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Die Absolventen der Berufsschule freuen sich über ihre Zeugnisse. Diejenigen, die in der vorderen Reihe knien und sitzen, haben einen Notenschnitt von 1,0 bis 1,5.   

Abschlussfeier der Berufsschule Weilheim

„Setzt euer Herz und eure Talente ein!“

Weilheim -  Motivierende Worte hörten die Absolventen bei der Abschlussfeier der Berufsschule Weilheim. Gesprochen wurden sie von  Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

„Setzt euer Herz und eure Talente ein“: Diese Worte richtete Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der Abschlussfeier der Berufsschule Weilheim an die Absolventen. Zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Knut Seelos, der die besten Jugendlichen namentlich aufrief, überreichte sie die Zeugnisse. Laut Direktor Dr. Burkhard Küster waren es 458 Abschlussschüler. Dazu kommen noch 125 Jugendliche aus dem Berufsgrundschuljahr. Zudem erwähnte Küster die 18 BAF-Schüler. Die drei Buchstaben stehen für die Bezeichnung „Berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge“. Lehrkraft für diesen Bereich war Martin Krojer. Manche in der Klasse kamen mit keinerlei Deutschkenntnissen an. Nun verlassen sie nach zwei Jahren Ausbildung die Berufsschule.

„Ich halte dies für ein Erfolgsmodell“, sagte Küster. Einige konnten in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Der Schulleiter erwähnte zudem, dass 56 Auszubildende – das entspricht der Stärke von zwei zehnten Klassen an einer Realschule – „so ganz nebenbei die Fahrkarte für einen weiterführenden Bildungsweg gelöst haben“. Gemeint ist damit die Mittlere Reife. Die Absolventen kommen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Landsberg, Starnberg und Garmisch-Partenkirchen.

Starke Gruppen mit über 50 Entlass-Schülern waren die Anlagenmechaniker (Sanitär, Heizung und Klimatechnik), die Zimmerer und die Schreiner, wobei in dieser Klasse Mittelschüler genauso vertreten waren wie Gymnasiasten. Sieben junge Männer erreichten einen Notendurchschnitt von 1,0 und sind mit einem Staatspreis inklusive Geldbetrag ausgezeichnet worden. Knapp 40 weitere Burschen und junge Frauen schafften einen Schnitt von 1,1 bis 1,5. „Mit einer abgeschlossenen Lehre kann man es weit bringen“, bekundete die dritte Bürgermeisterin Angelika Flock, die als Vertreterin der Stadt Weilheim ein Grußwort sprach.

Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl blickte bei der Verabschiedung voraus: „Montag früh werden Veränderungen greifen.“ Nach der abgeschlossenen Lehre werde von den jungen Leuten mehr Verantwortung gefordert, ebenso mehr Leistung. „Aber das packt ihr schon“, fügte Zirngibl hinzu. Es böten sich beste Perspektiven, fuhr er fort. Einige würden sich zur Meisterschule entschließen, sich dann selbstständig machen oder noch studieren. Freilich gab Zirngibl auch zu bedenken, dass die in den vergangenen Jahren festgestellte Beschleunigung in der Arbeitswelt und auch im privaten Umfeld anhalten werde. Dies bedeute, dass Berufsstätige auf dem neuesten Stand bleiben müssten – z.B. indem sie die Angebote des Bildungszentrums in Weilheim nutzen.

Handwerker müssten auch aufpassen, dass sie nicht „zur verlängerten Werkbank der Industrie verkommen“. Klaus Hofbauer – er leitet die Geschäftsstelle der IHK im Bereich Weilheim-Schongau – bezeichnete die Jahre an der Berufsschule als „erstes Kapitel auf dem langen Weg des Berufslebens“. Er erwähnte auch, dass 260 Betriebe der Industrie- und Handelskammer im Landkreis Weilheim-Schongau ausbilden, und dass Ende Juli immer noch 200 Lehrstellen unbesetzt gewesen seien.

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