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Symbolfoto.

49-Jährige hatte ihren Ex-Mann angezeigt

14.440 Euro Strafe nach Rosenkrieg

Eine 49-Jährige hatte ihren Ex-Mann  wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung angezeigt. Wegen letztgenannter wurde der 62-Jährige verurteilt, obwohl sich die Frau vor Gericht in Widersprüche verwickelte.   

Weilheim– Am Ende ihrer Ehe führte ein Ehepaar aus dem südlichen Landkreis einen Rosenkrieg. Wegen Sachbeschädigung in fünf Fällen und wegen Körperverletzung zeigte die Frau ihren Mann an. Dieser bestritt vor dem Amtsgericht Weilheim alle Vorwürfe, wurde dennoch schuldig gesprochen. Nachgewiesen werden konnten ihm die Taten aber nicht.

Es stand Aussage gegen Aussage. Die 49-Jährige beschuldigte ihren Ex-Mann, zwei ihrer Mobiltelefon zerstört zu haben. Eines soll er an die Wand geworfen haben, ein anderes, im Juni 2017, in den brennenden Kachelofen befördert haben. Der Verteidiger war verwundert: „Es war Juni. Hat man da den Kachelofen an?“, fragte er. Die Frau blieb dabei und gab weiter an, ihr Ex habe zwei Mal den Staubsauger die Kellertreppe heruntergestoßen, wobei dieser kaputtging. Die 49-Jährige verhedderte sich aber in Widersprüchen, der 62-Jährige wurde von diesem Vorwurf freigesprochen.

Heftiger soll es im Juli vergangenen Jahres im Hause des damals noch verheirateten Paares zugegangen sein. Ihr Mann habe sie nachts ausgesperrt, sie habe im Auto schlafen müssen, so die Frau. Am nächsten Tag habe sie sich auf der Couch ausgeruht, als ihr Ex-Mann, den die Frau als ständig betrunken beschuldigte, ihr befohlen habe, die Katze zu füttern. Als sie das nicht sofort erledigte, habe er sie von der Couch gezerrt, wobei sie sich einen Finger gebrochen und Prellungen zugezogen habe. Die 49-Jährige legte ein ärztliches Dokument vor. Der Angeklagte hatte jedoch davor ausgesagt, dass seine Ex-Frau an jenem Tag in der Garage gestürzt sei.

Dem 62-Jährigen wurde zudem zur Last gelegt, nach einer Grillparty mehrere T-Shirts, Blusen und Jeans seiner Ex-Frau im Grill verbrannt zu haben. „Warum sollte ich so etwas überhaupt tun?“, fragte er mehrfach. Auch bestritt der Mechaniker, ständig betrunken zu sein.

Der Verteidiger zog die Glaubwürdigkeit der Frau stark in Zweifel und legte ein Urteil des Amtsgerichts Weilheim vor. Die Frau hatte kürzlich auf Unterhaltszahlungen geklagt, die abgelehnt wurden, da sie falsche Angaben zu ihrem Einkommen gemacht hatte. Außerdem berichtete der Verteidiger, dass die Frau bereits zweimal verheiratet war und beide Male ihre Ehemänner angezeigt hatte. Und es gab noch eine Überraschung: Ein Polizeibeamter, der die Strafanzeige der Frau aufgenommen hatte, sagte aus, dass diese vor ein paar Tagen eine Anzeige gegen ihren Mann wegen Vergewaltigung gemacht habe, angeblich soll das an dem besagten Grillabend passiert sein. „Warum hat sie dieses gravierende Erlebnis nicht zusammen mit den anderen Anschuldigungen angezeigt?“, wunderte sich der Verteidiger.

Richterin Christiane Serini hielt den Angeklagten der Körperverletzung für schuldig. „Ich habe in dem Punkt keine Zweifel. Die Verletzungen sind Tatsachen und ärztlich belegt.“, sagte sie. Sie verurteilte den Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro. Der Angeklagte hatte das letzte Wort: „Ich werde hier über den Tisch gezogen“, sagte er.

Regina Wahl-Geiger

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