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Freuen sich über die Konkretisierung des Schulprojekts in Afrika: Initiatorin Uta Orawetz und Gerd Veit.

Spenden sind immer noch erwünscht

„Weilheimer Schule“ entsteht in Togo

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Endspurt für das Projekt einer „Weilheimer Schule“ in Afrika: Das Schulhaus, für das seit knapp zwei Jahren eine Spendenaktion läuft, wird in Togo errichtet und voraussichtlich schon im Januar 2020 eingeweiht. Möglichst viele Weilheimer sollen mithelfen, dass bis dahin die noch fehlenden 12 500 Euro zusammenkommen.

Weilheim – Im Dezember 2017 hatte die Weilheimer Geschäftsfrau und Stadträtin Uta Orawetz das Projekt gestartet – indem sie den ehemaligen Reiseunternehmer Reiner Meutsch zu einem Auftritt im „Trifthof Kinocenter“ einlud. Der heute 64-Jährige berichtete dort von seiner Stiftung „Fly & Help“, die seit 2010 über 350 Schulprojekte in der ganzen Welt realisiert hat (oder gerade verwirklicht). Eine dieser Schulen wird „Weilheimer DERPART-Schule“ heißen, denn Orawetz unterstützt mit ihren Weilheimer DERPART-Reisebüros das Projekt und sammelt seit Meutschs eindrucksvoller Präsentation Spenden dafür. Knapp 40 000 Euro sind bisher zusammengekommen, das sind rund 75 Prozent der nötigen Summe. 12 500 Euro fehlen noch, dann ist der Schulbau komplett von Weilheimern finanziert.

Fest steht inzwischen, dass diese Schule nicht – wie ursprünglich gedacht – in Tansania oder Kenia entsteht, sondern in Togo: im Dorf Kagnibara. Dieses liegt „in einer völlig vergessenen Gebiet zwischen der Grenze zu Ghana und einem Gebirgszug und ist nur über eine mühsame Piste von Bassar aus erreichbar“, heißt es im neuen Info-Flyer der Initiative. Die dortige Grundschule, 2009 gegründet, umfasst derzeit sechs Jahrgänge mit insgesamt 214 Schüler, die von fünf Lehrern in „sehr primitiven“ Strohhütten unterrichtet werden. „Wenn es regnet, werden alle Schüler und ihr Schulmaterial nass“, erklären Orawetz und ihr Mitstreiter Gerd Veit in dem Flyer.

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Um abzuhelfen, wird dank der Weilheimer Hilfe jetzt ein Schulhaus mit drei Klassenräumen, einem Büro, einem Lagerraum/Sekretariat und Latrinen gebaut. Letzteres sind ganz einfache Toiletten – denn „die hygienischen Bedingungen sind bisher katastrophal“, weiß Orawetz, „was oft zu Krankheiten führt“. Der Bau hat bereits begonnen, voraussichtlich im Januar 2020 kann die neue Schule eingeweiht werden. In den Gesamtkosten von etwas über 52 000 Euro ist auch die Ausstattung schon enthalten.

Den Schulbau in Kagnibara hatte „Fly & Help“ bereits in Planung, doch dann ist ein Sponsor abgesprungen – so kamen die Weilheimer zu dem Projekt. „Das passt genau zu uns“, freut sich Orawetz und erinnert daran, dass es „auch eine deutsche Geschichte in Togo gibt“. Deutsche seien in dem westafrikanischen Land nach wie vor „höchst angesehen“. Und Veit fügt an: „Es ist wichtig, dass wir jetzt ein konkretes Projekt haben.“

Für die noch fehlenden 12 500 Euro hoffen die Initiatoren jetzt auf die Unterstützung vieler einzelner Weilheimer. Denn die ursprüngliche Idee war, dass sich jeder der 23 070 Einwohner Weilheims (Stand Sommer 2018) mit einer Spende von einem Euro an dem Projekt beteiligt und dafür einen von 23 070 Mini-Ziegeln erhält, die Orawetz auf eigene Kosten anfertigen ließ. Diese sollen symbolisieren, „dass Bildung und ein Dach über dem Kopf nicht selbstverständlich sind“, schreiben die Initiatoren: „Jedes Kind auf unserer Erde ist es gleichermaßen wert, mit einer soliden Ausbildung eine gute Grundlage für sein Leben zu erhalten.“

Für jeden Euro gibt es einen kleine Ziegelstein

Bei verschiedenen Aktionen wollen Orawetz, Veit und ihre Unterstützer in den kommenden Wochen um weitere kleine Spenden möglichst vieler Weilheimer werben. Für jeden Euro gibt es einen kleinen Ziegelstein. Spenden für die Schule sind außerdem im „Reisebüro Simader“ und im „Weilheimer Reiseservice“ möglich. Dort liegen auch Info-Flyer auf. Die Initiatoren versichern, dass jeder Euro „zu 100 Prozent – ohne Abzug von irgendwelchen Verwaltungskosten oder sonstigen Gebühren – in das Hilfsprojekt fließt“.

Am Montag, 18. November, kommt Reiner Meutsch noch einmal nach Weilheim und zeigt in der Stadthalle zusammen mit internationalen Künstlern ab 19.30 Uhr seine Live-Show „Abenteuer Weltumrundung“. Karten dafür gibt es in Orawetz’ Reisebüros. Tags darauf steht der „Fly & Help“-Gründer zudem für Vorträge an Weilheimer Schulen zur Verfügung.

Zur Einweihung der „Weilheimer DERPART-Schule“ in Togo wird Orawetz dann zusammen mit weiteren Interessierten reisen. Und auch nach der Eröffnung soll Kontakt von Weilheim nach Kagnibara gehalten werden.

Weitere Informationen zu dem Schulprojekt im Internet: www.derpart.com/reisebuerosimader.

Mehr über das Projekt von Uta Orawetz gibt es hier: Eine Schule für Afrika – und jeder kann mitbauen

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