Sozialpädagogin Melanie Ludwig berät Frauen und Paare kostenlos und auf Wunsch auch anonym.
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Sozialpädagogin Melanie Ludwig berät Frauen und Paare kostenlos und auf Wunsch auch anonym.

20 Beraterinnen im Einsatz

Beratungsstelle in Weilheim: 20 Jahre kostenlose Hilfe für Schwangere

Maria Stellwag aus Weilheim erwartet im Juni ihr zweites Kind. Sie und ihr Mann haben viele Fragen. Antworten hat die katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Weilheim. Seit 20 Jahren.

Weilheim – Ludwig berät jeden Dienstag in der Schmiedstraße 15 kostenlos Frauen und Paare bei allen Fragen, welche die Schwangerschaft und das Leben mit einem Kind betreffen. „Unser Angebot ist unabhängig von Nationalität oder Religion und kann auch anonym in Anspruch genommen werden“, sagt Ludwig. „Außerdem stellen wir gern Kontakt zu anderen Hilfsstellen her und können auch finanzielle Unterstützung anbieten.“

Maria Stellwag fühlte sich sowohl im persönlichen Gespräch als auch telefonisch gut informiert und sagt, „wir wurden ausführlich und kompetent beraten, auch über viele Details, die man wissen sollte“. So wie sie kamen 2019 rund 150 Ratsuchende in die Weilheimer Außenstelle, im Vorjahr waren es wegen der Corona-Pandemie rund 20 Prozent weniger, berichtet die Leiterin.

Neues Leben bringt Glück und Hoffnung aber auch Ängste mit sich

„Unsere Arbeit ist sehr vielfältig“, sagt sie, „von Anfang an kann das neue Leben Glück, Hoffnung, Ängste und viele Fragen mit sich bringen.“ In den zwei Jahrzehnten, in denen es den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) gibt, habe sich die Arbeit der Beratungsstellen ständig verändert. Ludwig: „Durch den verstärkten Einsatz von Pränataldiagnostik sehen sich Eltern häufiger mit Fragen konfrontiert, ob sie diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen und wie sie möglicherweise mit einer Diagnose umgehen, dass ihr Kind mit einer Beeinträchtigung auf die Welt kommen wird.“ In den vergangenen Jahren spiele darüber hinaus verstärkt die Beratung und Begleitung von Menschen mit Fluchthintergrund eine Rolle.

Auch die Form der Beratung hat sich verändert. Die SkF-Stellen bieten frühe Hilfen in Form von Kursen und entwicklungspsychologischer Beratung an, um Überforderung vorzubeugen und gute Entwicklungsbedingungen für Kinder zu fördern. Die Online-Beratung wurde ausgebaut, was sich laut Ludwig gerade jetzt während der Pandemie bewährt hat. Aktuell findet die Beratung je nach Bedarf der Klientinnen telefonisch, über Videokonferenzen oder auch Pandemie-konform im Büro statt. Ludwig: „Es gibt verschiedene Formen des Zugangs. Uns ist es wichtig, dass Frauen und Familien auch in diesen für alle belastenden Zeiten Hilfe bekommen können.“ Wichtig sei auch die präventive Arbeit: In sexualpädagogischen Angeboten vor allem für Schulklassen werden Jugendliche in geschlechtsgetrennten Gruppen für einen achtsamen Umgang mit ihrem Körper sensibilisiert und auf einen respektvollen Umgang mit dem Partner vorbereitet.

62000 Personen bereits beraten

Die SkF-Vorstandsvorsitzende Doris Hallermayer kann die Zahl von 62 000 Personen nennen, die in den vergangenen 20 Jahren betreut wurden. „Diese Menschen bringen stets ein breites Spektrum an Fragen und Problemen mit, nahezu immer geht es um existenzielle Fragen.“

Die Diözesanvertreterin der aktuell 20 Beraterinnen, Eleonore Wolf, hebt die Vielschichtigkeit der Arbeit hervor: „Oft befürchten die werdenden Eltern wirtschaftliche Sorgen, es gibt rechtliche Probleme oder die Frauen und Männer fühlen sich mit der Aussicht auf eine Elternschaft überfordert. In einer oft längerfristigen Beratung ordnen wir die Probleme ein, geben Hilfestellungen und erarbeiten gemeinsam Bewältigungsstrategien.“

20 Sozialpädagoginnen im Einsatz

Ein wichtiges Element der Unterstützung seien materielle Hilfen in finanziellen Notlagen, so Ludwig. Sie kann bei Bedarf einen Antrag zum Beispiel beim bischöflichen Hilfsfonds „Pro Vita“ in die Wege leiten. Durch diesen Fonds wurden schon mehr als 10 000 Familien mit insgesamt fast sechs Millionen Euro schnell und unbürokratisch unterstützt.

Insgesamt 20 Sozialpädagoginnen beraten an sechs Standorten und neun Außensprechtagen in psychosozialen, pädagogischen oder sozialrechtlichen Fragen während der Schwangerschaft sowie bei Bedarf bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes. Die Themen reichen von Klärungen bei einer unerwarteten Schwangerschaft, unerfülltem Kinderwunsch bis hin zu Problemen in der Partnerschaft.

Weitere Informationen:
Die Weilheimer SkF-Außenstelle ist immer dienstags besetzt. Terminvereinbarungen sind unter der Telefonnummer 08191/478511 möglich.

Peter Stöbich

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