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Kamen zur Feier des 15-jährigen Bestehens: Franz Wimmer, Geschäftsführer und Vorstand des „Therapienetz Essstörung“, Dr. Stefan Günther, Leiter Gesundheitsamt Weilheim- Schongau, Dr. Jakob Nützel, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychosomatik, Carolin Martinovic, Geschäftsleitung Beratungsstellen des „Therapienetz Essstörung“, Dorothea Voss, Beraterin beim „Therapienetz Essstörung“, Michael Asam, Bezirkstagsvizepräsident, Horst Martin, 2. Bürgermeister Stadt Weilheim, und Nora Seiffert, Einzelbetreutes Wohnen im „Therapienetz Essstörung“. 

15 Jahre „Therapienetz Essstörungen“

Wenn  Essen ein Problem ist

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Seit 15 Jahren gibt es das „Therapienetz Essstörungen“. Es bietet Hilfe bei Magersucht, aber auch bei Adipositas. 

Weilheim – Zu wenig essen, zu viel essen, das Gegessene erbrechen: Eine Essstörung hat viele Gesichter, und sie kann lebensbedrohlich sein. In Weilheim gibt es seit 15 Jahren eine Anlaufstelle für Betroffene, das „Therapienetz Essstörungen“, eine vom Bezirk Oberbayern finanzierte Beratungsstelle mit Büro in der Praxis von Dr. Jakob Nützel in der Fischergasse 16. Vor allem Frauen suchen dort laut Leiterin Dorothea Voss Rat und Hilfe,mindestens 100 kommen jedes Jahr erstmals – Teenager ebenso wie ältere Frauen, viel zu dünne, aber auch viel zu dicke.

Darunter sind Mädchen wie die 14-Jährige, die wegen ihrer fortschreitenden Magersucht nicht mehr fähig zum Schulbesuch war und deren Familie am Zusammenbrechen war. Frauen wie die 36-Jährige, die jahrelang an Übergewicht, pausenlosem Essen und ständigem Erbrechen litt, dann wieder zunahm, dann wieder hungerte und furchtbare Angst vor dem Essen hatte. Oder auch die 24-Jährige, die extrem heruntergehungert in die Beratung kam, mit dem Bewusstsein „Wenn jetzt nicht bald etwas geschieht, ist es aus.“

Die drei (jungen) Frauen berichteten anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Beratungsstelle bei einer Feierstunde, „aus Freude über ihre Gesundung“, so Dorothea Voss, öffentlich, wie sie zum „Therapienetz“ kamen – und wie ihnen dort geholfen wurde. So erzählte die 24-Jährige laut einer Mitteilung, dass sie sich von Anfang an verstanden, aufgehoben und sicher gefühlt habe. Durch zwei Klinikaufenthalte, ambulante Therapie und regelmäßige Beratungen sei sie so stabil und gesund geworden. dass sie jetzt „ein glückliches und freies Leben“ führen könne. Selbst die Waage habe sie entsorgt.

Es war der „Steuerungsverbund Psychische Gesundheit“, der den Weg für die Beratungsstelle Anfang der 2000er Jahre mit einer Petition an den Bezirk Oberbayern ebnete. Der genehmigte die Weilheimer Beratungsstelle als deutschlandweit erste außerhalb der Großstädte, wie Dr. Stefan Günther, Leiter des Gesundheitsamtes in Weilheim, bei der Feier sagte. Michael Asam, der in seiner Funktion als Stellvertreter des Bezirkstagspräsidentengekommen war, sagte: „Ich bin froh, dass jemand, der fällt, in einem Netz wie dem ,Therapienetz Essstörungen’ weich landen kann“. Weilheims 2. Bürgermeister Horst Martin merkte an, dass es Studien nach bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren Hinweise auf eine Essstörung gebe.

Beratung und Therapievermittlung, Therapiegruppen, Ernährungsberatung, intensive Langzeitbegleitung in der integrierten Versorgung: Die Fallzahlen in Weilheim seien immer besonders hoch, so Dorothea Voss. Auch das so genannte Einzelbetreute Wohnen sei so stark nachgefragt, dass in diesem Jahr eine zusätzliche Vollzeitkraft angestellt werden konnte. Diese kümmert sich derzeit um acht Frauen, indem sie sie ein- bis zweimal in der Woche in deren Wohnung besucht, um mit ihnen einzukaufen, zu kochen oder auch in ein Café zu gehen. Zwei Frauen stehen auf der Warteliste.

Kontakt

„Therapienetz Essstörungen“: Telefon 0881/9270808 oder E-Mail info@therapienetz.essstoerung.de

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