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1369 meldepflichtige Infektionserkrankungen

Spitzenreiter war die Influenza

Landkreis - 1369 meldepflichtige Infektionserkrankungen wurden dem Gesundheitsamt  2015 angezeigt. Spitzenreiter war  mit 305 Fällen die Influenza.

 Wie aktuell das Problem mit den Infektionserkrankungen derzeit ist, zeigte sich an der Besetzung des Pressegesprächs am Donnerstag im Gesundheitsamt des Landkreises Weilheim-Schongau: Nur drei Teilnehmer saßen um den Tisch, zwei hatten sich abgemeldet – wegen Krankheit. Tatsächlich nähert sich die Grippewelle derzeit ihrem Höhepunkt, wie der Medizinaldirektor des Gesundheitsamtes, Dr. Stefan Günther, beim Pressegespräch sagte: „Das geht noch bis Anfang, Mitte April, dann flaut sie ab.“ Dennoch sei es noch nicht zu spät, gegen die Influenza zu impfen. Diese ist mit 305 Fällen die meldepflichtige Infektionskrankheit, die im vergangenen Jahr am häufigsten zugeschlagen hat.

Am zweithäufigsten wurde dem Gesundheitsamt mit 164 Fällen der Norovirus gemeldet. Jedes Jahr erkranken im Landkreis ähnlich viele Menschen an dieser Krankheit. Einen Ausreißer gab es jedoch mit 253 Fällen im Jahr 2014. Für diesen Rekord hat Günther eine simple Erklärung: „Es gab eine Weihnachtsfeier, bei der sich 100 Teilnehmer aus dem Landkreis mit dem Virus infiziert haben.“ Sonstige Magen-Darm-Krankheiten schlugen mit 86 Fällen zu Buche.

Insgesamt meldeten Ärzte Labore, Schulen, Krippen und Kindergärten dem Gesundheitsamt 1369 Infektionserkrankte. 392 Erkrankungen wären vermeidbar gewesen, wie Günther ausführte: „Gegen diese Krankheiten kann man impfen.“ Die Impfquote liegt im Landkreis bei der Influenza bei 20 bis 30 Prozent, bei den übrigen Krankheiten bei 85 bis 90 Prozent. „Das reicht uns noch nicht aus“, sagte Günther. Um die Masern zum Beispiel ganz auszurotten, müssten sich mindestens 95 Prozent der Bürger dagegen impfen lassen.

Händewaschen ist der beste Schutz

Um sich generell vor Infektionskrankheiten zu schützen, rät der Mediziner, sich gut und häufig die Hände zu waschen. „Das ist das A und O, es hilft gegen die meisten Infektionskrankheiten.“ Denn diese werden meist durch so genannte Tröpfchen übertragen.

Nur eine geringe Rolle spielen im Landkreis die Erkrankungen, die durch Stiche von tropischen Mücken hervorgerufen werden wie Denguefieber, das vier Mal gemeldet wurde, und der Zika-Virus, der schwere Missbildungen an ungeborenen Kindern hervorrufen soll. Dieser wurde kein einziges Mal gemeldet. „Das Risiko zur Weiterverbreitung dieser Krankheiten ist gleich null“, sagte Günther. Die Mücken, die einziger Krankheitsüberträger sind, kommen hier schlicht nicht vor. Wenn eine solche Krankheit im Landkreis auftauchen sollte, ist sie eingeschleppt und kann nicht übertragen werden.

Zwölf Fälle von Hepatitis B bei den Asylbewerbern

Von den Asylbewerbern, die im Jahr 2015 in der Not-Erstausfnahmeeinrichtung in Penzberg von den Medizinern des Gesundheitsamtes untersucht worden waren, hatten zwölf Hepatitis B, keiner HIV und keiner offene Tuberkulose. Dennoch treten regelmäßig ein bis zwei Fälle von Tuberkolose pro Jahr im Landkreis auf. „Das sind häufig alte, erworbene Erkrankungen, die erst in höherem Alter auftreten“, sagte Günther. Die Patienten müssten dann in Quarantäne in eine Lungenfachklinik.

Kathrin Hauser

Rubriklistenbild: © DPA

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