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Zählen zum Team von der Schwangerenberatung: (von links): Jenni Hanzlik (Praktikantin), Petra Böck (Büro), Susanne Nabholz, Anika Schmidt, Petra Regauer (Beraterinnen) und Dr. Stefan Günther (Leiter Gesundheitsamt). 

Bilanz für das Jahr 2017

445 Schwangere im Landkreis beraten

Die Zahl der Schwangerenberatungen ist 2017 gegenüber 2016 nahezu konstant geblieben, der Aufwand für die Mitarbeiter am Gesundheitsamt indes ist gestiegen.

Landkreis/Weilheim – Das Team der Schwangerenberatung am Gesundheitsamt hat im vergangenen Jahr 445 Beratungen gemacht, eine weniger als vor einem Jahr. Mehr als ein Viertel davon waren sogenannte Schwangerenkonfliktberatungen, die der Gesetzgeber vorschreibt, wenn ein Abbruch in Erwägung gezogen wird.

Wie viel Frauen/Familien sich dann tatsächlich für einen Abbruch entschieden haben, konnte Regauer bei einem Pressegespräch nicht sagen. Diese Daten werden nicht erhoben. Aber sie schätzt, dass bei eventuell einem Viertel der 124 Konfliktberatungen ein Abbruch verworfen worden ist. Zu Beginn des meist nur einstündigen Gesprächs seien viele Betroffene „zu 90 oder sogar 100 Prozent“ überzeugt, den Abbruch durchzuführen, am Ende des Gesprächs seien viele unentschieden, berichtet Regauer, die für die Konfliktberatung eine spezielle Ausbildung durchlaufen hat. „Man kann etwas bewirken.“

Die Gründe, warum Frauen, Paare, Familie und Männer – 2017 immerhin 25 – zur Schwangerenberatung gehen, haben sich im vergangenen Jahr gegenüber 2016 kaum verändert: keine geeignete Wohnung, Probleme in der Partnerschaft, finanzielle Sorgen, physisch-psychische Belastungen oder eine ungeklärte berufliche Situation, beispielsweise wegen eines Zeitarbeitsvertrages, nannte Beraterin Susanne Nabholz einige Gründe. Alleinerziehende lebten zudem häufig am Existenzminimum. Besonders intensiv sei der Beratungsbedarf bei Unter-18-Jährigen – davon gab es 14 im Jahr 2017.

Viel Zeit nahmen bei den Gesprächen auch die Informationen über Hilfen in Anspruch, die Eltern zur Verfügung stehen. So gibt es neben den staatlichen Unterstützungen wie Elterngeld auch Hilfsangebote von Stiftungen oder Vereinen. Der Sparzwang der Politik gehe häufig zu Lasten der Schwangeren. „Dass Elterngeld auf Hartz IV angerechnet wird, ist ein Riesenskandal“, so Regauer.

Während die Zahl der Erstberatungen deutlich zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der Hilfen per Telefon oder Mail fast verdoppelt – von 78 auf 149. Schwierigkeiten gibt es laut Regauer bei Beratungen von Frauen aus ferneren Ländern – häufig Asylbewerberinnen. Da die Verständigung dabei nur über einen Dolmetscher erfolge, sei es kaum möglich, einen persönlichen Kontakt aufzubauen, so Regauer. Ein weiteres Problem sei die – derzeit – geschlossene Geburtsabteilung am Krankenhaus Weilheim. Der Weg für Frauen nach Starnberg, Schongau oder Garmisch sei sehr weit.

Übrigens: Die Schwangerenberatung ist nicht auf die Zeit vor der Geburt beschränkt. Die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes helfen, wenn dies gewünscht wird, bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

Von Johannes Thoma

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