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Familie und Beruf bei der Arbeit vereinen

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Von: Franziska Florian

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Familienfreundlichkeit steht bei vielen Firmen hoch im Kurs. Ministerialdirigent Markus Zorzi (l.) und Landrätin Andrea Jochner-Weiß (r.) übergaben den neuen Landkreis-Teilnehmern des Familienpakts ihre Urkunden. © Franziska Florian

22 Unternehmen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau haben sich bei der Initiative „Familienpakt Bayern“ neu registriert. Unter anderem ist Penzberg als erste Kommune dem Netzwerk beigetreten.

Landkreis – Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele nicht immer einfach. Deshalb hat die Bayerische Staatsregierung die Initiative „Familienpakt Bayern“ ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk soll Unternehmen dabei helfen, Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit umzusetzen und Denkanstöße in diese Richtung zu geben.

Nun haben sich 22 Unternehmen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau für den „Familienpakt Bayern“ neu registriert. Viele der Firmen haben bereits Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgesetzt, manche hoffen, dass sie durch die Zusammenarbeit mit dem Familienpakt-Netzwerk noch eine passende Möglichkeit für ihr Unternehmen finden.

Jeden Freitag beim Kind daheim

So auch die Schreinerei „Möbelerlebnis Bommersbach“ aus Schongau. Wie Geschäftsführer Peter Bommersbach sagt, ist es zwar nicht einfach, „aber es geht“. Ein Mitarbeiter könne trotz der 40-Stunden-Woche „jeden Freitag bei seinem Kind daheim“ bleiben. Sollte jemand mal eher gehen müssen, sei das kein Problem, erklärt er weiter. „Solange ich das circa zwei Tage vorher weiß, planen wir die Mitarbeiter so um, dass der Ablauf normal weiter geht“, sagt Bommersbach.

Auch die Bauer Unternehmensgruppe aus Weilheim hat verschiedene Arbeitsmodelle, um den Betrieb familienfreundlicher zu gestalten, wie Geschäftsführerin Barbara Christ sagt. „Wir bieten individuell zugeschnittene Teilzeitmodelle an, um jungen Müttern den Wiedereinstieg zu erleichtern“, erklärt sie. Aber auch auf die Väter wird geachtet: „Wir schicken fast alle Väter in Elternzeit.“ Denn ob jemand drei Wochen Urlaub hat oder vier Wochen in Elternzeit ist, mache „keinen großen Unterschied“. Die Mitarbeiter, die zum Beispiel pflegebedürftige Eltern haben, können individuell arbeiten, so Christ. Denn das sei genauso wichtig wie die Betreuung der Kinder.

Bayernweit 925 Firmen dabei

Der Innovation sind bisher bayernweit insgesamt 925 Firmen beigetreten. Bevor man jedoch ein Teil des Familienpaktes werden kann, muss man gewisse Kriterien erfüllen oder unterschreiben, dass die geforderten Maßnahmen sicher umgesetzt werden. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, eine familienbewusste Arbeitsorganisation, Unterstützungsangebote für Familien sowie eine Unternehmens- und Führungskultur, die auf Familien ausgerichtet ist.

Die Stadt Penzberg sei als erste Kommune aus dem Landkreis Teil des Familienpakt-Netzwerkes, erklärt Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Wie die Penzberger Bürgermeisterin Elke Zehetner sagt, habe sie rund 300 Mitarbeiter. „Ich fühle mich für alle verantwortlich.“ Ihr sei die Flexibilität der Mitarbeiter wichtig, weil sie damit unterstützt werden und optimal arbeiten können.

Auch Landkreisbehörde will sich bewerben

Die Landkreisbehörde – als weitere kommunale Verwaltung – erfülle viele der Beitrittskriterien, sagt Jochner-Weiß. Beigetreten sei man noch nicht, aber „wir werden schauen, dass wir das bald nachholen“. Sie wolle die Bewerbung in Angriff nehmen.

Ministerialdirigent Markus Zorzi ist der Meinung, dass Kinder ein Recht sowohl auf die Mutter als auch den Vater haben. Somit stehe der Arbeitgeber in der Pflicht, dem Arbeitnehmer zu ermöglichen, dass er familienfreundlich arbeiten könne. Das betreffe vor allem flexiblerer Arbeitszeiten sowie „Homeoffice“. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Landkreis klappt gut“, betont Zorzi.

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