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An 18 Ehrenamtliche verlieh Landrätin Andrea Jochner-Weiß (im Dirndl) die bayerische Ehrenamtskarte. Es waren dies: Esther Katzer, Marlis Becker, Christiane Berger, Ingrid Dürr, Annemarie Echter, Heidrun Feueregger, Gunhild Holzinger, Andrea Krug, Katharina Landes, Edith Maas, Elisabeth Pfalzer-Tegen, Walter Ritschel, Inge Schönwiese, Gabi Stammer-Scholz, Guntram Windes, Petra Stragies (beide Vereinsgründer), Ursula Gutzeit und Maria Berger. Von rechts: Dekan Axel Piper und Bürgermeister Markus Loth. Hinten 2. von rechts Pfarrer Engelbert Birkle.

15 Jahre Alzheimer-Gesellschaft Pfaffenwinkel-Werdenfels

„Das Herz wird nicht dement“

Seit 15 Jahren gibt es die Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel-Werdenfels.  Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer kleinen Feier im evangelischen Gemeindehaus wurde das Gründungsfest gefeiert.

Weilheim – „Wir feiern heute ein stolzes Jubiläum. Wer hätte damals gedacht, dass die Alzheimer-Gesellschaft in Weilheim so groß wird. Ihre Arbeit ist anerkannt und wichtig“, begrüßte Dekan Axel Piper die Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft, Petra Stragies, sowie Mitglieder des Vereins und Gottesdienstbesucher. Er freute sich über das große Interesse. Sein katholischer Kollege, Pfarrer Engelbert Birkle, erinnerte sich an einen guten Freund, der die letzten beiden Jahre dement war. „Die Begegnung im Pflegeheim wird lebendig, wenn ich heute mit euch feiere“, so Birkle. „Wenn man nicht mehr kommunizieren kann, werden die Blätter der Erinnerung weit weg geblasen. Doch das Herz wird nicht dement“, sagte er, „es kann nicht zerstört werden“. Das „Ich bin da“ mit anderen zu suchen, sei wichtig. „Wegbleiben ist einfach, es braucht Kraft und Entschiedenheit, Menschen zu besuchen, nicht vorbeizugehen, sondern hinzugehen. So kann eine tiefe Begegnung entstehen“, so Birkle zum Schluss seiner bewegenden Predigt.

Mit Fürbitten, gemeinsam gesungenen Liedern und den einfühlsamen musikalischen Beiträgen des evangelischen Frauenchores „Cantorella“ wurde der Gottesdienst zu einem großen, bleibenden Erlebnis.

Bei der anschließenden kleinen Feier im Gemeindehaus zeigte sich Burkhard Hartmann, zweiter Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft, begeistert von der schönen Andacht. Landrätin Andrea Jochner-Weiß pflichtete ihm bei: „Es war wirklich ein Gottesdienst, der unter die Haut geht“. Leben mit Demenz verändere die Familien, die Ordnung des Lebens könne schnell an ihre Grenzen geraten, stellte sie fest.

Bevor die Landrätin die bayerische Ehrenamtskarte an die Helferinnen und Helfer verlieh, erklärte sie: „Das Ehrenamt ist ein Segen für unsere Gesellschaft. Wir danken den Helfern für ihre einfühlsame Begleitung, sie geben den Kranken das Gefühl, wieder unter ihren Leuten zu sein.“

Die Vereinsvorsitzende Petra Stragies freute sich auch über die finanziellen Zuwendungen. Der katholische Frauenbund Huglfing spendete über 500 Euro. 500 Euro gab es auch von der Stadt „für die tolle und wichtige Arbeit für die Menschen in der Region“, wie Bürgermeister Markus Loth sagte.

Info

In Deutschland leben 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz. Im Landkreis Weilheim-Schongau sind es 2900 bis 3800 erkrankte Personen, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 2300 bis 2900. Die meisten Erkrankten sind über 75 Jahre alt.

Inge Beutler

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