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Dank gab es von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (ganz in Blau) für Handwerker, Schüler und Lehrer, aber auch für die Realschule, die dem Gymnasium mit Räumen aushilft. 

sanierung zentralbau des Gymnasiums

Abiprüfungen auf der Baustelle

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Die Generalsanierung des Zentralbaus des Weilheimer Gymnasiums erfolgt bei laufendem Unterricht. Zwei Abi-Jahrgänge werden zu Baustellen-Jahrgängen. Am Dienstag hatte das Landratsamt zu einem Rundgang zwischen tonnenschweren Fassadenelementen und Häppchen eingeladen

Weilheim – Von dem vor 45 Jahren erbauten so genannten Zentralbau des Gymnasiums stehen nur noch die nackten Mauern. Er ist komplett entkernt. Keine Türe, keine Böden, so gut wie nichts erinnert mehr an jene Zeiten, als dort 40 Klassenzimmer und Fachräume sowie Direktorat, Sekretariate und Lehrerzimmer untergebracht waren. Auf einer Wand mit zartgelben Farbresten steht in schwarzer Schrift „Highway to hell“, auf einer anderen „5 Minuten sind immer noch 300 Sekunden“. Das sind die Reste jener (Kunst-)Aktion, mit der die Schüler sich vor rund einem Jahr vom Zentralbau verabschiedeten.

Knapp zwei Jahre sind für die rund 8000 Quadratmeter Geschossfläche umfassende Generalsanierung veranschlagt. Ab dem Schuljahr 2018/2019 soll dort wieder Unterricht stattfinden.

Jochner-Weiß erinnerte in ihrer kurzen Begrüßung daran, dass die Generalsanierung des Zentralbaus seit 15 Jahren, unter anderem wegen Schimmelbildung, kaputter Fenster und zugiger Räume, Thema im Kreistag gewesen sei. Im Sommer des Jahres 2013 sei mit der Planung, am 1. August 2016 mit den Arbeiten begonnen worden.

Nach Stand der Dinge wird dieser Zeitplan ebenso eingehalten wie der Kostenrahmen. Das sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß gestern Vormittag bei einer Baustelleninspektion. Die Kosten sind inklusive der Containerprovisorien für Klassen und Schulverwaltung auf rund 22,5 Millionen Euro veranschlagt. Wenn alles gut läuft, könnten sie sogar „erheblich darunter“ bleiben, war von Verantwortlichen hören.

Noch offen ist, wie es mit der maroden Turnhalle weitergeht. Wie Kreiskämmerer Norbert Merk am Rande des Rundgangs sagte, werden derzeit verschiedene Varianten geprüft. Die Baukosten werden auf rund fünf Millionen Euro geschätzt, wovon der Landkreis wohl 3,5 Millionen aufbringen müsste.

Ausnahmezustand im Gymnasium

Merk war es auch, der darauf hinwies, dass das Gymnasium nicht in gewünschtem Rahmen die Räume für seine Lehrerausbildung erhalten konnte. Diese „Seminarschule“ hätte rund weitere drei Millionen Euro gekostet, doch laut Merk gab es dafür keine Zuschüsse seitens des Freistaates. Wie Markus Beer, Geschäftsführer des Büros „Architekten Breitenbücher Hirschbeck“, sagte, wurde nun eine kleinere Lösung dafür gefunden.

Für den Rundgang hatten sich die Verantwortlichen des Landratsamtes etwas Besonderes einfallen lassen: Vor den Augen der Vertreter von Politik, Firmen und Schulen wurde ein eineinhalb Tonnen schweres und 7,20 Meter auf 3,60 Meter großes Fassadenteil hochgezogen. 70 solche Einzelteile werden bis Pfingsten montiert und dem Mittelbau der Schule ein freundliches Gesicht geben, denn sie sind in warmen Orange- und Gelbtönen gehalten. Der Rundgang endete in einem künftigen Physikraum, in dem bei Häppchen und Sekt Pläne besichtigt werden konnten.

Seit Beginn dieses Schuljahres herrscht am Weilheimer Gymnasium Ausnahmezustand. Die Generalsanierung bei laufendem Betrieb führt zu vielen Einschränkungen beim Platz und auch Belästigungen wie Lärm. Doch die stellvertretende Schulleiterin Adelheid Meyer sagte: „Alles ist machbar“, es erfordere aber viel Organisation.

Für den Fall, dass es unerträglich laut während des Unterrichts werde, gebe es inzwischen einen direkten Draht aus den Klassenzimmern zur Bauleitung. Auch die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt funktioniere gut. Die große Herausforderung komme aber noch: Am Weilheimer Gymnasium stehe mit 186 Schülerinnen und Schülern der größte Abi-Jahrgang vor der Prüfung. Auch der Abi-Jahrgang 2018 wird noch ein Baustellen-Jahrgang sein. Das wirft vor allem Probleme für die mündlichen Prüfungen auf, für die besonders viele Räume benötigt werden.

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