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Kaum um die Kurve kommen die Schwerlaster, die zum Geothermie-Bohrplatz in der Lichtenau fahren. 

Weilheim 

Schwerverkehr sorgt für Ärger

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Der Schwerverkehr zum Geothermie-Bohrplatzsorgt in Weilheim für Ärger.  Anlieger wollen ihn mittels einer Ringlösung auch auf andere Straßen verteilen – und auf Wielenbacher Flur. Doch es gibt Widerstand.

Weilheim – Seit 2011, als bekannt wurde, dass die Bohrungen für das Geothermie-Projekt von „Erdwärme Oberland“ und deren Partner „Enel“ auf einem abgelegenen Grundstück auf Wielenbacher Flur stattfinden wird, ist der Baustellenverkehr in der Weilheimer Lichtenau Thema, vor allem in der Reichbergstraße und der Egerlandstraße.

Bereits im November

2011 stellte der Stadtrat in einer Stellungnahme an das Bergamt Süd fest, dass die Erschließung des Bohrplatzes über Iglauerstraße, Sudetenstraße und Altvaterstraße als „problematisch angesehen wird“. Vor allem an der Altvaterstraße wurden Probleme gesehen. Darunter eine dichte Bebauung bis an den Fahrbahnrand, spielende Kinder, kaum Ausweichmöglichkeiten und auch bereits vorhandener starker Verkehr zu den dort beheimateten Firmen.

Daraufhin kam es im Frühjahr 2012 zu einer Änderung: Egerlandstraße und Reichenbergstraße wurden als Zu- und Abfahrt ausgewiesen. Mit dem Argument, die Straßen seien besser ausgebaut und es lebten dort weniger Menschen. Die Altvaterstraße wurde derweil für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Dreck, Lärm, Verkehrsbehinderungen und Raserei: Für die Bewohner von Reichenbergstraße und Egerlandstraße gehört das nun zum Alltag, seit im vergangenen Jahr mit dem Herrichten des Bohrplatzes begonnen wurde, klagen Anlieger. An Spitzentagen, so heißt es in einem Schreiben an die Stadt von Ruprecht Luft, der an der Reichenbergstraße lebt, seien 40 bis 60 Lastkraftwagen unterwegs. Dazu komme noch der Verkehr von Personenautos zum und vom Bohrplatz.

Die Anlieger wollen sich damit nicht abfinden. „Bei uns wohnen auch Kinder, der Verkehr ist eine unzumutbare Belastung“, sagte eine Bewohnerin, die am Dienstag, wie rund 50 weitere Lichtenauer, in die Sitzung des Verkehrsausschusses gekommen war, bei der ein Alternativvorschlag der Betroffenen beraten wurde. Der sah eine Ringlösung vor, wonach der Verkehr „auf mehrere Schultern verteilt werden soll“, wie es im Antrag hieß. Er sollte in einer Einbahnreglung auch durch die Sudetenstraße und die Altvaterstraße geführt werden. Gegen diesen Plan wiederum hatten die Anlieger dieser beiden Straßen Unterschriften gesammelt.

Die Mitglieder des Ausschusses, die vor der Sitzung in der Lichtenau waren, lehnten die Ringlösung einstimmig ab, vor allem wegen der Situation in der Altvaterstraße. Sie beschlossen aber, den Anliegern an Reichenbergstraße und Egerlandstraße das Leben durch verschiedene Maßnahmen zu erleichtern: An besonders gefährlichen Abschnitten der Straßen sollen Tempo-30-Schilder aufgestellt und ein neuartiges Tempo-Mess-Gerät aufgestellt werden, das nicht nur die Geschwindigkeit misst, sondern auch die Zahl und Art der Fahrzeuge.

Darüber hinaus soll mit der Nachbargemeinde Wielenbach und Behörden darüber gesprochen werden, welche Möglichkeiten für eine Zufahrt über Wielenbach möglich ist (siehe auch Bericht links mit Bürgermeister Steigenberger). Eines ist sicher: Wenn die Probebohrungen erfolgreich sind, erfolgt anschließend der Bau des Kraftwerks. Und der soll laut „Erdwärme Oberland“ im Sommer 2017 beginnen und bis Herbst 2018 dauern.

Und was sagen die Anwohner von Reichenbergstraße und Egerlandstraße zu dem Beschluss des Ausschusses, die Verkehrsführung so zu belassen wie es ist? „Ich bin enttäuscht“, so eine Anliegerin, die zusammen mit anderen noch lange in der Kälte auf der Admiral-Hipper-Straße vor dem Rathaus stand. Laut Luft wollen die Betroffenen nun über weitere Schritte beraten.

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