Graue Säcke für Altpapiersammlung in Weilheim.
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Die grauen Säcke sind in Weilheim bald passé: Ab 2022 wird Altpapier im Stadtgebiet nur noch in den Blauen Tonnen abgeholt, die die EVA GmbH im kommenden Herbst verteilt. In Deutenhausen, Marnbach und Unterhausen bleibt es beim bisherigen System der Vereinssammlungen.

Neuregelung fürs Altpapier

Ab November Blaue Tonnen in Weilheim

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Die Altpapiersammlung durch Vereine gehört im Stadtgebiet Weilheim bald der Vergangenheit an. Im Herbst bekommen die Bürger – kostenlos – Blaue Tonnen, die alle vier Wochen von einem Entsorgungsunternehmen geleert werden.

Weilheim – Immer öfter mussten in den vergangenen Jahren bereits Firmen einspringen, weil sich nicht mehr genügend Vereine finden, um die monatliche Altpapiersammlung in Weilheim zu stemmen. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem das bisherige System nicht mehr funktioniert: Wie bereits 2019 in Schongau, führt die EVA GmbH – die für den Landkreis die gesamte kommunale Abfallentsorgung regelt – zum kommenden Jahr auch im Stadtgebiet Weilheim die Blaue Tonne fürs Altpapier ein, die dann alle vier Wochen von einem Entsorgungsunternehmen geleert wird. Das hat Geschäftsführer Fritz Raab am Dienstag im Bauausschuss des Stadtrates bekannt gegeben.

Im Oktober werden in Weilheim die Blauen Tonnen verteilt.

Die Blaue Tonne ist kostenlos und wird den Bürgern in der Regel automatisch geliefert. Ende Juni werden alle Grundstückseigentümer dazu angeschrieben; im Oktober sollen die neuen Tonnen verteilt und bereits im November erstmals geleert werden (siehe unten). Die Neuregelung betrifft nur das Stadtgebiet von Weilheim. In den Ortsteilen Deutenhausen, Marnbach und Unterhausen wird das Altpapier weiterhin von den Vereinen in den grauen Säcken abgeholt.

Doch in der Stadt selbst haut das nicht mehr hin, wie Raab bei der Sitzung in der Stadthalle deutlich machte. 2016 hatte die EVA für die Altpapiersammlung noch sieben Vereine unter Vertrag, die sämtliche Sammeltermine stemmen konnten. 2021 sind es nurmehr vier (der TSV, die Kooperation Bergwacht/Böllerschützen, die Feuerwehr und der SVL Weilheim), und für jede zweite Papiersammlung muss ein Unternehmen beauftragt werden – was kurzfristig aber oft schwierig ist. Laut Abfallberaterin Claudia Knopp hat eine Besprechung im Mai ergeben, dass kommendes Jahr sogar nur noch zwei Vereine dafür zur Verfügung stehen würden.

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Die Gründe für diese Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie zuletzt noch verschärft wurde, sind vielfältig. Gerade in großen Kommunen kündigen immer mehr Vereine, weil nicht mehr ausreichend Helfer und Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Zudem hat sich die Zusammensetzung des Altpapiers verändert. Der Anteil an wertvollerem Papier nimmt ab, als Folge des Internethandels dominieren heute die Kartonagen. Somit wird das Gewicht geringer und das Volumen größer – das bedeutet: mehr Aufwand, weniger Erlös.

Schongau war 2019 die erste Stadt im Landkreis, in der das Modell der Vereinssammlungen – das bayernweit übrigens einmalig ist – durch die Blaue Tonne abgelöst wurde. Weilheim ist nun die zweite. Werden bald weitere Kommunen folgen? „Wir wissen es nicht“, sagt Knopp, „aber es ist nicht auszuschließen“. In Penzberg werden die Papiersäcke in der Innenstadt durch ein Unternehmen und ansonsten durch Vereine abgeholt, das laufe „sehr gut“. Auch in Peißenberg werde nun ein Bezirk komplett an einen Entsorger abgegeben. Die Entwicklung ist offen, so Knopp, „aber irgendwann ist der Kipp-Punkt erreicht“.

Im Stadtgebiet Weilheim ist es nun so weit, rund 6000 Blaue Tonnen der Normalgröße sowie 600 größere Container sind für die Kreisstadt bestellt. Einerseits sei die Änderung schade, sagte Klaus Gast (CSU) im Ausschuss. „Aber wer schon mal bei einer Sammlung dabei war, weiß auch, dass es oft eine Zumutung für die Ehrenamtlichen ist.“

So funktioniert die Umstellung

Noch im Juni sollen alle Grundstückseigentümer im Stadtgebiet Weilheim ein Schreiben mit Informationen zur Verteilung der Blauen Tonnen bekommen. Laut EVA GmbH erhält im Normalfall jedes Grundstück automatisch mindestens eine Blaue Tonne. Wer Änderungen dazu wünscht, kann dies mit einem Formular kundtun, das dem Brief beiliegt. Zum Beispiel können mehrere Grundstücke eine gemeinsame Nutzung anmelden, man kann zusätzliche oder auch weniger Behälter bestellen – oder die Blaue Tonne auch abmelden, falls sich kein Stellplatz findet oder Bürger das Altpapier lieber selbst zum Wertstoffhof bringen. Als Verteilungsschlüssel gilt: Wer eine Restmülltonne bis 120 Liter hat, bekommt automatisch eine Blaue Tonne der Standardgröße 240 Liter geliefert; diese ist knapp 60 Zentimeter breit, 74 Zentimeter tief und 1,10 Meter hoch. Außerdem gibt es Container auf vier Rädern mit 1100 Liter Volumen. Die Blaue Tonne ist kostenlos; es wird keine zusätzliche Abfallgebühr erhoben. Im Oktober sollen die Tonnen ausgeliefert und im November und Dezember bereits erstmals geleert werden. Zu diesen Terminen können noch wie gewohnt graue Säcke oder Kartons zur Abholung gestellt werden. Doch ab Januar 2022 wird das Altpapier nur noch in den Blauen Tonnen abgeholt: Ein Entsorgungsunternehmen leert sie alle vier Wochen mit Müllfahrzeugen. Außerdem können Altpapier und Kartons weiterhin auch kostenlos am Wertstoffhof Weilheim abgegeben werden. Weitere Infos: www.eva-abfallentsorgung.de.

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