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Über 600 begeisterte Zuhörer beim Weilheimer Kammerorchester

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Von: Magnus Reitinger

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Für „Peter und der Wolf“ gab’s natürlich Bläser-Unterstützung: Das Kammerorchester um Dirigent Florian Appel und Sprecherin Clara Hagenauer bei der zweiten Aufführung am Sonntagabend in der großen Hochlandhalle.
Für „Peter und der Wolf“ gab’s natürlich Bläser-Unterstützung: Das Kammerorchester um Dirigent Florian Appel und Sprecherin Clara Hagenauer bei der zweiten Aufführung am Sonntagabend in der großen Hochlandhalle. © schregle

Die beiden Frühjahrskonzerte des Kammerorchesters Weilheim begeisterten auch jüngste Zuhörer - mit echten Meilensteinen der klassischen Musik.

Weilheim – Es ist vieles im Fluss beim Weilheimer Kammerorchester. Und die Frühjahrskonzerte am vergangenen Sonntag haben gezeigt: Es fließt gut, in allerbesten Bahnen. Dirigent Florian Appel sorgt für Spielfreude; die Unsicherheit pandemischer Zeiten sorgt für kreative neue Formate; und der Notbehelf Hochlandhalle (infolge der noch lange gesperrten Stadthalle) sorgt für ungezwungene Atmosphäre. Das familienfreundliche Programm, das dort zu erleben war und bestens zum Muttertag passte, hat viele begeistert und wirklich alle beschwingt. Zu allererst schon mal die Musiker selbst: Sie entwickelten sichtlich Spaß am Aufeinanderhören und Miteinanderspielen. Und das überträgt sich unmittelbar aufs Publikum.

Vielen Familien im Publikum - und beste Stimmung

Mit Mozarts Dauerbrenner „Eine kleine Nachtmusik“ und Prokofjews sinfonischem Märchen „Peter und der Wolf“ hatte man Werke gewählt, die jede Hemmschwelle nehmen und pure Freude schenken. Ort und Zeit taten das Ihre zu einem in jeder Hinsicht bemerkenswerten Erfolg. Insgesamt gut 600 Zuhörer kamen in die beiden Aufführungen am frühen Sonntagabend – und gaben diesen sehr unterschiedliche Gepräge: Heiter-gelöste Stimmung samt fröhlichem Klatschen zwischen den Sätzen beim 17-Uhr-Termin, der viele Familien mit Kindern angelockt hatte. Klassische Atmosphäre und gesetzteres Genießen dann um 19 Uhr. Beides hat seine Berechtigung, und beidem wurden die Musiker vollauf gerecht.

Lieber heimischer Nachwuchs als Profis von irgendwo

Die zunehmende Breitenwirkung des Kammerorchesters – die einer Tiefenwirkung keineswegs entgegen steht – hat auch mit dem neuen Konzept zu tun, für nötige Ergänzungen der reinen Streicherbesetzung nicht Profis von irgendwo zuzukaufen, sondern auf heimischen Nachwuchs zu setzen. Der ist nicht nur musikalisch bestens gerüstet, sondern bringt auch Seele ein, wie die hoch motivierten Bläser bei „Peter und der Wolf“ bewiesen. Zauberhaft ließ die erst 17-jährige Flötistin den vorwitzigen Vogel zwitschern, standesgemäß das junge Horntrio den Wolf herannahen. Auch bei allen anderen Mitwirkenden saß jeder Ton, jeder Akzent. Ganz nebenbei ziehen die Jungen ein neues, bunt gemischtes Publikum in die Konzerte – eine natürliche Frischzellenkur für die Klassikszene.

Die Sprecherin ist erst 13

Wie charmant ist es auch, statt einem Profisprecher einer hiesigen Schülerin die Erzählerrolle zu überlassen! Die 13-jährige Clara Hagenauer, die es beim Vorlesewettbewerb der Schulen nicht umsonst bis ins Landesfinale schaffte, las das Märchen zur Musik souverän und sicher, gut verständlich, engagiert. Man darf das gesamte Ensemble dieses Frühjahrskonzertes, in der vordersten wie in den hinteren Reihen, getrost einen Glücksfall nennen.

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Mit purem Streicher-Wohlklang hatte die rund 25-köpfige Kernbesetzung des Kammerorchesters davor das Programm eröffnet: Die „Kleine Nachtmusik“ gilt als meist eingespieltes Werk der klassischen Musik und hat doch nichts von seinem Reiz verloren, wenn es so innig musiziert wird wie an diesem Abend. Kein Zweifel: Es fließt zwischen diesem Orchester, seinem 2020 angetretenen Dirigenten – und dem Publikum.

Das nächste Konzert

des Kammerorchesters Weilheim ist am Samstag, 9. Juli, um 21.15 Uhr am Radom Raisting – unter freiem Himmel (nur bei schönem Wetter, sonst eine Woche später). Gespielt werden erneut „Peter und der Wolf“ und die „Kleine Nachtmusik“ sowie Mendelssohns Violinkonzert d-Moll mit Moritz Defregger als Solist. Der Eintritt ist frei; Info: www.radom-konzerte.de.

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