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Am Amtsgericht wurde der Fall verhandelt.. 

Weilheim 

Abi-Ball wurde Fall für den Staatsanwalt

Aus dem Ruder gelaufen ist der Abi-Ball der Weilheimer FOS vor zwei Jahren. Jetzt  musste sich ein Securiy-Mann vor Gericht verantworten. 

Weilheim Als Security-Kraft ist er eigentlich dafür zuständig, dass öffentliche Feiern und Partys ohne Streit und Schlägerei ablaufen. Nun stand der Mitarbeiter einer Sicherheits-Firma wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung vor dem Weilheimer Amtsgericht. Zu Unrecht, wie sich herausstellte. Der 38 Jährige wurde freigesprochen.

Der Vorfall lag schon einige Jahre zurück, Beim Abiturball der Fachoberschüler in der Weilheimer Stadthalle im Juli 2015 hatte der Mann Dienst. Alles war friedlich. Doch dann wollten sich zwei junge Männer Einlass zu der Party verschaffen, die nachweislich keine der für diesen Abend vorgesehenen Tickets in Form von Armbändern hatten. Mit diesen Bändern konnten sich die Teilnehmer des Balls ausweisen.

Über einen Seiteneingang waren die Burschen jedoch trotzdem in die Stadthalle gelangt, was dem Sicherheitsdienst auffiel. Der Angeklagte und sein Kollege forderten die jungen Männer auf, die Halle zu verlassen, aber die beiden wollten nicht gehen. Es gab eine Diskussion, die einem jungen Partygast nicht gefiel. Er mischte sich heftig in die verbale Auseinandersetzung ein, so dass die beiden Security-Männer auch ihn aus der Halle schicken wollten, was diesem aber gar nicht passte.

Als der junge Mann immer rabiater wurde und auch den Kollegen angriff, sah der Angeklagte die Notwendigkeit einzuschreiten. Er wandte den Polizeigriff an, aber der Partygast wehrte sich heftig. Die beiden gingen zu Boden. Der junge Mann schlug den 38-Jährigen, wobei dessen Brille zu Bruch ging. Erst nachdem er den rabiaten Gast in den Schwitzkasten genommen hatte, war die Situation unter Kontrolle.

Für den 38-Jährigen hatte das Ganze aber ein Nachspiel. Bei der Polizei gaben einige Partygäste an, dass der Security-Mann den jungen Partygast geschlagen haben soll. Dieser hatte sich ins Krankenhaus fahren lassen und klagte über Schmerzen. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage.

Der junge Mann, der schon in einem gesonderten Verfahren wegen dieses Vorfalls wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt worden war, legte nun dem Amtsgericht ein Attest des Krankenhauses vor, in dem sehr vage Angaben zu möglichen Verletzungen gemacht wurden.

Nichts deutete auf einen möglichen Faustschlag durch den Security-Mann hin. Die kleinen nachgewiesenen Prellungen ließen sich durch den Sturz erklären.

Der junge Mann selbst machte vor Gericht diffuse Angaben zum Tathergang. An den angeblichen Schlag des 38-Jährigen erinnerte er sich nicht mehr. Auch die vielen geladenen Zeugen wiesen deutliche Erinnerungslücken auf und widersprachen ihren Aussagen, die sie am Tattag bei der Polizei gemacht hatten.

Richterin Katrin Krempl beurteilte die Aktion des Mannes von der Security als Notwehr. So habe er in der Situation als der junge Mann seinen Kollegen angriff davon ausgehen müssen, dass die Lage weiter eskaliert. Dass die Beteiligten dabei zu Boden stürzten, war nicht beabsichtigt. „Sie konnten in so einer Lage nicht sanfter zupacken“, sagte die Richterin nach ihrem Freispruch.

Regina Wahl-Geiger

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