf Brandstiftung hin.

Nach dem Brand: Fahrzeugwrack als Beweismittel sichergestellt

„Deshalb wurde das Fahrzeugwrack noch am selben Abend als Beweismittel sichergestellt und abgeschleppt“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern. Die Kripo Weilheim hat die Ermittlungen übernommen.

Die dürften sich auf das nähere Umfeld der Frau beziehen. Denn das Auto war wegen bereits wegen eines größeren Vandalismus-Schadens in der Werkstatt – hat der Täter dort seine Tat vollendet? „Es ist natürlich extrem bitter für die Frau. Sie ist Stammkundin, wir wollten für die Reparatur einen Kostenvoranschlag erheben“, sagt Geschäftsleiter Rosenberger.

Weilheim: Auto war bereits wegen Vandalismus-Schaden in Werkstatt

Er war am Abend von dem Vorfall informiert worden. „In unserem Geschäft gibt es nichts, was es nichts gibt, von abmontierten Reifen bis zum gestohlenen Auto“, sagt Rosenberger. Doch eine Brandstiftung ist auch für ihn neu. Er hat noch nicht mit der Kundin gesprochen, das hatte die Polizei übernommen.

Polizei sucht Zeugen

Die sucht jetzt nach Zeugen des Vorfalls: Wer am Donnerstagabend, 12. November, in der Zeit zwischen 19.30 und 20 Uhr im Bereich der BMW-Autohauses an Christoph-Selhamer-Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, soll sich unter Telefon 0881/6400 bei der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim melden.

Das Feuer, das kürzlich in einem Hohenpeißenberger Mehrfamilienhaus ausbrach, sorgte für den bislang größten Brandeinsatz der Feuerwehr Hohenpeißenberg in diesem Jahr. Zwei Hausbewohner und ein Feuerwehrmann wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Tödlich endete für einen 55-jährigen Motorradfahrer aus Peißenberg hingegen ein Unfall, der sich am Mittwochnachmittag in Oberhausen ereignete.

(Von Boris Forstner)

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